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Newsletter Nr. 349 vom 5. März 2010

(1) Kinderkommission begrüßt die Einrichtung von Kinderanlaufstellen
Den Mitgliedern der Kinderkommission ist es ein wichtiges Anliegen, dass auch in den Bundesländern die Kinderinteressen durch Kinderanlaufstellen – sei es als Kinderbeauftragte/r oder als Kinderkommission – wahrgenommen werden. So kann erreicht werden, dass auch länderspezifische Themen kindergerecht behandelt werden. Damit steht den Kindern und den Verbänden und Organisationen, die sich für die Interessen und Bedürfnisse der Kinder einsetzen, ein Ansprechpartner und Sprachrohr auch auf der im politischen Gefüge so bedeutsamen Landesebene zur Verfügung.
Im Bayerischen Landtag hat sich am 24. November 2009 eine Kinderkommission konstituiert. Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages hat diese Vertretung der Kinderinteressen in Bayern mit großem Wohlwollen begrüßt.
Die Kinderkommission des Deutschen Bundestages wünscht den Initiativen in den übrigen Bundesländern, wie beispielsweise in Niedersachsen, viel Erfolg bei ihrem Bemühen, diesem Beispiel zu folgen.
Eckhard Pols, der Vorsitzende der Kinderkommission, erklärt: „Während der zwanzig Jahre Kinderkommission des Deutschen Bundestages hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, dass sich die Politik der Belange der Kinder annimmt. Kinder sind die Zukunft unseres Landes, diese sollten wir gemeinsam mit ihnen gestalten.“
Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Bundestages vom 4.3.2010

(2) SPD-Fraktion: Kinderlärm keine schädliche Umwelteinwirkung
Die Bundesregierung soll im Bundes-Immissionsschutzgesetz klarstellen, „dass Kinderlärm in der Regel keine schädliche Umwelteinwirkung im Sinne dieses Gesetzes darstellt“. Dies fordert die SPD-Fraktion in einem Antrag (17/881), der am 4. März auf der Tagesordnung des Deutschen Bundestages steht. Kinderlärm, so schreiben die Abgeordneten weiter, sei als Ausdruck natürlicher Lebensäußerung von Kindern grundsätzlich sozial adäquat und mit anderen Nutzungen verträglich. Kinderlärm könne somit auch in Wohngebieten keine schädliche Umwelteinwirkung darstellen. Kindertagesstätten sollten daher in reinen Wohngebieten für zulässig erklärt werden.
Als Begründung für ihren Antrag verweist die SPD-Fraktion auf Klagen von Anwohnern gegen Kindertagesstätten, die in Einzelfällen zur Schließung dieser Einrichtungen geführt hätten. Grundlagen für diese Gerichtsentscheidungen seien unter anderem Bestimmungen im Immissionsschutzrecht gewesen. Dass die Baunutzungsverordnung im Übrigen für Anlagen für soziale Zwecke nur eine ausnahmsweise Zulässigkeit in reinen Wohngebieten vorsehe, widerspreche dem fundamentalen Bedürfnis von Familien, Kindertagesstätten möglichst in unmittelbarer Nähe zu haben.
Quelle: heute im bundestag vom 4.3.2010

(3) UNICEF und ECPAT: Kinderpornografie in digitalen Netzen wirksam bekämpfen!
Nach der Unterzeichnung des Gesetzes zur Bekämpfung von Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen durch Bundespräsident Horst Köhler fordern UNICEF und ECPAT die Bundesregierung auf, unverzüglich konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um Kinderpornografie aus digitalen Netzwerken zu verbannen. Da die Bundesregierung angekündigt hat, das nun in Kraft tretende Gesetz nicht anwenden zu wollen, ist sie verpflichtet, Alternativen aufzuzeigen und umzusetzen.
