Zeitschrift frühe Kindheit – Archiv

Das bin ich – international

Lernmaterialien für Kindergarten und Grundschule

Bereits 1996 definiert die Kultusministerkonferenz interkulturelle Kompetenz als eine „Schlüsselqualifikation für alle Kinder und Jugendlichen, für Minderheiten und Mehrheiten“ und als eine „Querschnittaufgabe, die nicht nur in einzelnen Themen, Fächern oder Projekten zu isolieren ist“. (KMK-Empfehlung „Interkulturelle Bildung und Erziehung in der Schule“, 25.10.1996)

Mit „Das bin ich – international“ (DBI) ist den ErzieherInnen der Tageseinrichtungen und den Lehrkräften der Grundschule nun erstmals ein Handwerkzeug gegeben, mit dessen Hilfe sie 4-8jährigen Kindern diese Schlüsselqualifikation vermitteln können. Interkulturelle Bildung und Erziehung kann anhand der DBI-Materialien, die vom Anne Frank Haus und der GEW gemeinsam herausgegeben wurden, als Querschnittsbereich in die Arbeit der Kindergärten und Grundschulen integriert werden. Das Material geht von der Grundannahme aus, dass Interkulturelles Lernen nicht nur dann sinnvoll und notwendig ist, wenn Kinder mit Migrationshintergrund in der Lerngruppe sind und ist dementsprechend konzipiert.

DBI folgt dem biografischen Ansatz. Im Mittelpunkt stehen 12 Kinder unterschiedlicher Herkunft zwischen 4 und 8 Jahren, von denen je drei in Dänemark, Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden leben. In zwölf jeweils 16 Seiten starken und großformatigen Kniebüchern sind ihre Alltagserfahrungen in Wort und Bild festgehalten.

Im Unterschied zu vielen anderen Materialien nimmt DBI die vorhandenen Gemeinsamkeiten zwischen den Kindern als Ausgangspunkt, und stellt nicht, wie es oft der Fall ist, die Unterschiede oder gar die Probleme in den Vordergrund. Über die DBI-Kinder und ihre kulturübergreifenden und typischen Kindergeschichten werden die Kinder der Lerngruppe unweigerlich in die Arbeit miteinbezogen. „Das kenn ich auch!“, assoziieren die Kinder mit den Geschichten in den Kniebüchern, „aber bei mir war das so: …“

Beides zusammen – Gemeinsamkeiten und Unterschiede – führen schrittweise zu dem notwendigen Perspektivenwechsel, der der Entwicklung interkultureller Kompetenz vorausgeht. Interkulturell kompetent sind wir, wenn wir uns unserer jeweiligen kulturellen Situation bewusst sind, wenn wir Neugier, Offenheit und Verständnis für andere kulturelle Prägungen entwickelt haben oder auch dann, wenn wir anderen kulturellen Lebensformen und –orientierungen begegnen und wir uns mit ihnen auseinandersetzen und dabei Ängste eingestehen und Spannungen aushalten können.

Zu Das bin ich – international, geliefert in einem praktischen Tragekoffer, gehören, neben den 12 Kniebüchern, außerdem eine CD mit Hörgeschichten, ein Puppenspielbuch, eine CD mit Mitmach-Liedern, ein Ideenbuch für die pädagogische Praxis, ein Plakat und ein Videoband.

Die Abteilung Interkulturelle Entwicklung und Qualifizierung des Anne Frank Zentrums verbreitet Das bin ich – international und bietet für MultiplikatorInnen in Kindergarten und Schule Einführungsseminare und speziell dafür konzipierte Workshops dazu an. Die TeilnehmerInnen lernen im Seminar die Materialien kennen und bekommen eine Fülle von Ideen und Tipps für den praktischen Umgang damit.

Das gesamte Materialpaket kostet 105,- Euro (Rabattstaffelung bei Großabnahmen).

Anne Frank Zentrum
Interkulturelle Entwicklung und Qualifizierung
Ansprechpartnerin: Gabriele Sester
Rosenthaler Str. 39, D-10178 Berlin
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E-mail: sester@annefrank.de
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