Pressemitteilung vom 12. November 2010

Kindergarten plus begrüßt die tausendste Einrichtung

Programm zur Persönlichkeitsbildung bundesweit erfolgreich

 

Die Städtische Kindertageseinrichtung Josef-Drauschke-Straße in Mönchengladbach ist die tausendste Kindergarten plus-Einrichtung in Deutschland. Das von der der Deutschen Liga für das Kind herausgegebene Bildungs- und Präventionsprogramm Kindergarten plus fördert die sozialen und emotionalen Fähigkeiten vier- und fünfjähriger Kinder in Kindertageseinrichtungen. Schirmherrin des Programms ist die Bundesdrogenbeauftragte.

„Damit Kinder ihre geistigen Potenziale nutzen können, müssen ihre emotionalen und sozialen Fähig-keiten in gleicher Weise entwickelt werden“, sagt Prof. Franz Resch, Kinder- und Jugendpsychiater und Präsident der Deutschen Liga für das Kind. „Sprachfertigkeiten und mathematische Kenntnisse sind als Bausteine für die Persönlichkeit des Kindes zu wenig. Dazu gehören auch Einfühlungsvermö-gen, Frustrationstoleranz, Einsicht in eigene und andere Gefühle und damit eine kultivierte Beziehungs- und Konfliktfähigkeit. Unter dem Begriff der emotionalen Intelligenz kommt diesen Fähigkeiten eine Schlüsselrolle für den späteren Erfolg in Schule und Beruf zu.“

In den neun Modulen von Kindergarten plus geht es um die Themen Körper, Sinne, Gefühle, Bezie-hungen, Grenzen und Regeln, Lösung von Konflikten. Die Kinder werden von zwei Spielfiguren (Hand-puppen) durch das Programm begleitet: ein Mädchen und ein Junge mit Namen Tula & Tim. Zu den pädagogischen Materialien gehören u. a. eine Musik-CD, Fingerpuppen sowie zahlreiche Bildmateria-lien. Mittels schriftlicher Informationen und über Gespräche werden die Eltern der beteiligten Kinder einbezogen. Außerdem ist der Film „Klug sein allein genügt nicht. Kinder brauchen emotionale Intelli-genz“ Teil des Programms.

Kindergarten plus ist Bestandteil des Jugendprogramms der Deutschen Lions. Zahlreiche Lions Clubs übernehmen einen Großteil der Kosten in Höhe von 810,- Euro pro Kindertageseinrichtung (für sämtli-che Materialien sowie die Fortbildung der Erzieher/innen) und ermöglichen damit die Umsetzung vor Ort. „Wir wissen, dass sich Investitionen in die frühe Förderung von Kindern um ein Mehrfaches aus-zahlen“, sagt Michael Brahm, Beauftragter des Governorrates der Deutschen Lions für die Deutsche Liga für das Kind. „Kindergarten plus stärkt die Persönlichkeit jedes teilnehmenden Kindes und zu-gleich profitiert davon die Gesellschaft insgesamt.“ Mehr als 150 Lions Clubs in fast allen Bundeslän-dern haben bisher das Programm finanziell unterstützt.

Derzeit wird Kindergarten plus von einer Forschungsgruppe am Psychologischen Institut der Leuphana Universität Lüneburg unter Leitung von Prof. Dr. Maria von Salisch wissenschaftlich ausgewertet. Die vorliegenden Zwischenergebnisse bestätigen die Wirksamkeit des Programms: „Die teilnehmenden Kinder „waren nach Einschätzung ihrer Erzieherinnen rücksichtsvoller, teilten häufiger mit anderen Kindern und waren hilfsbereiter. Zudem verringerte sich die soziale Impulsivität der Kinder (z. B. Nicht-Respektieren von Grenzen anderer Menschen) aus der Interventionsgruppe signifikant, während bei der Kontrollgruppe eine leichte Zunahme der sozialen Impulsivität zu beobachten war.“

Die „Deutsche Liga für das Kind“ wurde 1977 gegründet. Sie zählt zu den führenden Netzwerken in Deutschland, wenn es um das Wohl und die Rechte der Kinder geht. Zu den heute mehr als 250 Mit-gliedsorganisationen gehören wissenschaftliche Gesellschaften, kinderärztliche und -psychologische Vereinigungen, Familien- und Jugendverbände und zahlreiche Service Clubs.