„Jedes kinderpornografische Bild im Netz verletzt nach dem Missbrauch noch einmal massiv die Würde eines Kindes“, sagte die Geschäftsführerin von UNICEF Deutschland, Regine Stachelhaus. „Die Bundesregierung muss jetzt darlegen, wie sie den Kinderschutz im Netz gewährleisten will. Es geht nicht an, die Sperrung kinderpornografischer Inhalte zu verhindern und wirksame Schritte zur Löschung dieser kriminellen Bilder auf die lange Bank zu schieben. Der Schutz vor sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche muss im gesamten Bereich der Neuen Medien verankert werden.“
Mechtild Maurer, Geschäftsführerin von ECPAT Deutschland e.V. weist darauf hin, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarte Löschung statt Sperren nicht zur Verbesserung der bisherigen Situation beiträgt. Denn gelöscht wurde schon bisher, wenn der betreffende Server im Inland stand. Problematisch sind die im Ausland gehosteten Seiten.
UNICEF und ECPAT begrüßen ausdrücklich die Stellungnahme des Bundespräsidenten vom 17. Februar, der davon ausgeht, dass die Bundesregierung entsprechend ihrer Stellungnahme vom 4. Februar 2010 Kinderpornografie im Internet effektiv und nachhaltig bekämpft.
Um das kriminelle Geschäft mit Kinderpornografie zu stoppen, ist ein Bündel von Maßnahmen notwendig. Insbesondere muss die internationale Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden verbessert werden. Viele kinderpornografische Bilder befinden sich auf ausländischen Servern. Werden sie entdeckt, müssen die betroffenen Länder dazu gebracht werden, die Täter aufzuspüren und gegen diese vorzugehen. Die Bundesregierung muss sich hier für internationale Standards einsetzen.
Im Kampf gegen Kinderpornografie muss auch dringend die Informationslage verbessert werden. Bis heute ist das tatsächliche Ausmaß der weltweiten Ausbeutung unbekannt, weil die Täter im Verborgenen handeln und kriminelle Netzwerke nutzen. So gibt es bisher nur bruchstückhafte Informationen über die Nutzungshäufigkeit, Nutzungsstrategien und die Organisation der verbrecherischen Netzwerke. Deutschland hat sich bereits auf dem von UNICEF und ECPAT mit initiierten dritten Weltkongress gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen in Rio im Jahr 2008 verpflichtet, verstärkt gegen Kinderpornografie, Kinderhandel und Kinderprostitution vorzugehen.
Weitere Informationen auch unter www.unicef.de und www.ecpat.de
Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung von UNICEF und ECPAT vom 18.2.2010

(4) Deutscher Familienverband gründet Kuratorium
Unter Vorsitz der ehemaligen Bundesfamilienministerin Renate Schmidt ist das neu gegründete Kuratorium des Deutschen Familienverbandes zu seiner ersten Sitzung zusammengekommen. Mit der Gründung des Kuratoriums ist es dem Deutschen Familienverband gelungen, bekannte und engagierte Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften sowie Medien zu gewinnen. Mitglieder in dem neu gegründeten Gremium, das den Verband in zentralen konzeptionellen und inhaltlichen Fragen begleiten und beraten wird, sind neben der ehemaligen Bundesfamilienministerin Renate Schmidt der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske, der ehemalige Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie Prof. Dr. Hans-Olaf Henkel, die Vizepräsidentin des Europäische Parlaments Dr. Silvana Koch-Mehrin, die Bundestagsabgeordneten Johannes Singhammer und Elisabeth Winkelmeier-Becker sowie Dr. Susanne Mayer, Redakteurin der Wochenzeitung DIE ZEIT.
„Familien in ihrer bunten Gesamtheit mit ihrer hohen Bedeutung für die Zukunft unseres Landes und mit ihrer nach wie vor ungebrochenen Leistungskraft müssen im Zentrum unseres Handelns stehen. Das Kuratorium bietet die Chance, Personen aus ganz verschiedenen Bereichen der Gesellschaft an einen Tisch zu holen, um über Familienpolitik zu reden, Ideen zu entwickeln und Menschen Lust auf Familie zu machen. Ich erwarte mir von unserer Arbeit wichtige Impulse für den Verband und für die Familienpolitik in unserem Land“, so Kuratoriumsvorsitzende Renate Schmidt auf der konstituierenden Sitzung.
