Zeitschrift frühe Kindheit – Archiv

Auf die Beziehungsgestaltung kommt es an

Sensitive Responsivität im pädagogischen Alltag

von Regina Remsperger

In den letzten Jahren ist von Wissenschaftlern ganz unterschiedlicher Disziplinen verstärkt darauf hingewiesen worden, wie bedeutsam die Gestaltung von Beziehungen für das Lernen und für die Entwicklung von Kindern ist. Hier spielen nicht nur die Beziehungen zwischen Eltern und ihren Kindern, sondern auch die Beziehungen zwischen Erzieherinnen und Kindern eine wichtige Rolle. Wie aber sieht die Gestaltung dieser Beziehungen im Kindertagesstätten-Alltag aus? Was heißt es, feinfühlig auf kleine Kinder zu reagieren und damit überhaupt erst die Grundlage für stabile Beziehungen zu schaffen? Und in welchen Situationen ist dies besonders gut möglich? All diese Fragen waren Ausgangspunkt einer Videostudie, in der die Sensitive Responsivität pädagogischer Fachkräfte untersucht wurde.

Positiver Einfluss Sensitiver Responsivität auf das Interaktionsverhalten
Bei der Analyse der Interaktionsszenen wurde deutlich, dass ein aufmerksames, interessiertes und engagiertes pädagogisches Verhalten mit einem von Kontinuität, Interesse und emotionaler Beteiligung geprägten kindlichen Interaktionsverhalten einhergeht. Zudem zeichnete sich ab, dass ein feinfühliges Antwortverhalten das Äußern kindlicher Emotionen begünstigt. Ebenso hat sich gezeigt, dass sich Kinder durch ein sensitiv-responsives und stimulierendes Verhalten der Fachkräfte dazu anregen lassen, ihre Gedanken und Handlungen auszuweiten. Bekommen sie von den Erzieherinnen genügend Raum, um sich mitzuteilen, bleiben Kinder im Interaktionsverlauf interessiert „bei der Sache“ und entwickeln ihre Gedankengänge, Äußerungen und Handlungen weiter.

Ein Beispiel aus dem pädagogischen Alltag einer Kindertagesstätte soll verdeutlichen, wie sich die Sensitive Responsivität einer Erzieherin im Interaktionsverlauf zeigt und vor allem, wie positiv sich deren feinfühliges Verhalten auf den vierjährigen Jakob auswirkt. Die Signale und Interaktionsbeiträge des Kindes werden hierbei ebenfalls ins Auge gefasst.

Eine Erzieherin sitzt mit den Kindern ihrer Gruppe im Morgenkreis, als sich Jakob zu Wort meldet: „Ich will noch was sagen“. Prompt signalisiert die Erzieherin dem Jungen ihre Aufmerksamkeit, nimmt Blickkontakt mit ihm auf und reagiert mit einem aufforderndem „Ja“. Stolz und ausführlich berichtet Jakob daraufhin vom Fahrradausflug zu seinen Großeltern: „Bin gestern von F. bis zu Oma und Opa von F. Auf der Brücke ham wir ne Pause gemacht. Und dann sind wir den ganzen Weg zu Oma und Opa nach R. gefahren, mim Fahrrad.“ Die Fachkraft, die den Schilderungen des Kindes aufmerksam zugehört und den Blickkontakt gehalten hat, reagiert sofort. Mit anerkennender Kopfbewegung und Stimme geht sie lobend auf Jakob ein: „Boah! Und du bist alleine mit dem Fahrrad gefahren? Oder bist du, hast du hinten bei der Mama draufgesessen?“ Mit ihrer interessierten Nachfrage hält sie den Interaktionsfluss aufrecht und sorgt dafür, dass Jakob sie besser versteht. Dieser berichtet sodann, dass das Rad seiner Mutter defekt ist und dass sein jüngerer Bruder mitgefahren ist. Die Nachfrage der Erzieherin: „Wie bist denn du gefahren?“ beantwortet er umfassend: „Ich bin mit meinem Fahrrad gefahren. Das ist mit Stützrädern und so ’ner Bob der Baumeister-Fahne.“ Nachdem sie Jakob hat ausreden lassen, drückt die Erzieherin ihre Freude über die Leistung des Kindes erneut mit anerkennender Stimme, Mimik und Gestik aus. Mit fortwährendem Blickkontakt lobt sie Jakob ausdrücklich: „Boah! Das ist ganz schön weit“. Der Junge nimmt diese Wertschätzung zum Anlass, das „tolle, coole“ Fahrrad seines Vaters zu erwähnen und tauscht dabei ein fröhliches und stolzes Lachen mit seiner Erzieherin. Mit geteilter Freude, Begeisterung und Aufmerksamkeit halten die beiden das Gespräch so lange aufrecht, bis es aufgrund einer Ablenkung beendet wird.

