Zeitschrift frühe Kindheit – Archiv

Buchrezensionen

Gemeinsam sind wir stark!

Eine kleine Maus macht sich auf den Weg in die große weite Welt, um Neues zu entdecken. Auf ihrem Weg freundet sie sich mit anderen Tierkindern an. Jedes kann etwas anderes besonders gut. Zusammen kommen sie zu dem Schluss: Nur gemeinsam sind wir stark!

Eine pfiffige kleine Maus, die immer wieder über ihr zu kurz gewachsenes Bein stolpert, trifft auf ihrer Reise ein fast blindes Maulwurfsmädchen, das sehr gut riechen kann, einen Frosch, der ganz toll turnen, aber nicht so gut hören und sprechen kann, einen kleinen ängstlichen Igel, der mit seinen Stacheln zu einem guten Beschützer wird und ein Amselmädchen, das für alle spricht. Als sie gemeinsam ein Hindernis bewältigen, indem jedes Tierkind seine besonderen Fähigkeiten einbringt, beschließen sie, ab jetzt immer füreinander da zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen.

Nicht die Behinderung des Einzelnen steht im Vordergrund, sondern das Anders-Sein. Jeder ist etwas Besonderes mit seinen individuellen Stärken und Schwächen und jeder kann sich auf seine Weise in die Gemeinschaft einbringen. Das gelingt den Tierkindern, weil sie sich gegenseitig in ihrem Anders-Sein so annehmen, wie sie sind. Damit vermittelt das Buch die Grundvoraussetzung für ein gleichberechtigtes Miteinander und die Relativität des Begriffs „Behinderung“.

Die Autorin und ehemalige Kindergarten-Pädagogin Brigitte Weninger und die Illustratorin Eve Tharlet bringen mit der humorvollen und unterhaltsamen Geschichte und den warmherzigen Bildern Themen wie Toleranz, Behinderung, Anders-Sein und Gemeinschaft auf ansprechende und kindgerechte Weise nahe.

Ein besonderes Extra sind die Spielvorschläge zum Schwerpunkt „Soziales Lernen“, die sich auf die Geschichte des Buches beziehen und kostenlos auf der Internet-Seite des Verlages heruntergeladen werden können.

Annegret Bockelmann

Brigitte Weninger & Eve Tharlet
Einer für Alle – Alle für Einen!
minedition 2005
28 Seiten
12,90 €

Lebenshilfe für junge Eltern

Was fühlen Eltern, wenn sie erfahren, dass mit ihrem Kind etwas „nicht in Ordnung“ ist? Wie geht es Geschwistern von Kindern mit Behinderung? Was empfinden Großeltern? Wie kommen türkische Eltern in Deutschland zurecht, wenn ihr Kind mit einer Behinderung aufwächst?

Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen sind für betroffene Eltern nicht leicht zu finden. Viele Informationen sind weit verstreut. Im Dschungel der Angebote und Zuständigkeiten fällt Orientierung schwer.

Der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V. ist es gelungen, hier Abhilfe zu schaffen. Die Broschüre „Unser Kind. Das InfoMagazin der Lebenshilfe für junge Eltern“ enthält einen bunten Mix aus einfühlsamen Reportagen und kompakter Information. Die ganze Welt des Lebens mit einem behinderten Kind wird aufgeblättert, vom Chaos der Gefühle zu Beginn über die Suche nach geeigneten Fördermöglichkeiten bis zum gemeinsamen Spielen und Lernen in Kindergarten und Schule.

Bereits beim ersten Blättern durch das reich bebilderte Heft wird deutlich: Eltern, Kinder, Berater und Therapeuten bringen hier ihr Wissen zusammen und verbreiten eine optimistische Atmosphäre, die Mut macht. Ein „Muss“ für alle Eltern, die mit einem Kind mit geistiger Behinderung leben.

Dr. Jörg Maywald

Das InfoMagazin der Lebenshilfe für junge Eltern
Unser Kind
Lebenshilfe-Verlag Marburg
144 Seiten
5,- €