Auch der Präsident des Deutschen Familienverbandes Dr. Albin Nees betonte die Bedeutung des Kuratoriums für die künftige Arbeit des Verbandes. „Unser großes Ziel ist ein neuer Solidarpakt für Familien – eine Gemeinschaftsanstrengung, die der historischen Herausforderung des Gemeinschaftswerkes zwischen Ost und West nach der Wiedervereinigung gleicht und alle politischen Ebenen und gesellschaftlichen Kräfte bündelt. Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, dafür wichtige Mistreiter gewonnen zu haben“, so Verbandspräsident Albin Nees.
Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Familienverbandes vom 2.3.2010

(5) Renate Schmidt: Chancen für familiengerechte Arbeitsformen nutzen
Anlässlich der gerade angelaufenen Computermesse CeBit fordert die Kuratoriumsvorsitzende des Deutschen Familienverbandes, Ex-Bundesfamilienministerin Renate Schmidt von Unternehmen und Gewerkschaften verstärkte Anstrengungen beim Einsatz moderner Technik, um Familien die Arbeit von zu Hause aus und damit mehr Arbeitszeitflexibilität zu ermöglichen: „Ich wünsche mir eine Unterstützung solcher Arbeitsformen, die selbstbestimmtes, mit Familie gut zu vereinbarendes Arbeiten erlauben und Eltern mehr Zeit für ihre Kinder geben. Dabei geht es nicht um die Heimarbeit alten Stils oder eine Auslagerung der Zeitbedürfnisse von Eltern und Kindern aus dem Betrieb, sondern um eine Entzerrung der Arbeitszeit, die von der Familie her denkt und sowohl dezentrales Arbeiten als auch Arbeiten im Betrieb erlaubt“, so Renate Schmidt auf der Sitzung des Verbandskuratoriums.
Obwohl die Bedeutung flexibler Arbeitsgestaltung seit Jahren diskutiert wird, bietet noch immer nur ein kleiner Prozentsatz der Unternehmen familiengerechte Telearbeit an. „Hier besteht ein enormer Nachholbedarf, im Interesse der Familien, aber auch der Wirtschaft und der Informations- und Kommunikationsindustrie in Deutschland, die davon nur profitieren können“, so Renate Schmidt, die auch entsprechende Initiativen der Gewerkschaften für eine betriebliche Familienpolitik in Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen einfordert.
„Natürlich kann Telearbeit alleine nicht alle Zeitprobleme von Familien lösen – aber als Teil einer durchdachten familienorientierten Personalpolitik bietet sie Familien die Chance, den täglichen Zeitstress zu entzerren und mehr Gestaltungsfreiheit für ihr Leben zu gewinnen“, so die Kuratoriumsvorsitzende Renate Schmidt.
Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Familienverbandes vom 3.3.2010

(6) Betroffen sind Viele – Seltene Erkrankungen in der Kinder- und Jugendmedizin
„In den letzten Jahren hat sich auf dem Gebiet der Seltenen Erkrankungen außerordentlich viel getan“, konstatiert Fred Zepp, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), mit Blick auf den Tag der Seltenen Erkrankungen am 28. Februar. „Gut 80 Prozent dieser Krankheitsbilder sind genetisch bedingt, und nahezu die Hälfte tritt bereits im Kindes- und Jugendalter auf, oft schon bei Geburt oder in den ersten Lebensjahren. Die wissenschaftliche Herausforderung für die Kinder- und Jugendmedizin ist daher enorm“, sagt Zepp, „aber auch der Bedarf an medizinischer Versorgung von Seltenen Erkrankungen konzentriert sich in keinem anderen medizinischen Fach so sehr wie in der Pädiatrie.“
Als „selten“ werden Erkrankungen bezeichnet, die nicht mehr als fünf von 10.000 Menschen betreffen – von den rund 30.000 bekannten Krankheiten werden immerhin 7.000 bis 8.000 als selten eingestuft, in Deutschland sind dies geschätzte vier Millionen Betroffene!
Trotz aller Forschungserfolge bleibt die Diagnosestellung für den Einzelnen häufig schwierig und dauert nicht selten zu lange. Hier liegt eine der Herausforderungen für die Kinder- und Jugendärzte. Darüber hinaus gilt es, eine sehr gute medizinische Versorgung der an Seltenen Erkrankungen leidenden Patienten sicher zu stellen – was derzeit nicht hinreichend der Fall sei, betont die DGKJ.
