Zeitschrift frühe Kindheit – Archiv

Kindheit, Armut und Bildung in Chile

Eine bessere Bildung ist der Schlüssel zur Armutsbekämpfung

Von Maren Gronert, Marietta Schwermann und Alban Schraut

In Chile sind „soziale Bereiche wie Gesundheit und Bildung in substanziellen Größenordnungen den Gesetzen des Marktes überlassen worden. So kommen über 40 Prozent der gesamten Bildungsausgaben Chiles aus Privathaushalten. Der Graben, welcher die Gesellschaft durchzieht, hat sich durch diese Entwicklungen zusätzlich vertieft“ (Butterwegge et al. 20042, S. 55). Seit rund fünf Monaten streiken in Chile Hunderttausende von Schüler(inne)n und Studierenden. Sie besetzen Schulen und Universitäten, demonstrieren auf der Straße und geben in Medien ihren Unmut kund. Sie kämpfen für eine bessere Bildung, insbesondere für den Erlass von Schul- und Studiengebühren.

Begriffliche Bestimmungen
Kindheit(en): Kindheit ist eine Erfindung, eine Zuschreibung und Zuweisung, ein dynamischer Begriff: „In neueren Forschungen zur Anthropologie des Kindes wird vermieden, Kategorien zu verwenden, die überzeitliche und wesenhafte Züge des Kindes beschreiben. (…) So wird in auffälliger Weise nicht mehr von dem Kind im Singular, sondern von Kindheiten und ihren subkulturellen und interkulturellen Differenzierungen gesprochen. Universalistische Betrachtungen treten demgegenüber zurück“ (Duncker 20052, S. 143).

Armut: Armut ist ein weltweites, zeitliches und Generationen übergreifendes Phänomen. Sie kann nicht unabhängig gesehen werden vom Reichtum, der ebenfalls weltweit, zeitlich und Generationen übergreifend existiert. Beides sind qualitative Merkmale gesellschaftlichen Lebens, die sich einerseits sowohl gegenseitig ausschließen als auch gegenseitig bedingen und andererseits zusammengenommen die gesamte Dimension der sozioökonomischen Verhältnisse aufzeigen. „Armut bezeichnet mangelnde Chancen zu einer Lebensführung nach gewissen Minimalstandards. Diese Standards sind örtlich und zeitlich verschieden“ (Tenorth, Tippelt 2007, S. 37f.).

Chile: Chile ist mit 760.000 qkm flächenmäßig mehr als doppelt so groß wie Deutschland. Mit einer Bevölkerungszahl von rund 17 Millionen Menschen, davon rund sieben Millionen in Santiago, weist es eine Bevölkerungsdichte von 22 Einwohnern pro qkm auf. Unter den südamerikanischen Staaten hat Chile das höchste Pro-Kopf-Einkommen und das höchste Exportvolumen je Einwohner, wurde vor einigen Jahren aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung gar als „lateinamerikanischer Jaguar“ bezeichnet. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nahm Chile 2010 als erstes südamerikanisches Land als Mitglied auf. Die Begründungen dazu lauteten, „Chile sei beständig dabei, seine Wirtschaft zu reformieren; es habe beträchtliche Schritte unternommen, um Geldwäsche und Korruption zu unterbinden, es weise ein beständiges Wirtschaftswachstum von fünf Prozent in den letzten 20 Jahren und beträchtliche Fortschritte bei der Verringerung der Armut auf“ (Epo-Entwicklungspolitik-online 2010). Zudem belegt Chile im internationalen Korruptionsindex schon langjährig einen Platz unter den 20 korruptionsfreisten Ländern der Welt.

Armut in Chile
In Chile wird nach Regierungsdefinition eine Person zu den Armen gezählt, deren Einkommen unter dem zweimaligen Wert des Grundnahrungsmittelkorbs liegt. Danach befanden sich 2009 rund 15 Prozent der Bevölkerung, ca. 2.5 Millionen Menschen, in Armut – ein riesiger Fortschritt zu 1990, wo die Regierungsstatistik rund 38 Prozent arme Menschen aufwies. Laut offizieller Setzung benötigt ein Mensch in Chile aktuell (Oktober 2011) monatlich ca. 50 Euro für Grundnahrungsmittel. Er gilt also als arm, wenn er weniger als 100 Euro monatlich netto verdient. Der monatliche Mindestlohn in Chile beträgt aktuell 182.000 chilenische Pesos, umgerechnet rund 265 Euro. Dieser Wert wird jeweils am 1. Juli per Gesetz festgelegt und hat dann ein Jahr Gültigkeit. Um ihn greifbar zu machen und gleichzeitig zu relativieren, seien folgende Preisbeispiele genannt: ein Liter Milch kostet im Supermarkt aktuell rund 1,- Euro, ein Liter Normalbenzin 1,10 Euro, ein Kilo Weißbrot rund 1,40 Euro und 250 Gramm Butter rund 1,50 Euro.

