Zeitschrift frühe Kindheit – Archiv

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

für das Wohl des Kindes sind in erster Linie die Eltern verantwortlich. In den meisten Fällen wissen sie am besten, was ihr Kind braucht. Bei auftretenden Problemen nehmen sie bereitwillig medizinische, psychosoziale oder pädagogische Hilfen in Anspruch. Sobald Eltern jedoch ihrer Verantwortung nicht gerecht werden, ist die staatliche Gemeinschaft aufgerufen, für das Kindeswohl Sorge zu tragen.

„Kindeswohl und Elternverantwortung“ lautete das Thema der Jubiläumstagung anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Liga am 28./29. September 2007 in Berlin. Ziel der Tagung war es, das Verhältnis von Kindeswohl/Kindesrechten, Elternverantwortung und staatlichem Wächteramt in den Praxisfeldern Jugendhilfe, Pädiatrie und Familiengericht zu erörtern und die Bedingungen anzugeben, die notwendig sind, damit das Zusammenspiel der beteiligten Berufs-gruppen zum Wohl des Kindes bestmöglich gelingen kann.

Bestandteil der Tagung waren eine Festveranstaltung sowie die Verleihung des Präventionspreises Frühe Kindheit 2007. In dieser besonders umfangreichen Ausgabe finden Sie den Festvortrag von PD Dr. Martin Dornes und die Ansprache von Eva Luise Köhler aus Anlass des Jubiläums ebenso wie sämtliche schriftlich zur Verfügung gestellten Vorträge und die Laudationes auf die Preisträger des Präventionspreises. Schließlich dokumentieren wir Stimmen von Kin-dern und Eltern zum Thema Kindeswohl, die sich quer durch die Beiträge in diesem Heft ziehen.

Und noch etwas: nach den beiden ersten Filmen zu den Themen „Gewaltfreie Erziehung“ und „Emotionale Intelligenz“ hat die Liga – zusammen mit der Ehlerding Stiftung und in Kooperation mit der Kroschke Stiftung für Kinder – nunmehr einen weiteren Film veröffentlicht. Im Mittelpunkt des neuen Films stehen die Entwicklung von Kindern in den ersten zwei Lebensjahren und der für das ganze Leben so wichtige Aufbau sicherer Bindungen zwischen Kind und Eltern. An zahlreichen Beispielen wird dargestellt, was Babys brauchen und wie Eltern ihre Signale verstehen können. Regisseurin ist erneut die Hamburger Filmemacherin Heike Mundzeck.

Der Film „Ein Leben beginnt… Babys Entwicklung verstehen und fördern“ ist ab sofort zum Preis von 9,- Euro (plus Versand) über die Geschäftsstelle der Liga erhältlich. Im Januar 2008 wird die Website www.ein-leben-beginnt.de frei geschaltet, über die Eltern und andere Interessierte mit ihren Fragen zu wichtigen Ansprechpartnern und weiterführenden Adressen geleitet werden.
Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern frohe Weihnachtstage und alles Gute für das Neue Jahr 2008!

Mit herzlichen Grüßen

Prof. Dr. Franz Resch, Präsident der Deutschen Liga für das Kind

Dr. Jörg Maywald, Geschäftsführer der Deutschen Liga für das Kind