Ziele und Anliegen

Kinder haben eine Lobby – Die Deutsche Liga für das Kind

Die Deutsche Liga für das Kind ist ein interdisziplinärer Zusammenschluss zahlreicher Verbände und Organisationen aus dem Bereich der frühen Kindheit.

Ziel der Liga ist es, das Wohlergehen von Kindern zu fördern und ihre Rechte und Entwicklungschancen in allen Lebensbereichen zu verbessern.

Zu den mehr als 250 Mitgliedsorganisationen gehören wissenschaftliche Gesellschaften, kinderärztliche- und psychologische Vereinigungen, Familien- und Jugendhilfeverbände und zahlreiche Service Clubs.

 

Kinder lernen von Anfang an

Der wichtigste Zeitraum für die Entwicklung des kindlichen Gehirns ist die frühe Kindheit. Neben den Erbanlagen prägen vor allem die Einflüsse der Umwelt in den ersten Monaten und Jahren die geistigen und emotionalen Fähigkeiten eines Kindes. Jede Zuwendung, aber auch jede Ablehnung, die ein Kind in dieser Zeit erfährt, hat Einfluss auf seine spätere Persönlichkeit.

 

Gemeinsam für Kinder

Die Liga hat in den letzten drei Jahrzehnten zahlreiche Projekte für Kinder auf den Weg gebracht. Dabei hat sie die Öffentlichkeit nicht nur über die Bedeutung der frühen Kindheit und der Eltern-Kind-Beziehung informiert, sondern hat sich auch für die Anerkennung der sozialen Elternschaft und für die Qualität außerfamiliärer Einrichtungen stark gemacht. Die Liga fördert wissenschaftliche Untersuchungen über Einflüsse in der frühkindlichen Entwicklung und engagiert sich für die Verbesserung politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Sie nimmt auf gesetzgeberische Maßnahmen aktiv Einfluss.

 

Familie und Gesellschaft gemeinsam in Verantwortung

Die Orte, an denen Kinder heute durch emotionale Vernachlässigung Schaden nehmen können, haben sich von außerfamiliären Einrichtungen zunehmend in die Familien selbst hineinverlagert. Familie ist einerseits der optimale Ort der Sozialisation. Dort können Kinder alles lernen, was sie für die Zukunft brauchen: Selbstbewusstsein, Neugier und soziale Kompetenz. Andererseits werden der Familie aber alle Fehler, die an Kindern zu beobachten sind, angelastet. Wenn Kinder den Leistungsanforderungen in der Schule nicht gewachsen sind, wenn sie Drogen nehmen, kriminell werden oder radikalen Strömungen folgen – stets haben angeblich die Eltern versagt. Für die Liga gilt es, die Verantwortung deutlich zu machen, die Familie und Gesellschaft gemeinsam tragen müssen. Im Zentrum steht dabei die Fragestellung, unter welchen Bedingungen Familien heute leben, ob sie all diese Anforderungen überhaupt erfüllen können und inwieweit Medien, Politik und gesellschaftliche Institutionen sie dabei ideell und materiell unterstützen können.

 

Kinder brauchen eine Lobby

In der Deutschen Liga für das Kind arbeiten Fachleute aus den Bereichen Gesundheit, Erziehung, Sozialwissenschaften und Recht zusammen und ermöglichen einen intensiven Kontakt zu Wissenschaft, Praxis und Politik. Dabei stehen folgende Aufgabenbereiche im Mittelpunkt:

 

Kinder brauchen starke Eltern

Die Elternverantwortung zu stärken, bedeutet nicht nur, öffentlich auf die unverzichtbare Rolle der Eltern hinzuweisen, sondern auch, Eltern selbst Aufklärung und Unterstützung anzubieten.

 

Kinder brauchen Schutz und Förderung

Kinder haben ein Recht auf die Förderung ihrer natürlichen Begabungen. Das gilt nicht nur für den rechtlichen Schutz, sondern auch für familienergänzende, wenn nötig familienersetzende Angebote für Kinder.

 

Kinder brauchen Beteiligung

Schon von Geburt an muss die eigenständige Persönlichkeit des Kindes sowohl im rechtlichen als auch im psychologischen Sinne Anerkennung finden. Hierzu gehört auch, die Interessen von Kindern und Familien im politischen Raum zu stärken.

 

Kinder brauchen materielle Gerechtigkeit

Die Entscheidung für ein Kind gehört heute zu den größten Armutsrisiken. Der Beitrag, den die Erziehung von Kindern in der gesellschaftlichen Gesamtrechnung leistet, wird in unserem Steuer- und Rentensystem in einer nicht länger hinzunehmenden Weise unterbewertet. Eine Korrektur dieses Missstandes ist überfällig.

 

Kinder brauchen bessere Lebensbedingungen

Beim Wohnungsbau, der Stadt- und Regionalplanung und in allen anderen Feldern, die zur Lebensqualität von Familien beitragen, müssen Bedingungen geschaffen werden, die ein Leben mit Kindern erstrebenswert machen. Dies gilt auch für die Arbeitsplatz- und Arbeitszeitgestaltung der Eltern.

Die Deutsche Liga für das Kind beobachtet aufmerksam alle wichtigen Entwicklungen innerhalb und außerhalb der Familie. Sie folgt einem für Wandlungen offenen, am Wohl des Kindes orientierten Familienbild. Die Liga hebt die von Familien erbrachten Leistungen ins öffentliche Bewusstsein und vertritt die Interessen und Rechte von Kindern und Familien im politischen Verteilungskampf. Als Sachverständige wird sie von politischen Entscheidungsträgern angehört und ist unter anderem Mitglied in der National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention e.V., im Bundesforum Familie und in der World Association For Infant Mental Health (WAIMH).