Kindheit(en) in Chile
Während in Chile im Jahr 1990 noch rund 300.000 Kinder pro Jahr geboren wurden, hat sich diese Zahl jedes Jahr verringert; 2010 zählte man in Chile nur noch knapp 250.000 Geburten. Die Anzahl der Kinder unter fünf Jahren ist von 1,73 Millionen im Jahr 1990 auf knapp unter 1,5 Millionen im Jahr 2010 gesunken. Die Geburtenrate hat mit 1,88 (Stand 2010) mitteleuropäischen Stand erreicht, junge kinderreiche Familien sind auch in Chile die Ausnahme geworden. Zwei Gegensatzparameter polarisieren heute, stärker noch als früher, (auch) Kindheit(en) in Chile: die Gegensätze zwischen armer und reicher sowie zwischen Stadt- und Landbevölkerung. Sind Kinder (und deren Eltern) in der ökonomischen Situation, im kulturellen und sozialen Bereich sowie physisch und psychisch unterversorgt, dann spricht die Kinderarmutsforschung von „multipler Deprivation“ (Mierendorff 2007, S. 5). Butterwegge bezeichnet wohl auch deshalb Kinderarmut als „gesellschaftliches Kardinalproblem“ (Butterwegge 2010, S. 5), und das gilt in Deutschland genauso wie in Chile und weltweit.

Armut und Kindheit in Chile
„Die auf individuellen Erfolg und Wirtschaftswachstum abgestellte Politik schafft ein raues soziales Klima, in dem auch in Chile die von Armut am härtesten betroffenen Frauen und Kinder überleben müssen“ (Butterwegge et al. 20042, S. 56). Nach dem so genannten Gini-Koeffizienten befindet sich Chile von allen Ländern der Welt in der Gruppe der 15 Länder mit der größten ungleichen Güterverteilung. Die Bertelsmann-Stiftung hat im Vergleich der 31 OECD-Länder in Korrelation dazu ermittelt, dass die Türkei, Griechenland, Mexiko und Chile die Schlusslichter im Gerechtigkeitsindex sind (Platz 28). Insbesondere sind Kinder der armen Stadtbevölkerung sowie die indigene Landbevölkerung von dieser Tatsache betroffen. So beziffert der chilenische Staat in der CASEN-Studie 2006, dass rund 60 Prozent der Kinder unter vier Jahren zu den 40 Prozent der Familien mit dem geringsten Einkommen zählen.

„Die durchschnittliche Kinderarmut in Lateinamerika beträgt 45 Prozent. In Brasilien beläuft sich die Rate auf 38,8 Prozent, vergleichsweise besser schneiden Chile mit 23,2 und Uruguay mit 23,9 Prozent Kinderarmut ab. In Argentinien ist dagegen bereits jedes dritte Kind von prekären Lebensverhältnissen betroffen“ (Dettmann 2011, S. 1). Statistisch lebt aktuell in Chile jedes vierte Kind unter der Armutsgrenze. Auch dies ist ein relativer Fortschritt, wenn man bedenkt, dass in der CASEN-Studie 1990 noch jedes zweite Kind unter der Armutsgrenze lebte.

