Zeitschrift frühe Kindheit – Archiv

Aus den Verbänden

Ein guter Start ins Leben: Faltblatt der Liga neu erschienen>

Unter dem Titel „Ein guter Start ins Leben – Informationen für Eltern nach der Geburt ihres Kindes” ist ein Faltblatt der Deutschen Liga für das Kind neu erschienen. Das Faltblatt richtet sich an Mütter und Väter nach der Geburt eines Kindes und wird in einer Auflage von 500.000 Exemplaren als Beilage in den so genannten Bambino Paketen der Firma Ullrich Direct Marketing GmbH & Co. KG verteilt. Darüber werden mehr als 80 Prozent der Mütter (Eltern) auf Entbindungsstationen erreicht.

Das Faltblatt behandelt unter anderem Fragen der emotionalen Bindung und des Stillens, das Zusammenwirken von Mutter und Vater, das Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung und die familienergänzende Tagesbetreuung. Der Druck des Faltblatts wurde vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

Exemplare können gegen Übernahme der Versandkosten bestellt werden bei:Deutsche Liga für das Kind, Chausseestr. 17, 10115 Berlin

Tel.: 030 – 28 59 99 70, Fax: 030 – 28 59 99 71, E-Mail: post@liga-kind.de

UNICEF-Osteuropa-Report 2004: Kein Aufschwung für Kinder

Fünfzehn Jahre nach dem Fall der Mauer lebt in den meisten Staaten Osteuropas und der ehemaligen Sowjetunion jedes dritte Kind in Armut. Allein in den neun Staaten der Region, für die Armutsdaten vorliegen, sind dies rund 14 Millionen Kinder. Dies ist das Ergebnis des UNICEF-Osteuropa-Reports 2004. Trotz langsamer wirtschaftlicher Erholung liegt die Wirtschaftsleistung in vielen Staaten immer noch deutlich unter der von 1989. UNICEF warnt vor den dramatischen Folgen wachsender sozialer Gegensätze und dem gesellschaftlichen Ausschluss von Millionen benachteiligter Kinder.

Das Ausmaß an sozialem Stress durch Arbeitslosigkeit und fehlende Perspektiven in vielen Familien spiegelt sich in dramatischen Scheidungsraten wider. In Russland beispielsweise werden 83 von 100 Ehen geschieden. Weil es in den meisten Staaten nur in Ansätzen eine präventive Sozialarbeit gibt, ist eine vorherrschende Antwort auf Probleme in den Familien nach wie vor die Unterbringung der Kinder in staatlichen Einrichtungen. Über 700.000 Kinder leben in Heimen oder ähnlichen Einrichtungen, weil ihre Eltern sie nicht mehr versorgen können oder wollen. Dort werden sie nur unzureichend auf ein selbständiges Leben vorbereitet. Häufig laufen sie im Jugendalter aus den Einrichtungen fort und landen auf der Straße.

Besorgniserregend ist für UNICEF insbesondere der dramatische Anstieg des Konsums aller Arten von legalen und illegalen Drogen. Benachteiligte Kinder aus zerrütteten Familien, Heimkinder, Kinder aus Strafanstalten sowie Flüchtlinge und Vertriebene sind besonders in Gefahr, ihre Hoffnungslosigkeit und Leere durch Drogen zu betäuben.

Die meisten Drogen werden von Jugendlichen und jungen Erwachsenen konsumiert. Viele werden abhängig und spritzen sich immer höhere Dosen. Häufig tauschen sie dabei mit anderen Abhängigen die Nadeln. Dies ist die Hauptursache für die explosionsartige Ausbreitung von HIV-Infektionen. In den größeren Städten Russlands, Weißrusslands und der Ukraine sind 60 bis 70 Prozent der Süchtigen, die Drogen spritzen, infiziert. Häufig finanzieren sie die Drogen mit Prostitution und geben so das Virus an ihre Kunden weiter.

Die ukrainische Hafenstadt Odessa ist das Epizentrum dieser dramatischen Entwicklung. Die Zahl der HIV-Infektionen stieg dort allein in den vergangenen fünf Jahren um das Zwanzigfache. AIDS ist von der Subkultur der Drogensüchtigen auf die allgemeine Bevölkerung übergesprungen. Immer mehr Kinder werden bereits mit dem HIV-Virus geboren. Und in den Waisenhäusern der Region leben hunderte verlassene Kleinkinder. Bedrückend ist die Lage der schätzungsweise 3.000 obdachlosen Kinder, die sich auf den Straßen Odessas durchschlagen. Viele sind aus Kinderheimen in anderen Landesteilen oder aus gewalttätigen Familien geflohen.

Quelle: Auszug aus einer UNICEF-Pressemitteilung vom 13.10.2004