Zeitschrift frühe Kindheit – Archiv

Buchrezensionen

Veränderungen gehören zum Leben

Pauline und ihre Oma haben eine ganz besondere Beziehung. Gemeinsam erleben die beiden eine Menge interessanter Dinge, und Pauli ist sehr stolz auf ihre Oma, die so lustig, lieb und mutig ist. Oma beschützt Pauli, wenn es gefährlich wird und spendet ihr Trost, wenn sie sich wehtut oder Mama schimpft. Doch auf einmal wird Oma sehr krank.

Das Bilderbuch „Mit Oma ist jetzt alles anders“ von Sybille und Jürgen Rieckhoff erzählt in kurzen Sätzen und cartoonhaften Bildern von der Beziehung zwischen Pauline und ihrer Oma, bevor und nachdem die Großmutter zum Pflegefall wird. Es thematisiert die Verwirrung und Überforderung, wenn ein geliebter Mensch plötzlich ein anderes, unverständliches Verhalten zeigt, möchte jedoch keine Angst machen, sondern im Gegenteil zeigen, dass auch in schwierigen und Angst einflößenden Situationen eine liebevolle Beziehung bestehen bleiben und sich weiterentwickeln kann.
Pauline wird nicht als schwaches, passives Wesen gezeigt, sondern als starke Persönlichkeit, die Lebensfreude vermittelt. Sie überwindet ihre Einschüchterung, als Oma plötzlich nicht mehr redet und wie gewohnt auf sie reagiert, und akzeptiert die vertauschten Rollen. Nun ist sie es, die der Großmutter all die schönen, lustigen Dinge zeigt, die es auf der Welt gibt. Und sie bleibt bei ihrer Meinung, dass ihre Oma die beste Oma der Welt ist.
Je jünger ein Kind ist, desto unbefangener geht es mit einer veränderten Situation um. Dadurch kann es seinen Eltern etwas von ihren Ängsten nehmen, die oft den Blick auf die unbeschwerten und lustigen Momente des Alltags versperren. Mit seiner positiven Herangehensweise ist das Buch sowohl für Kinder im Kindergartenalter als auch für Eltern gut geeignet.

Katharina Buck

Sybille Rieckhoff / Jürgen Rieckhoff
Mit Oma ist jetzt alles anders
Thienemann Verlag 2007
32 Seiten
12,90 €

Einladung zum Gespräch zwischen Jung und Alt

Wie mag es sich anfühlen, älter zu werden? Muss Musik laut sein, damit man sie genießen kann? Wo seid ihr gewesen, als die Mauer fiel? An Themen für Gespräche zwischen Jung und Alt mangelt es nicht. Oft jedoch müssen erst Gelegenheiten geschaffen werden, um den Dialog in Gang zu bringen.

Die gemeinsam von der Stiftung Lesen und dem nordrhein-westfälischen Generationenministerium herausgegebene Broschüre „Lesespaß für alle. Literarische Tipps zum Projekt «Lesen verbindet Generationen»“ will Gespräche zwischen den Generationen anregen. Lesetipps für jedes Alter sollen das Kennenlernen über die Altersgruppen hinweg erleichtern. Die dahinter stehende Idee ist verblüffend einfach: Angehörige einer Generation laden die jeweils anderen ein, um ihnen aus guter Lektüre vorzulesen und anschließend darüber ins Gespräch zu kommen.
Der literarische Bogen ist weit gespannt. Die Empfehlungen reichen von historischen und biografischen Erzählungen über Märchen- und Gedichtbände bis hin zu Abenteuer- und Sachbüchern. Die klug ausgewählten und nach Themen gegliederten Bücher werden jeweils in wenigen Sätzen vorgestellt. Eine Broschüre, die Lust macht auf interessante Gespräche quer zu den Generationen.

Dr. Jörg Maywald

Stiftung Lesen und Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen (Hg.)
Lesespaß für alle
Literarische Tipps zum Projekt „Lesen verbindet Generationen“
Kaiserslautern 2007
52 Seiten
Bestellungen unter www.stiftunglesen.de