„Die Betreuung von Patienten mit Seltenen Erkrankungen übernehmen in der Pädiatrie vor allem die Spezialambulanzen der Hochschulkliniken. Die Behandlung erfolgt dort ambulant, was ein großer Vorteil für die Kinder ist“, erläutert der DGKJ-Präsident Prof. Dr. Zepp. „Hier findet sich das hoch spezialisierte Fachwissen über komplexe Erkrankungen – für die Betroffenen meist die einzige medizinische Anlaufstelle. Dennoch ist diese kompetente Versorgungsstruktur keineswegs gesichert, denn die Spezialambulanzen sind fast durchweg defizitär und geraten daher innerhalb der Kliniken zunehmend unter Druck.“
In den letzten Jahren hat der Gesetzgeber begonnen, Abrechnungsmöglichkeiten für hoch spezialisierte Leistungen zu schaffen, allerdings sind diese extrem eingeschränkt wie § 116b SBG V oder § 120 Absatz 1a SGB V. Gerade der letzte Paragraf, der die Situation der pädiatrischen Ambulanzen verbessern sollte, wird von Seiten der Kostenträger so ausgelegt, dass nur ein geringer Anteil der Ambulanzen erfasst wird und die Hochschulambulanzen hier unberücksichtigt bleiben.
Die DGKJ begrüßt die Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit, ein Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen zu etablieren. Die Fachgesellschaft erhofft sich davon mehr Aufmerksamkeit für ein medizinisch komplexes Thema, aber auch befriedigende Lösungswege für die finanzielle Problematik der Ambulanzen, die für die Versorgung eine so überaus wichtige Rolle einnehmen, wie 2009 von einer Studie des Bundesministeriums für Gesundheit selbst festgestellt.
„`Orphan Diseases´, bis vor wenigen Jahren noch als Waisenkinder der Medizin bezeichnet, sind zwischenzeitlich in das Zentrum der pädiatrischen Forschung und Versorgung getreten“, meint Prof. Dr. Fred Zepp. Dies sei in Deutschland ganz wesentlich der Organisation „ACHSE“ (Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen) und deren engagierter Schirmherrin Eva Luise Köhler zu verdanken. Auch der nach ihr benannte Forschungspreis trägt viel zur Verbesserung und Verbreitung von äußerst komplexen Forschungsvorhaben bei.
Der „Tag der Seltenen Erkrankungen“ wurde in diesem Jahr erstmals von europäischer Perspektive abgelöst und international ausgerufen: Dies entspricht auch dem Stand der pädiatrischen Forschung, denn die Wissenschaft ist in diesem höchst anspruchsvollen Bereich ohnehin auf weltweite Zusammenarbeit ausgelegt.
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ) vom 25.2.2010

(7) Zwei neue Online-Informationsportale zur Gesundheitsförderung
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erweitert ihr Internetangebot um zwei neue Datenbanken im Bereich der Gesundheitsförderung. Mit den Portalen „Wegweiser Gesundheitsförderung“ (www.wegweiser.bzga.de) und „Leitbegriffe der Gesundheitsförderung“ (www.leitbegriffe.bzga.de) werden zwei bisher nur als Drucksachen verfügbare Publikationen ab sofort im Internet bereitgestellt.
Die beiden Datenbanken helfen Lehrenden, Studierenden und in der Prävention tätigen Fachkräften in Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Gesundheitsberufen etc., innerhalb kurzer Zeit einen Überblick über wichtige Träger und Akteure sowie Fachbegriffe der Gesundheitsförderung zu erhalten.
Das Portal Wegweiser Gesundheitsförderung stellt mehr als 200 überregional tätige Fachinstitutionen vor, die bundesweit Medien, Fortbildungen und Beratungen zur Gesundheitsvorsorge anbieten. Es versteht sich als „Kompass“ in der unübersichtlichen Institutionen-Landschaft der Gesundheitsförderung und erleichtert die Suche nach geeigneten Angeboten, Trägern, Kooperationspartnern und Veranstaltungen.