Das nationalstatistische Amt hat auch den Begriff „extreme Armut“ definiert. Sie trifft zu, wenn das monatliche Einkommen pro Kopf unter einem Grundnahrungsmittelkorb, also unter 50 Euro, liegt. Rund 170.000 Familien in Chile leben nach dieser Definition in extremer Armut. Für Kinder dieser Familien gilt die Zuschreibung einer multiplen Deprivation. Mierendorff merkt dazu an: „Das eigentliche Dilemma an multipler Deprivation liegt (…) darin, dass kaum Wege aus dieser Situation heraus wahrgenommen oder angestrebt werden“ (Mierendorff 2007, S. 5). Der chilenische Staat versucht dies derzeit trotzdem mit folgender Initiative: Präsident Sebastián Piñera unterzeichnete im September 2011 ein Gesetz mit dem Titel „Ethisches Familieneinkommen”. Das Gesetz besagt, dass die 170.000 Familien, die in extremer Armut leben, künftig eine staatliche Unterstützung von ca. 70,- Euro monatlich erhalten. Chile folgt mit diesem innenpolitisch kontrovers diskutiertem Ansatz – für die einen ein Tropfen auf den heißen Stein, für die anderen eine substanzielle Transferleistung, die nicht die individuelle Initiative ersetzen, sondern ausschließlich die absoluten Grundbedürfnisse sichern soll –Modellen, die in den letzten Jahren bereits in anderen lateinamerikanischen Ländern (u. a. „bolsa familiar“ in Brasilien, „red solidaria“ in El Salvador) implementiert wurden. Im Falle Chiles beinhaltet das Gesetz dann noch folgende Erweiterung: Die Familien erhalten monatlich pro Kind einen Zusatzbonus von rund 30,- Euro, wenn das Kind zu den besten 30 Prozent der Schüler der Klasse gehört. So interessant dieser monetäre Bonus als schulischer Leistungs- und familiärer Bildungsanreiz auch erscheinen mag, pädagogisch lässt er sich nur schwer rechtfertigen, lastet doch ein großer Erfolgsdruck auf den Kindern, die durch ihre schulische Leistung das Familieneinkommen beträchtlich steigern könnten.

Soziologische Charakteristika Chiles
In Chile wird die Gesellschaft bezüglich ihres Sozialstatus alphabetisch geordnet in fünf Großgruppen (A bis E) eingeteilt, wobei die Gruppe C nochmals dreifach untergliedert ist. Die Einteilung richtet sich nach den (kumulierten) Besitzgütern, z. B. Auto, Mikrowelle, Filmkamera, der Wohnsituation und dem Wohngebiet, allerdings nicht nach dem Einkommen. Aktuell sieht die Einteilung wie folgt aus:

Soziale Einteilung Schichten-zugehörigkeit In Prozent der Gesamtbevölkerung Einkommen (gerundet in Euro)
A/B/C1 Oberschicht 10 Prozent ab 2.600/über 12.000
C2 Mittelschicht 20 Prozent 1.000 bis 2.600
C3 Untere Mittelschicht 30 Prozent 780
D Unterschicht 30 Prozent 360 bis 650
E Extreme Armut 7 Prozent bis 170

Jede soziale Schicht wohnt überwiegend in ihren entsprechenden Wohngebieten und mischt sich wenig untereinander. Die Schichten, die am meisten geschlossen bleiben, sind die extrem Reichen und die extrem Armen. Dies gilt für den beruflich-sozialen, persönlich-privaten wie auch schulisch-kulturellen Bereich. Die meisten Privatschulen befinden sich demnach in der Hauptstadt Santiago in den vier Stadtteilen der ABC1-Gruppe sowie einigen weiteren großen Städten Chiles. In den Stadtteilen der D- und E-Gruppen gibt es mit wenigen Ausnahmen keine Privatschulen.

Das chilenische Schulsystem
Chile hat von allen südamerikanischen Staaten in den letzten 20 Jahren die größte wirtschaftliche und soziale Progression zu verzeichnen. Für den schulischen Bereich ist zu berichten, dass Chile im Jahr 2003 die Schulpflicht von acht auf zwölf Jahre erhöhte und aktuell ca. 94 Prozent aller Kinder die Schule tatsächlich auch besuchen. Das nationalstatistische Institut weist aus, dass 96 Prozent der Gesamtbevölkerung Chiles lesen und schreiben können – für Südamerika ein bemerkenswert hoher Wert.

Kindergarten
Alle Schulen in Chile sind Gesamtschulen. Die Kindergärten sind integraler Bestandteil der Schulen und gelten für Kinder ab dem Alter von vier Jahren. Davor gibt es noch die Kinderkrippe (sala cuna) für Kinder im Alter von null bis drei Jahren und Kindergärtchen (jardines infantiles) für Kinder von ein bis vier Jahren, die meist in privater Hand liegen und – im Gegensatz zum schulischen Kindergarten – freiwillig besucht werden können.