Betrachtet man das Verhalten der Erzieherin in dieser Szene, werden die Kennzeichen Sensitiver Responsivität gut deutlich. Die Fachkraft zeigt sich während des gesamten Interaktionsverlaufs für den Jungen zugänglich und weist eine Haltung auf, die geprägt ist von Aufmerksamkeit, Interesse, Akzeptanz, Wertschätzung und dem Respekt vor der Autonomie des Kindes. Jakob kann das Interaktionstempo selbst bestimmen und sich umfassend zu einem für ihn bedeutsamen Thema äußern. Ebenso engagiert sich die Erzieherin dafür, das Gespräch mit dem Jungen aufrecht zu erhalten und schafft ein emotionales Klima, in dem sich der Vierjährige lustvoll und ausführlich mitteilen kann.

Sensitive Responsivität
Der Begriff der Sensitiven Responsivität geht zurück auf das Konzept der mütterlichen Feinfühligkeit, das Mary Ainsworth in den 1970er Jahren entwickelte. Um ganz alltägliche Interaktionen in verschiedenen Situationen eines Kindergartentages auswerten zu können, wird das Konzept der Sensitiven Responsivität jedoch weiter gefasst als in Ainsworth´s bindungstheoretischen Grundlagen. Mit dem neu generierten Begriff der Sensitiven Responsivität wird ermittelt, ob eine pädagogische Fachkraft überhaupt auf ein Kind reagiert (Responsivität) und wie feinfühlig die Reaktion ausfällt (Sensitivität). In Anlehnung an Ainsworth definiert sich Sensitive Responsivität wie folgt: Eine Erzieherin, die mit Sensitiver Responsivität auf die Signale von Kindergartenkindern reagiert, muss die Signale des Kindes bemerken und sich auf die Signale des Kindes hin angemessen verhalten.

Zeigt sich das sensitiv-responsive Verhalten der Erzieherin auch an ihrer auffordernden Sprechweise, ihrem freundlichen Tonfall, über ihre anerkennende Mimik und Gestik sowie über ihre zugewandte Körperhaltung, so sind gerade diese nonverbalen Ausdrucksformen ein wichtiges Interaktionsmittel für die Gestaltung eines feinfühligen Austauschs mit sehr jungen Kindern. Kinder, die sich sprachlich noch nicht in gleicher Weise ausdrücken können wie Jakob, sind in Interaktionen mit pädagogischen Fachkräften darauf angewiesen, dass diese ihre verbalen Äußerungen auch nonverbal untermauern. Auch die ausgewerteten Videoszenen belegen, dass Erzieherinnen in einem sensitiv-responsiven Dialog mit kleinen Kindern fortwährend Blickkontakt herstellen, dass sie sich den Kindern deutlich zuwenden, sich auf ihre Augenhöhe begeben, ihre Münder zum Zeichen des Staunens öffnen oder freudig die Arme heben, um die emotionale Äußerung eines Kindes zu spiegeln.

Auswirkungen geringer Sensitiver Responsivität
Im pädagogischen Alltag, der oftmals auch durch Hektik und Unruhe geprägt ist, können jedoch gerade die leisen und nonverbalen Signale von jüngeren Kindern übersehen werden. Erzieherinnen gehen deshalb zuweilen weniger feinfühlig auf Kinder ein. Ein weiterer Szenenausschnitt verdeutlicht dies.