Das Portal Leitbegriffe der Gesundheitsförderung ist ein Glossar, in dem die 92 wichtigsten Begriffe, Konzepte und Erklärungsmodelle im Bereich Gesundheitsförderung definiert und ausführlich erläutert werden. Damit leistet das Glossar einen Beitrag, um Begrifflichkeiten aus der Gesundheitsförderung im deutschsprachigen Raum zu systematisieren und übersichtlicher zu gestalten. Beide Datenbanken werden fortlaufend aktualisiert und erweitert.
Die Online-Angebote sind ab sofort unter www.leitbegriffe.bzga.de und www.wegweiser.bzga.de erreichbar.
Quelle: Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom 2.03.2010

(8) Tipps für Eltern: Wo für Babys Unfallgefahren lauern
Endlich Nachwuchs! Mit der Geburt eines Kindes sind Paare plötzlich Familie und finden sich in einem komplett neuen Alltag wieder. Zu diesem Alltag gehören auch Unfallgefahren, an die man zuvor gar nicht gedacht hatte. Für Säuglinge stellen Verbrühungen, das Ertrinken und Stürze die größten Risiken dar.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Berlin, und die Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH), Hamburg, raten frisch gebackenen Eltern, auf diese Punkte zu achten:
Baden und heißer Kaffee: Verbrühungen führen oft zu schmerzhaften Wunden und hinterlassen oft Narben, die ein Leben lang sichtbar sind und behandelt werden müssen. Auf der empfindlichen Kinderhaut verursacht bereits eine 54 Grad Celsius heiße Flüssigkeit nach kürzester Zeit Verbrennungen dritten Grades. Deshalb kann schon eine Tasse mit heißem Tee oder Kaffee bis zu dreißig Prozent der Hautoberfläche eines Säuglings verbrühen.
Tipps: Verzichten Sie beim Stillen oder dann, wenn das Baby auf dem Schoß sitzt, auf Heißgetränke (Tee, Kaffee) oder eine heiße Suppe. Stellen Sie den Temperaturbegrenzer für Heißwasser auf 37 Grad Celsius ein. Prüfen Sie vor dem Baden des Kleinkindes die Wassertemperatur mit dem Thermometer oder Ihrem Unterarm, bevor Sie das Kind in die Wanne setzen. Lassen Sie während des Badens kein heißes Wasser nachlaufen. Füllen Sie kein kochendes Wasser in die Wärmflasche. Wickeln Sie die Wärmflasche in ein Tuch ein. Heißer Inhalt, lauwarme Flasche: Der Inhalt von in der Mikrowelle aufgewärmten Fläschchen kann sehr heiß sein, obwohl das Glas der Flasche nur lauwarm ist. Prüfen Sie die Temperatur, bevor Ihr Kind sich Mund und Rachen verbrüht.
Beim Baden dürfen Babys und Kleinkinder nicht allein gelassen werden. Das gilt auch für die Kinderbadewanne oder den Kinderwannen-Aufsatz: Auch dort können die Kleinen mit dem Kopf unter Wasser kommen und lautlos und unbemerkt von den Eltern innerhalb weniger Minuten ertrinken. Tabu sind Baby-Badesitze, in denen das Kind in der großen Wanne umher schwimmt: Das Kind kann mit dem Sitz umkippen und ertrinken, wenn es ohne Aufsicht ist.
Badetücher, Windeln oder Kleidung, die nach dem Baden benötigt werden, sollten vor dem Bad nahe der Wanne deponiert werden. Dann ist nach dem Bad alles zur Hand und das Baby bleibt nicht allein in der Wanne, während Papa oder Mama die nötigen Siebensachen zusammensucht.
Stürze vom Wickeltisch können Knochenbrüche, Schädelprellungen und innere Blutungen verursachen. Ein vom Wickeltisch gestürztes Kind sollte daher immer einem Unfallarzt vorgestellt werden, auch wenn sich zunächst keine Symptome zeigen. Stürze vom Wickeltisch häufen sich ab dem 5. Lebensmonat, wenn der Säugling gelernt hat, sich zu drehen.
In Deutschland werden Babys und Kleinkinder traditionell auf dem Wickeltisch gewickelt. Dabei wäre eine weiche Decke auf dem Fußboden weitaus sicherer: Das Kind kann nicht herunterstürzen, es gibt keine scharfen Kanten und es ist viel Platz da zum Wickeln und Turnen. Wer sich für den Wickeltisch entscheidet, sollte einen großen Tisch (etwa 70 cm x 80 cm) mit gerundeten Ecken anschaffen und ihn in die Zimmerecke stellen – dann sind bereits zwei Seiten durch die Wände gesichert.
