Zeitschrift frühe Kindheit – Archiv

Die neuen Kinderkrankheiten – Gesundheitsrisiken der jungen Generation

Grußwort von Ulla Schmidt, Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung

In den letzten Jahren hat sich die Gesundheitssituation unserer Kinder verändert. Während lebensbedrohende Infektionskrankheiten deutlich zurückgegangen sind, nehmen chronische Erkrankungen und andere komplexe Beeinträchtigungen immer weiter zu. Der Gebrauch von Alkohol, Tabak und illegalen Drogen ist weit verbreitet. Eine nicht unerhebliche Anzahl der Kinder und Jugendlichen ist seelisch krank. Die Bandbreite der Störungen ist weit. Emotionale und Verhaltensstörungen, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrome, Störungen des Sozialverhaltens, psychosomatische Störungen oder Psychosen sind keine Seltenheit mehr. Auch Krankheiten wie Allergien und Atemwegserkrankungen haben zugenommen. Die Ursachen sind vielfältig, sind zum Teil im Lebensstil oder auch in Umweltfaktoren zu suchen.

Das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung steuert mit einer Vielzahl von Maßnahmen und Projekten dem entgegen. Der Schwerpunkt neuer Maßnahmen ist dabei auf den Ausbau der Prävention gerichtet. In vielen Bereichen können Störungen und Krankheiten durch gezielte Prävention verhindert werden und dies um so effektiver, je früher diese einsetzt.

Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einem Präventionsgesetz, in dessen Rahmen Prävention zur eigenständigen Säule im Gesundheitssystem ausgebaut wird. Das Gesetz wird eine Präventionsstiftung vorsehen, zu der nicht nur die Gesetzliche Krankenversicherung, sondern auch die Renten-, Unfall- und Pflegeversicherung einen Finanzierungsbeitrag leisten. Die Stiftung soll Präventionsziele festlegen, Kampagnen entwickeln und durchführen und durch Förderung von Projekten, die die räumlichen und sozialen Besonderheiten der jeweiligen Zielgruppen – und insbesondere dabei der Kinder und Jugendlichen – berücksichtigen.

Daneben fördert und unterstützt das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung bereits eine Vielzahl von unterschiedlichen Präventionsprogrammen. Im Auftrag des Ministeriums ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in verschiedenen Bereichen aktiv. Beispielsweise mit dem Programm Umwelt und Gesundheit, mit Projekten im Rahmen des Aktionsbündnisses Allergieprävention, mit Projekten der Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder e.V.“ oder Projekten zur Fortentwicklung des Kinderfrüherkennungsprogramms.

Erfolgreich können wir aber nur sein, wenn alle in unserer Gesellschaft und insbesondere die Verbände und Organisationen wie die Deutsche Liga für das Kind unermüdlich für Aufklärung sorgen, damit dem Thema die nötige Aufmerksamkeit gewidmet wird. Im diesem Sinne wünsche ich der Tagung „Die neuen Kinderkrankheiten – Gesundheitsrisiken der jungen Generation“ ein erfolgreiches Gelingen. Mein Dank gilt allen, die sich für Gesundheit und Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen einsetzen.

Ulla Schmidt