Pressemitteilung vom 16.10.2009

Für die Jüngsten das Beste

Deutsche Liga für das Kind fordert bessere Qualität in früher Tagesbetreuung

 

Frühe Tagesbetreuung für Kinder zwischen null und drei Jahren kann nur gelingen, wenn die Qualität stimmt. Anlässlich ihrer wissenschaftlichen Jahrestagung „Für die Jüngsten das Beste. Gute Qualität in Krippe und Kindertagespflege“ am 16./17. Oktober in Berlin fordert die Deutsche Liga für das Kind Bund, Länder und Kommunen auf, gemeinsam und in einer konzertierten Aktion aller staatlichen Ebenen die Qualität in der frühen Tagesbetreuung zu verbessern. Ausdrücklicher Maßstab für die notwendigen Qualitätsverbesserungen muss das Kindeswohl sein.

„In den vergangenen Jahren wurden entscheidende Weichen für den quantitativen Ausbau der frühen Betreuungsangebote gestellt“, sagte Prof. Franz Resch, Kinder- und Jugendpsychiater und Präsident der Deutschen Liga für das Kind, am Freitag in Berlin. „Jetzt muss es um die Qualität gehen. Eltern, die ihr Kind in eine Krippe oder Kindertagespflegestelle geben, haben einen Anspruch darauf, ihr Kind in guten Händen zu wissen. Betreuungsplätze, die wissenschaftlich gesicherten Mindestanforderungen an Qualität nicht genügen, stellen für die Kinder ein deutliches Entwicklungsrisiko dar. Bis zur Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz am 1.8.2013 für jedes Kind ab Vollendung des ersten Lebensjahres bleibt nicht mehr viel Zeit.“

Notwendig für gute Qualität sind vor allem eine kindgerechte Bemessung des Fachkräfte-Kind-Schlüssels (nicht mehr als drei Kinder unter einem Jahr bzw. vier Kinder zwischen ein und drei Jahren pro Fachkraft) und der Gruppengröße (maximal sechs Kinder zwischen null und zwei Jahren bzw. acht Kinder zwischen zwei und drei Jahren pro Gruppe) sowie die Verbesserung der Aus- und Weiterbildung des pädagogischen Personals. Wichtig ist auch eine angemessene Berücksichtigung der so genannten Verfügungszeiten, in denen die pädagogischen Fachkräfte nicht mit den Kindern tätig sind, sondern die sie u. a. für Beobachtung und Dokumentation, Zusammenarbeit mit den Eltern sowie für Qualitätssicherung benötigen. Ziel muss sein, die anerkannten Qualitätsziele in einem bundesweiten Konsensprozess zu bündeln und die Ausstattung der Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen verbindlich daran zu orientieren. Damit Eltern die Qualität einer Einrichtung oder Tagespflegestelle leicht erkennen können, sollte außerdem ein Gütesiegel eingeführt werden.

Im Rahmen der bundesweiten Jahrestagung mit fast 400 Teilnehmer(inne)n wurde die Elternbroschüre „Die beste Betreuung für mein Kind. Worauf Sie achten sollten, wenn Sie Ihr Kind in eine Krippe, Kita oder Kindertagespflegestelle geben“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Außerdem wurde die neue Website http://www.lemosaique.com/ frei geschaltet, auf der Eltern und Fachkräfte weiterführende Informationen finden. Bereits Ende 2008 hat die Deutsche Liga für das Kind das von zahlreichen renommierten Wissenschaftler(inne)n und Praktiker(inne)n unterstützte Positionspapier „Gute Qualität in Krippe und Kindertagespflege“ mit rund 35 Eckpunkten guter Qualität veröffentlicht.

Die „Deutsche Liga für das Kind“ wurde 1977 gegründet. Sie zählt zu den führenden Netzwerken in Deutschland, wenn es um das Wohl und die Rechte der Kinder geht. Zu den heute mehr als 250 Mitgliedsorganisationen gehören wissenschaftliche Gesellschaften, kinderärztliche und -psychologische Vereinigungen, Familien- und Jugendverbände und zahlreiche Service Clubs.

Die Deutsche Liga für das Kind zählt zu den führenden Verbänden in Deutschland, wenn es um das Wohl und die Rechte der Kinder geht. Zu den mehr als 250 Mitgliedsorganisationen gehören wissenschaftliche Gesellschaften, kinderärztliche und -psychologische Vereinigungen, Familien- und Jugendverbände und zahlreiche Lions Clubs.