Teppiche oder besser kleine Kissen, die um den Wickeltisch herum liegen, können einen eventuellen Sturz des Babys abfedern. Vor dem Wickeln sollte alles Nötige in Griffweite liegen. Eine Hand ist immer am Kind, das gilt auch für Babys unter fünf Monaten: Sie können vom Wickeltisch fallen, wenn sie tüchtig zappeln. Selbst Neugeborene darf man nicht alleine auf dem Wickeltisch lassen. Wenn das Telefon läutet oder es an der Haustür klingelt, nehmen Sie das Kind mit oder legen Sie es auf den Boden (Teppich oder Teppichboden). Oder: Ignorieren Sie das Telefon – das Kind ist wichtiger!
Weitere Informationen bietet die kostenlose Broschüre „Zu Hause sicher leben. Gefahren erkennen, Unfälle vermeiden“, herausgegeben von GDV und DSH.
Bestelladresse: DSH, Holsteinischer Kamp 62, 22081 Hamburg oder: bestellung@das-sichere-haus.de
Quelle: ots-Originaltext: DSH – Aktion Das Sichere Haus vom 3.3.2010

(9) Vor zehn Jahren wurde aus der Aktion Sorgenkind die Aktion Mensch
„Von der Aktion Sorgenkind zur Aktion Mensch, das war und ist viel mehr als nur die Änderung eines Namens. Mit diesem Schritt wollte die Aktion Mensch im Jahr 2000 eine neue Sichtweise über Menschen mit Behinderungen etablieren: weg von Sorgenkindern, um die man sich kümmert, hin zu gleichberechtigten Mitbürgern“, erklärt Martin Georgi, Vorstand der Aktion Mensch, zum Jubiläum der Namensänderung.
Auf den Tag genau vor zehn Jahren gab sich die Aktion Mensch den neuen Namen. Ziel war und ist, die Stellung von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft zu verändern: weg von Ausgrenzung – hin zur Einbeziehung aller, weg von Mitleid – hin zu Teilhabe und Anerkennung. Dazu Georgi weiter: „Gemeinsam von Anfang an, das ist unsere Vision, die schon vor zehn Jahren so gültig war wie heute. Die Aktion Mensch streitet für das uneingeschränkte Recht auf Teilhabe an der Gesellschaft für Menschen mit Behinderungen. Deshalb unterstützen wir Projekte die zeigen, dass und wie Inklusion gelingt.“
Inklusion – der Begriff steht für den Anspruch, Menschen mit Behinderung von vorneherein als Teil der Gesellschaft zu begreifen. Es geht darum, jedem in seiner Besonderheit Teilhabe zu ermöglichen. Konkret bedeutet das: gleiche Chancen für alle im Bildungssystem, am Arbeitsmarkt, bei Wohnmöglichkeiten und der Zugänglichkeit von Arztpraxen, Internetangeboten oder Universitäten. Um das durchzusetzen, initiiert die Aktion Mensch auch gezielte Aufklärungskampagnen, wie beispielsweise im Rahmen des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai.
Kritik an dem Begriff „Sorgenkind“ war bereits in den 1980er Jahren laut geworden. Insbesondere Menschen mit Behinderungen und ihre Selbsthilfeorganisationen wiesen energisch auf ein grundlegendes Problem hin: Sie wollten keine Fürsorge, sondern ein gleichberechtigtes Miteinander. Diese Forderung griff die Aktion Mensch mit ihrer Kampagne „Ich will kein Mitleid, ich will Respekt“ in den 1990er Jahren auf. Im Jahr 2000 gab sich die Sozialorganisation nicht nur einen neuen Namen, sondern veränderte auch ihre Förderpolitik. Seitdem fördert die Aktion Mensch auch Projekte, die Menschen mit Behinderungen den Eintritt in den so genannten ersten Arbeitsmarkt ermöglicht oder die gemeindenahes Wohnen für Menschen mit Behinderung realisieren.
