Zeitschrift frühe Kindheit – Archiv

Die WHO/UNICEF – Initiative „Stillfreundliches Krankenhaus“

Stillen ist der beste Start ins Leben. Mütter müssen in ihrer Entscheidung für das Stillen bestärkt werden. Entbindungsstationen nehmen dabei eine Schlüsselstellung ein. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, entwickelten deshalb die „Zehn Schritte zum erfolgreichen Stillen“, die sich sowohl an der Praxis in Krankenhäusern als auch an den Bedürfnissen der Mütter und Neugeborenen orientieren. Erfüllt das Krankenhaus die „Zehn Schritte“ mit Leben und nimmt auch keine Werbung für künstliche Babynahrung an, wird es von UNICEF als „Stillfreundliches Krankenhaus“ ausgezeichnet. In Deutschland gibt es bislang zwölf „Stillfreundliche Krankenhäuser“. Weltweit sind es rund 15.000.

Stillfreundliche Krankenhäuser sind an der WHO/UNICEF-Plakette und an dem nebenstehenden Bild von Picasso zu erkennen.

Das Stillfreundliche Krankenhaus

Ein Stillfreundliches Krankenhaus fördert aktiv das Stillen durch die Umsetzung der „Zehn Schritte zum erfolgreichen Stillen“. Alle Einrichtungen, in denen Entbindungen stattfinden und Neugeborene betreut werden, sollten folgende zehn Anforderungen erfüllen:

  1. Schriftliche Richtlinien zur Stillförderung haben, die dem gesamten Pflegepersonal in regelmäßigen Abständen nahegebracht werden.
  2. Das gesamte Mitarbeiter-Team in Theorie und Praxis so schulen, dass es diese Richtlinien zur Stillförderung mit Leben erfüllen kann.
  3. Alle schwangeren Frauen über die Vorteile und die Praxis des Stillens informieren.
  4. Müttern ermöglichen, ihr Kind innerhalb der ersten halben Stunde nach der Geburt anzulegen.
  5. Den Müttern das korrekte Anlegen zeigen und ihnen erklären, wie sie ihre Milchproduktion aufrechterhalten können, auch im Falle einer Trennung von ihrem Kind.
  6. Neugeborenen Kindern weder Flüssigkeiten noch sonstige Nahrung zusätzlich zur Muttermilch geben, wenn es nicht aus gesundheitlichen Gründen angezeigt scheint.
  7. Rooming in praktizieren – Mutter und Kind erlauben, zusammenzubleiben – 24 Stunden am Tag.
  8. Zum Stillen nach Bedarf ermuntern.
  9. Gestillten Kindern keinen Gummisauger oder Schnuller geben.
  10. Die Entstehung von Stillgruppen fördern und Mütter bei der Entlassung aus der Klinik oder Entbindungseinrichtung mit diesen Gruppen in Kontakt bringen.