Von 1990 bis 2006 stieg der Prozentsatz der Kinder von null bis vier Jahren, die eine Kinderkrippe besuchen, von 0,8 Prozent auf 6,0 Prozent, der Anteil derjenigen, die eine Tagesstätte besuchen, von knapp 10 Prozent auf 26,5 Prozent. Allerdings ist die Verteilung höchst unterschiedlich. Es besuchen viermal so viele Kinder aus wohlhabenden Familien eine Kinderkrippe, als Kinder aus Familien mit dem niedrigsten Einkommen, auch hier schlagen sich die Bildungsunterschiede der Eltern durch. Die Regierung befragte 2006 die Eltern, warum sie ihre Kinder nicht in den Kindergarten bringen. Die häufigsten Antworten waren: Sie passen zuhause auf das Kind auf (73,7 Prozent); Sie sehen keine Notwendigkeit, ihr Kind in den Kindergarten zu schicken (12,3 Prozent); Sie haben Misstrauen gegenüber dem Kindergarten (4,1 Prozent); Es gibt keine Kindergärten in der Nähe (3,2 Prozent); Sie geben ökonomische Schwierigkeiten an (1,9 Prozent).

Private Kinderkrippen und Kindergärten sind mit didaktischen Materialien und Spielgaben ausgestattet, beschäftigen qualifizierte Erzieherinnen, die in Kindergruppen mit maximal 30 ausgewählten Kindern und (meist) nach einem didaktischen Konzept arbeiten. Die städtischen Kindergärten arbeiten programmatisch und müssen unter weit schwierigeren logistischen Bedingungen die pädagogische Arbeit verrichten.

Schulen
Es gibt in Chile drei Schultypen: Privatschulen, privat-staatlich subventionierte Schulen und Städtische Schulen. Die qualitativen Unterschiede sind beträchtlich, ja gar extrem zu nennen, angefangen von der Schulgebäudesubstanz über die logistische Ausstattung bis hin zur Qualität der Lehrer – und damit auch im Schülerklientel, der Lernmotivation und der daraus resultierenden Bildungsqualität.

Private Schulträger verstehen sich als Unternehmer, die einen finanziellen Gewinn anstreben. Das monatliche Schulgeld pädagogisch guter Privatschulen liegt ungefähr zwischen 200,- und 800,- Euro. Durch die großen Qualitätsunterschiede zwischen Privatschulen und der Mehrheit der städtischen Schulen wird eine Selektion im Bildungsbereich befördert: Nur wer in Chile die finanziellen Mittel besitzt, kann seinen Kindern eine gute schulische und hochschulische Ausbildung angedeihen lassen. So betragen beispielsweise die Studiengebühren für ein Medizinstudium an der Universidad de Chile aktuell ca. 500,- Euro monatlich, und dies fünf Jahre lang Die aktuellen Proteste bemängeln u. a. genau diese Tatsache.

Die Privatschulen unterscheiden sich diametral von den städtischen und privaten Schulen mit staatlicher Subvention, sie haben ein ausgewähltes Schülerklientel mit Klassenstärken unter 30 Kindern. Klassen in städtischen Schulen haben demgegenüber bis zu 45 Kinder. Die Lehrer(innen) haben in der Regel eine bessere Ausbildung genossen, bekommen höhere Gehälter (oftmals bis zum doppelten Tarif der städtischen Schulen), ihnen werden Fortbildungsmöglichkeiten gewährt und sie verfügen oft über didaktisches Material, eine reichhaltige mediale Ausstattung und Kooperationsmöglichkeiten mit Kolleg(inn)en und Partnerschulen des In- und Auslandes. Dies alles können die städtischen Schulen (meist) nicht anbieten.

Der Sozialstatus des Lehrers bzw. der Lehrerin in Chile ist gering, was sich selektierend auf das studentische Klientel in den Lehramtsstudiengängen niederschlägt. Ein(e) Lehrer(in) wird in Chile nicht sonderlich gut bezahlt und ist deshalb oftmals noch in einem Zweitberuf (z. B. als Taxifahrer) tätig, um seine Familie einigermaßen ernähren zu können. Unzureichend ausgebildete Lehrer(innen), schlecht bezahltes Personal, mangelhaft ausgestattete Schulhäuser, übergroßes Stundendeputat, suboptimaler Unterricht, bedenkliche Schülerleistungen etc. sind sowohl Kettenergebnisse fehlender Finanzmittel und Zeichen von Armut, und gleichzeitig Gründe für die Fortsetzung von Armut.