Die dreijährige Marie meldet sich im Erzählkreis vor dem Mittagessen schon eine ganze Weile, bis ihre Erzieherin dies in der eher unruhigen Situation bemerkt und sie zum Reden auffordert. Nachdem Marie von zwei sich streitenden Kindern unterbrochen wurde, setzt sie erneut an: „Ich klingel’ auch an der Tür. Mit ´em J und ´em K allein.“ Die Erzieherin reagiert zwar prompt und mit kurzem Blickkontakt, drückt ihre Anerkennung jedoch nur sehr knapp aus: „Wow!“. Anschließend wendet sie sich schnell der Gruppe zu. Das Mädchen lässt sich vom geringen Interesse ihrer Erzieherin nicht beirren und äußert sich weiterhin zu dem für sie bedeutsamen Thema: „Ich pass’ dann auf den K auf.“ Abermals reagiert die Fachkraft nur mit minimalem Blickkontakt und ermahnt zugleich ein anderes Kind. Dann setzt sie an, um über ein für sie offenbar wichtiges Ereignis zu reden: „Wisst ihr was.“ Erst mit einer deutlichen Verzögerung bemerkt sie, dass sich Marie standhaft meldet und wendet sich ihr zu. Aufgeregt hin und her wippend und nach wie vor interessiert erzählt das Mädchen, dass ihr Bruder Geburtstag hat und sie deshalb ein Kleid anziehen wird. Auch auf diese Mitteilung geht die Erzieherin nicht vertiefend ein. Während sie dem Mädchen noch eine knappe positive Rückmeldung gibt: „Ach, wie schön, ein Kleid.“, verschwimmen die letzten Silben bereits mit dem nächsten Satz, den sie an die Kindergruppe richtet: „Wisst ihr, was der D heut’ macht?“. Der Dialog mit Marie wird auf diese Weise beendet.

Im Gegensatz zum vorherigen Beispiel geht die Erzieherin in der Interaktion mit Marie mit deutlich weniger Sensitiver Responsivität auf das Mädchen ein. Sie bemerkt die nonverbalen Signale des Kindes erst spät und reagiert lediglich mit knappem Blickkontakt und kurzem Lob. Immer wieder wendet sich die Fachkraft anderen Kindern zu und hat zudem offenbar ein größeres Interesse daran, etwas zu berichten, was für sie selbst von höherem Belang ist. Sind Situationen, in denen Fachkräfte überwiegend sensitiv-responsiv auf die Signale von Kindern reagieren, von den Faktoren Interesse, Eingehen, Engagement, Verständnis, Blickkontakt und Ruhe gekennzeichnet, zeigen sich in dieser Szene mehrere Merkmale von Situationen mit einer geringeren pädagogischen Sensitiven Responsivität. Ablenkungen, Unruhe und höhere Umgebungsgeräusche sind genauso zu verzeichnen wie eine Inkongruenz im Antwortverhalten der Fachkraft. Der Wechsel zwischen dem Eingehen auf Kinder und dem Ausbleiben von Reaktionen resultiert im Allgemeinen daraus, dass Interaktionsstörungen auftreten, mehrere Kinder gleichzeitig die Aufmerksamkeit der Erzieherinnen einfordern, diese alleine in der Gruppe sind oder Organisatorisches zu erledigen haben. Diese Umstände können zu Erschöpfung und Anstrengung und somit auch zu einem sich reduzierenden Grad an Sensitiver Responsivität führen. Da in den meisten untersuchten Videoszenen ein Wechselspiel zwischen feinfühligen und wenig feinfühligen Reaktionen vorliegt, erscheint ein durchgängig sensitiv-responsives Verhalten unter den gegebenen Umständen im Elementarbereich nahezu unmöglich.

