Zeitschrift frühe Kindheit – Archiv

Elternbriefe – sinnvolle Prävention zum günstigen Preis

Stiftung bietet Unterstützung bei der Verteilung an

Hunderttausende Mütter und Väter in Deutschland haben sie kennen und schätzen gelernt: die so genannten Eltern- oder Erziehungsbriefe, in denen Eltern zu zahllosen Fragen von der Schwangerschaft über die Geburt bis hin zur Pubertät ihres Kindes leicht verständlichen und kompetenten Rat erhalten. Diese einfache und im Vergleich zu anderen Maßnahmen besonders kostengünstige Form der Prävention ist jedoch vielerorts bedroht. Immer mehr Kommunen sehen sich aus Kostengründen nicht in der Lage, die Briefe den Eltern per Post nach Hause zu schicken. Die Stiftung für kompetente Elternschaft und Mediation bietet daher an, neue Wege der Verteilung mit einer Anschubfinanzierung zu unterstützen.

Elternbriefe des Arbeitskreis Neue Erziehung (ANE) e.V.

Die insgesamt 48 Elternbriefe (plus einige Sonderbriefe und deutsch-türkische Elternbriefe) des ANE werden von kommunalen Jugendämtern bzw. Landesjugendämtern aufgekauft und zielgruppengenau (d.h. orientiert am jeweiligen Alter des Kindes) an die Eltern kostenlos verteilt. Zusammen mit dem vierten Brief erhalten die Eltern eine Antwortkarte, mit der sie sich für den weiteren (ebenfalls kostenlosen) Bezug der Briefe entscheiden können.

In Berlin zum Beispiel tun dies 70% der Eltern, was die hohe Akzeptanz beweist. Zusätzlich zum Versand über die Jugendämter besteht die Möglichkeit der Bestellung über einen bundesweiten Zentralversand. Die Gesamtauflage der Elternbriefe liegt jährlich bei über vier Millionen Exemplaren.

Informationen: Arbeitskreis Neue Erziehung e.V., Boppstr. 10, 10967 Berlin
Tel.: 030-25 90 06-41, Fax: 030-25 90 06-50, www.ane.de

Erziehungsbriefe des Peter Pelikan e.V.

Es werden insgesamt 52 Erziehungsbriefe für die ersten zehn Lebensjahre des Kindes verteilt. Zusätzlich stehen neun Briefe für die Zeit der Schwangerschaft (die als Broschüre abgegeben werden) sowie Briefe zur religiösen Erziehung zur Verfügung. Weitere Briefe zu den Themen Pubertät sowie Kinder nach Trennung und Scheidung der Eltern sind in Vorbereitung. Die Gesamtauflage liegt bei 800.000 Exemplaren. Die Briefe werden regelmäßig überarbeitet und jährlich aktualisiert.

Die Erziehungsbriefe des Peter Pelikan e.V. werden von Jugendämtern und Gesundheitsämtern sowie von Beratungsstellen aufgekauft und zielgruppengenau (d.h. orientiert am jeweiligen Alter des Kindes) an die Eltern kostenlos verteilt.

Informationen: Peter Pelikan e.V., Elsässer Str. 32, 81667 München
Tel.: 089-82 97 98 90, Fax: 089-44 14 13 55, general essays for civil services academy

Neue Wege der Verteilung: Das Oberhausener Modell

In der Stadt Oberhausen wurde wegen der hohen Portokosten ein anderer Weg der Verteilung gefunden: Die ersten drei Elternbriefe werden in der Entbindungsklinik oder beim Standesamt ausgehändigt. Anschließend und bis zum Eintritt des Kindes in eine Kindertageseinrichtung erfolgt die Verteilung über die Praxen der Kinderärzte. Ab dem Alter von drei Jahren findet die Verteilung zunächst in der Kindertageseinrichtung und daran anschließend in den Grundschulen statt. Mit der Koordinierung der Bewerbung und Verteilung der Briefe wurde eine Honorarkraft beauftragt (ca. 300,- Euro pro Monat), die beim örtlichen Kinderschutzbund ansässig ist. Dies kann aber auch jede andere Organisation sein, der eine wirkungsvolle, rechtzeitige Präventionshilfe für den Erziehungsalltag am Herzen liegt, sei es die AWO, Erziehungsberatungsstellen, Familienbildungsstätten oder andere freie Träger. Verglichen mit den ungeheuren Kosten, die Kommunen später für Heimerziehung, Drogentherapien und ähnliches aufwenden müssen, ist die Investition in eine flächendeckende Verteilung der Elternbriefe nur ein winziger Bruchteil, mit der man vielen Eltern eine echte Hilfe bietet und rechtzeitig problematische Entwicklungen verhüten kann.

Städte und Gemeinden, die den aus pädagogischen Gründen sinnvollen altersgerechten Einzelversand zur Zeit nicht finanzieren können, haben die Chance, mit Hilfe einer Anschubfinanzierung durch die Stiftung für kompetente Elternschaft und Mediation die Verteilung nach dem so genannten Oberhausener Modell einzuführen, wenn sie dafür die organisatorischen Voraussetzungen schaffen.

Stiftung für kompetente Elternschaft und Mediation
Mulhofskamp 7, 45470 Mülheim
Fax: 0208-37 55-872