Die chilenische Regierung hat Reformen im Bildungssystem nun zur innenpolitischen Priorität erklärt. Joaquín Lavín, der bis Juli 2011 Bildungsminister unter Präsident Piñera war, hatte bereits einige Neuerungen geschaffen, darunter die Initiative von 50 sogenannten „Exzellenzschulen“ im städtischen Bereich, die zusätzliche Mittel aus dem Bildungshaushalt erhalten. Auch die Verbesserung der Lehrerausbildung – mit neuen Stipendien und höheren Anreizen für begabte Studierende, sich für dieses Berufsfeld zu interessieren – gehörten zum Lavinschen Reformpaket.

Zusammenfassung und Ausblick
Wenn Mierendorff im Hinblick auf Deutschland Kinderarmut als „ein Phänomen sieht, das in erster Linie sozial-, familien- und arbeitsmarktpolitisch behandelt werden muss“ (Mierendorff 2010, S. 85), so muss diese Auflistung bezüglich Chile unbedingt noch mit „…und bildungspolitisch“ ergänzt werden. Bildung ist der wesentliche Zugang, der Armut zu entkommen, wenngleich Armut, wie oben dargestellt, den schulischen Weg zur Bildung behindert, wenn nicht gar verhindert. Der Teufelskreis zwischen mangelnder Bildung und fehlender Bildung wird perpetuiert durch Armut – im Gegensatz zu Menschen, die gebildet und reich sind und Reichtum durch Bildungsmöglichkeiten (und umgekehrt) vermehren können. Die Kluft wird dadurch größer. Die aktuelle Protestbewegung der Schüler(innen) und Studierenden hat sicherlich verschiedene Ursachen. Sie liegt aber auch begründet in den fehlenden günstigen Bildungschancen. Sie fordern das, was der berühmte chilenische Pädagoge, Politiker und ehemaliger Rektor der Universidad de Chile, Claudio Matte Pérez, lebenslang stets wie ein Mantra wiederholte: „Nuestro pueblo es de muy buena pasta (…). Lo que falta es educación” (Unser Volk ist aus gutem Holz geschnitzt. (…) Was ihm fehlt, ist Bildung.)

Die vollständige Literaturliste ist über die Geschäftsstelle erhältlich.

Die Onlinefassung des Beitrages enthält keine Tabellen

Maren Gronert ist Erzieherin und Grundschullehrerin. Sie ist als freiberufliche Lehrerin, Dozentin und Fortbildnerin an der Deutschen Schule Santiago, am Deutschen Lehrerbildungsinstitut Wilhelm von Humboldt in Santiago de Chile und an der Pontificia Universidad Católica de Chile tätig.

Marietta Schwermann ist Erzieherin. Sie arbeitet als Dozentin und Fortbildnerin für frühkindliche Bildung am Deutschen Lehrerbildungsinstitut Wilhelm von Humbodt in Santiago de Chile. Für den Aufbau mehrerer Kindergärten in den Armenviertel Santiagos erhielt sie 2009 das Bundesverdienstkreuz.

Dr. Alban Schraut ist Lehrer und Leiter des Deutschen Lehrerbildungsinstituts Wilhelm von Humboldt in Santiago de Chile.

Literatur
Butterwegge, C., Holm, K., Zander, M. et al. (20042)): Armut und Kindheit. Ein regionaler, nationaler und internationaler Vergleich. Wiesbaden.

Butterwegge, C. (2010): Kinderarmut in einem reichen Land. Ursachen, Erscheinungsweisen und Forderungen. In: Die Grundschulzeitschrift, 24. Jg., H. 235/236, S. 4-8.

Dettmann, A. (2011): Kindertag. Überfluss und Hungersnot. In: Condor vom 4.8.2011

Duncker, L. (20052): Pädagogische Anthropologie des Kindes. In: Einsiedler, W. et al.: Handbuch Grundschulpädagogik und Grundschuldidaktik. Bad Heilbrunn, S.141-146.

Mierendorff, J. (2007): Kinderarmut – Begriffsvielfalt. Eine Orientierung durch eine politisch aufgeladene Thematik. In: Die Grundschulezeitschrift, 21. Jg., H. 210, S. 4-8.

Tenorth, H.-E., Tippelt, R. (Hrsg.) (2007): Beltz Lexikon Pädagogik. Weinheim und Basel.