Hintergrundinformationen zum zehnten Jahrestag der Namensänderung finden Sie im Pressebereich unter www.aktion-mensch.de/presse.
Die Aktion Mensch ist die größte private Förderorganisation im sozialen Bereich und eine der erfolgreichsten sozialen Organisationen in Deutschland. Sie setzt sich ein für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen und unterstützt darüber hinaus Kinder- und Jugendprojekte sowie sozial benachteiligte Menschen in Deutschland. Möglich machen dies vier Millionen Menschen, die sich regelmäßig an der Aktion Mensch-Lotterie beteiligen. Aus deren Einnahmen flossen im Jahr 2009 rund 166 Millionen Euro an mehr als 13.000 Projekte in ganz Deutschland.
Quelle: ots-Originaltext: Aktion Mensch vom 1.3.2010

(10) 5. Mai – Internationaler Hebammentag: „Die Welt braucht Hebammen, mehr denn je“
„Die Welt braucht Hebammen, mehr denn je“, lautet das Motto der Internationalen Hebammenvereinigung.
Dass in Afghanistan, Haiti und Eritrea mehr Hebammen denn je gebraucht werden, scheint allen klar, denn die Betreuung der Mütter und Kinder ist in diesen Armutsländern unzureichend. Aber auch in Deutschland ist eine gute Versorgung von Müttern und Kindern – trotz sinkender Geburtenrate – nur scheinbar sicher gestellt. Auf der einen Seite existiert eine Überversorgung gesunder Schwangerer im medizinisch-technischen Bereich, auf der anderen Seite fehlt Personal, um dem großen Bedürfnis der Frauen nach Selbstbestimmung gerecht zu werden.
„Es klingt paradox, aber es ist wirklich so. Wir brauchen mehr Hebammen, denn je“, fordert Martina Klenk, die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes. Anders als früher haben Frauen heute in der Schwangerschaft einen größeren Beratungsbedarf, weil sie mit einer Flut von Informationen überschüttet werden und oft nicht wissen, wie sie sich entscheiden sollen. In den gynäkologischen Praxen ist für ausführliche Gespräche keine Zeit. Deshalb werden die Frauen häufig an Hebammen verwiesen.
„Aber auch nach der Geburt haben wir einen erhöhten Betreuungsbedarf“, so die Präsidentin. Während der letzten Jahre ist die Verweildauer nach einer Geburt im Krankenhaus drastisch gesunken. Oft werden die Frauen wenige Stunden nach der Geburt oder schon wenige Tage nach einem Kaiserschnitt entlassen. Das führt zu einem erhöhten Betreuungsbedarf im häuslichen Wochenbett durch freiberufliche Hebammen. An denen könnte es bald schon mangeln. Wegen der problematischen Einkommenssituation und den rasant steigenden Haftpflichtprämien sind in den letzten zwei Jahre bereits 10 Prozent der Hebammen aus der Geburtshilfe ausgestiegen. Das führt heute schon dazu, dass vor allem im ländlichen Raum und in den grenznahen Gebieten der neuen Bundesländer eine Versorgung mit Hebammenleistungen nicht mehr sicher gestellt werden kann. Seit vielen Monaten fordert der Deutsche Hebammenverband die politisch Verantwortlichen dazu auf, endlich Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Hebammen ihrem Versorgungsauftrag gegenüber schwangeren Frauen und ihren Familien nachkommen können. Aber bisher ist nichts Entscheidendes geschehen.
„Es ist wirklich 5 vor 12 und nicht nur ein symbolischer Akt, wenn wir am Internationalen Hebammentag um diese Uhrzeit bundesweit Luftballons fliegen lassen. Mit den Flyern an den Luftballons rufen wir die Menschen dazu auf, unsere E-Petition im Internet zu unterschreiben. Wir brauchen 50.000 Unterschriften innerhalb von drei Wochen, damit sich der Petitionsausschuss mit der drohenden Versorgungslage von Müttern und ihren Neugeborenen im Land befasst. Der Hebammenverband ist dabei auf die Solidarität aller angewiesen, denn wie Kinder geboren werden geht alle etwas an“, so die Präsidentin des Hebammenverbandes.
Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Hebammenverbandes vom 1.2.2010

(11) Deutsches Kinderhilfswerk ruft zu Ideenwettbewerb auf
Unter dem Motto „Kinderrechte – Kinderkunst: Kinderarmut im Alltag erlebt“ ruft das Deutsche Kinderhilfswerk Kinder und Jugendliche auf, pfiffige Ideen aller Art einzureichen. Dazu Dr. Heide-Rose Brückner, Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderhilfswerkes: Wie sehen bzw. erleben Kinder und Jugendliche das Thema Kinderarmut? Wie gehen sie im Alltag damit um? Wir suchen Kinder und Jugendliche, die sich auf künstlerische Art mit diesem Thema auseinandersetzen. Es können die vielfältigsten Ideen bei uns eingereicht werden. Entweder als Song, als Gedicht oder Geschichte, Tanz oder Theaterstück, Plastik oder Skulptur, Fotos oder Video o.ä. Es können aber auch Bilder gemalt oder Collagen kreiert werden. Der Phantasie ist hierbei keine Grenze gesetzt. Die Objekte müssen dokumentiert sein auf CD oder DVD bzw. als Foto vorliegen.“
Einsendeschluss für den Ideenwettbewerb ist der 17.4.2010.
Nachdem eine Kinder- und Jugendjury die 10 besten Ideen ausgewählt hat, werden die beteiligten Kinder und Jugendlichen zum 15. Bundestreffen engagierter Kinder und Jugendlicher vom 11. bis 13.6.2010 nach Berlin eingeladen. Hier tauschen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu ihren Projekten aus und arbeiten weiter an ihren Ideen. Aus den 10 beteiligten Gruppen wählen sie selber die drei besten Ideen aus, die dann prämiert werden.
Weitere Informationen: www.dkhw.de
Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 10.2.2010

(12) Chile: Kindernothilfe mit Notfallhilfe-Team unterwegs
Die Kindernothilfe ist mit ihrer chilenischen Partnerorganisation ANIDE und einem sechsköpfigen Team von erfahrenen Medizinern der humedica e.V. aus Kaufbeuren in den Süden Chiles unterwegs. Mit dabei haben sie 250 Kilogramm Notfallmedizin und Verbandsmaterial, um Kinder und Familien in den vom Erdbeben betroffenen Kindernothilfe-Projekten medizinisch zu versorgen. Die Kindernothilfe bittet um Spenden.
„Das Ausmaß der Zerstörung ist viel größer als befürchtet“, berichtet Kindernothilfe-Mitarbeiter Jürgen Schübelin. Zusammen mit dem renommierten Katastrophenmediziner Professor Dr. Dr. Bernd Domres und seinem Team ist Jürgen Schübelin unterwegs nach Concepción. Hier liegen neun der insgesamt 24 Kindernothilfe-Projekte für rund 1.500 Kinder aus armen Familien. Die deutschen Helfer werden zunächst in einem Krankenhaus in Lota, in der Nähe von Concepción, eingesetzt. Mittlerweile liegen auch offizielle Einladungen mit der Bitte um Hilfe von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Chiles (IELCH) vor. Kindernothilfe und humedica wollen das Gesundheitsprogramm EPES der Kirche unterstützen.
Im Ort Talca etwa 600 Kilometer südlich von Santiago ist die Lage katastrophal. Ein Großteil der Gebäude und Häuser ist eingestürzt; Nahrungsmittel und Wasser sind knapp. Eine Schule der Kindernothilfe für Kinder mit Behinderungen ist glücklicherweise unbeschadet geblieben. Mitarbeiter des Projektes versuchen jetzt Kontakt zu den Kindern und ihren Familien aufzunehmen.
Die Kindernothilfe arbeitet seit 1969 in Chile und fördert dort zusammen mit ihren Partnern über 3.000 Kinder. Sie unterstützt Tagesstätten, Förder- und Rehabilitationsprogramme für Kinder mit Behinderungen sowie gemeinwesenorientierte Arbeit mit Familien in Armenvierteln.
Die Kindernothilfe ruft zu Spenden auf: Spenden unter dem Stichwort „Erdbeben Chile“, Konto-Nummer: 880 990, KD Bank Dortmund, 350 601 90
Quelle: Presseinformation der Kindernothilfe vom 2.3.2010