Lenkt man die Aufmerksamkeit nun nochmals auf das Verhalten von Marie, wird deutlich, dass einige Kinder mit einer geringeren Sensitiven Responsivität pädagogischer Fachkräfte durchaus gut umgehen können. Ähnlich wie anderen Kindern gelingt es Marie, dem zuweilen wenig feinfühligen Verhalten ihrer Erzieherin standzuhalten und „bei der Sache“ zu bleiben. Standhaft meldet sich das Mädchen und berichtet trotz Störungen und trotz des reduzierten Eingehens der Fachkraft von einem Ereignis, das sie offensichtlich sehr beschäftigt. Auch bei anderen Kindern der Videostudie ist diese hohe Motivation ein entscheidender Antrieb, sich einem nicht sensitiv-responsiven Verhalten der Erzieherinnen zu widersetzen. Zudem konnte beobachtet werden, dass Kinder unterschiedliche Strategien nutzen, um wenig zugängliche Fachkräfte zu erreichen. Sie stellen Fragen, sprechen ihre Erzieherin mit Namen an, haken nach, kommentieren ihre Handlungen, weisen ausdrücklich auf etwas hin, beharren auf ihrer Meinung oder protestieren. Außerdem wechseln sie die Art ihrer Signale, weiten sie aus, wiederholen sie oder fragen mit einer hohen Beständigkeit. Andere Kinder unterbrechen die Erzieherinnen in ihrem Redefluss oder rufen Äußerungen „spontan rein“. Auch auf nonverbalem Weg wird versucht, die Aufmerksamkeit der Fachkräfte zurückzugewinnen. Die Kinder begeben sich ins Blickfeld der Erzieherinnen, berühren sie, suchen den Blickkontakt oder ändern ihren Tonfall. Mit diesem spezifischen Interaktionsverhalten können Kinder das Antwortverhalten der Erzieherinnen beeinflussen und es zum Positiven verändern.

Kindern, die weniger standhaft sind und die zudem über ein geringeres Maß an (sprachlicher) Ausdrucksfähigkeit verfügen, gelingt dies jedoch nicht. Zurückhaltende oder jüngere Kinder lassen zaghafte Aufmerksamkeitsgesuche auf sich beruhen, teilen sich nicht weiter mit oder wenden sich bei einem wenig feinfühligen pädagogischen Verhalten ganz vom Interaktionsgeschehen ab. Gleiches geschieht, wenn Erzieherinnen Interaktionssituationen durch Abfragen, Anweisungen oder vorgegebene Lösungen stark lenken. In der Folge reduzieren Kinder ihre Interaktionsbeiträge, reagieren passiv und angepasst und befolgen lediglich die Vorgaben der Fachkräfte. Dabei wirken sie häufig abwesend, abgelenkt und gleichgültig.

Konsequenzen für die Bildung und Erziehung von Kindern
Fasst man die anhand der Beispiele dargestellten Ergebnisse der Videostudie zusammen, zeigt sich, dass die Sensitive Responsivität pädagogischer Fachkräfte nicht nur die Beziehungen zu Kindern sondern vor allem die kindlichen Lernprozesse beeinflusst. Da die Feinfühligkeit der Erzieherinnen jedoch auch wesentlich von den kontextuellen Bedingungen einer Situation abhängt, ist neben dem Interaktionsverhalten der Fachkräfte auch die Gestaltung pädagogischer Settings für die Bildung und Erziehung von kleinen Kindern sehr bedeutsam. Hieraus folgen drei Punkte:

Die Reflexion kindlicher Lerndispositionen und Verhaltensweisen
Da pädagogische Fachkräfte nur angemessen und sensitiv-responsiv auf Kinder reagieren können, wenn sie die Signale eines jeden Kindes bemerken und richtig verstehen, müssen sie die kindlichen Interaktionssignale genau beobachten. Hierbei können sie Lerndispositionen der Kinder in den Blick nehmen, die für die Interaktionsgestaltung und für die kindlichen Lernprozesse sehr wichtig sind. Folgt man Carr´s (2001) Konzept der Lerndispositionen, lernen Kinder insbesondere dann, wenn sie interessiert und engagiert sind, d. h. wenn sie sich mit hoher Motivation und innerlich stark beteiligt auf eine Handlung oder eine Interaktion einlassen. Um die individuellen Ausdrucksfähigkeiten und Lerndispositionen von Kindern reflektieren zu können, müssen Erzieherinnen hinterfragen, ob Kinder in einer Situation interessiert, engagiert und bewegt „bei der Sache“ sind, wie sie sich verbal und nonverbal mitteilen und ob und welche Strategien Kinder nutzen, um mit Schwierigkeiten umzugehen. Darüber hinaus gilt es zu überprüfen, ob auch die Aufmerksamkeitsgesuche von ruhigeren und jüngeren Kindern erkannt werden. Schließlich sollte beobachtet werden, wie Kinder im Interaktionsverlauf auf die Fachkräfte reagieren und wie sie nach Abschluss einer Interaktion auf ihre Erzieherinnen wirken.

Die Reflexion der eigenen Sensitiven Responsivität
Die Arbeit an einem sensitiv-responsiven pädagogischen Verhalten bedeutet zudem, sich mit der eigenen Haltung und der Gestaltung der Beziehungen zu Kindern auseinanderzusetzen. Eine Methode, die sich hierfür besonders gut eignet, ist die Beantwortung der „Fragen der Kinder“. Die hypothetischen Fragen aus Kindersicht basieren auf dem neuseeländischen Ansatz der „Teaching Stories“ und wurden mit den Komponenten Sensitiver Responsivität verbunden. Sie sollen Erzieherinnen unterstützen, die Beziehungen zu Kindern zu reflektieren und feinfühliger zu gestalten.

Die Reflexion pädagogischer Situationen
Im Gegensatz zu pädagogischen Settings, die stark durch Erzieherinnen bestimmt und gelenkt werden, ziehen kindbestimmte Interaktionen eine Anregung kindlicher Lernprozesse nach sich. Aus diesem Resultat der Studie folgt, dass pädagogische Fachkräfte reflektieren müssen, ob sie Kindern genügend Raum geben, um sich auszuprobieren und sich mitzuteilen. Hierzu gehört es, Kindern zuzuhören, sie ausreden zu lassen und konsequent sowie mit zugewandter Körperhaltung, fortwährendem Blickkontakt und unterstreichenden Gesten die Signale der Kinder zu spiegeln. Bei jüngeren oder langsameren Kindern ist die Geduld der Fachkräfte gefragt, damit sie die Kinder nicht vorschnell unterbrechen und ihnen Handlungen oder Antworten vorweg greifen. Erzieherinnen müssen also auch inne halten und sich selbst unterbrechen, um Kinder zum Mitmachen und Mitreden anzuregen. Schließlich gilt es, im kollegialen Austausch die Ursachen für Unruhe und Ablenkungen zu ergründen und Situationen im Tagesablauf auszumachen, die sich gut für den Austausch mit Kindern nutzen lassen. Können pädagogische Fachkräfte einige Faktoren dieser Situationsumstände selbst zum Positiven wenden, sind ihnen bei der Gestaltung besserer Rahmenbedingungen jedoch die Hände gebunden. Hier sind die verantwortlichen Akteure dringend gefragt, wenn es ihnen tatsächlich um die Ermöglichung besserer Lernchancen von Kindern geht.

Die Literaturangaben sind über die Geschäftsstelle erhältlich.

Die Studie von Regina Remsperger „Sensitive Responsivität – Zur Qualität pädagogischen Handelns im Kindergarten“ ist im Januar 2011 im VS-Verlag, Wiesbaden, erschienen.

Dr. Regina Remsperger ist Dipl.-Sozialpädagogin (FH) und war Mitarbeiterin im Projekt „Bildungs- und Lerngeschichten“ des Deutschen Jugendinstituts e.V. in München. Derzeit arbeitet sie als freie Mitarbeiterin im Modellprojekt des Thüringer Ministeriums für Soziales, Familie und Gesundheit „Die Kindertagesstätte – ein Eltern-Kind-Zentrum“.

Untersuchungsdesign
Um die Sensitive Responsivität sowie die qualitativen Interaktionsabläufe und -strukturen zwischen pädagogischen Fachkräften und Kindern untersuchen zu können, wurden in einer ethnographischen Feldforschung teilnehmende und offene Videobeobachtungen in acht Kindertageseinrichtungen durchgeführt. Insgesamt wurden 39 Erzieherinnen in Interaktionen mit zwei- bis sechsjährigen Kindern gefilmt. Die wiederholte Betrachtung von 30 ausgewählten und vollständig transkribierten Interaktionssequenzen ermöglichte es, die unterschiedlichen Nuancen Sensitiver Responsivität detailliert zu beschreiben. In einem mehrstufigen Analyseverfahren konnte ergründet werden, inwiefern sich der „Grad“ der Sensitiven Responsivität im Verlauf einzelner Interaktionen verändert. Situations-, interaktions- und kontextabhängige Variablen sind hier zu berücksichtigen.