Zeitschrift frühe Kindheit – Archiv

Die neue Sicht auf das Baby

Erkenntnisse der Säuglingsforschung revolutionieren unser Verständnis des frühen Lernens

von Sabina Pauen und Birgit Träuble

Was ist das für ein Wesen, das uns da aus der Wiege heraus anschaut? Was sehen diese Augen, was hören diese Ohren und was geht vor hinter dieser kleinen Stirn? Solche Fragen haben sich Menschen wahrscheinlich schon immer gestellt, ohne darauf jemals eine definitive Antwort zu bekommen. Wir selber können uns an die ersten Lebensmonate nicht mehr erinnern und die Wahrnehmung oder das Denken von Babys zu erforschen, ist eine große Herausforderung. Lange Zeit hatte man gar keine Idee, wie das gehen könnte und man dachte auch nicht, dass es sich unbedingt lohnen würde. Säuglinge galten noch vor einer Generation als kleine, hilflose Bündel, die man kaum mehr können als Essen, Schlafen und Verdauen.

Heute kann man überall lesen, dass es sich bei Babys um intelligente Wesen handeln soll, die mit großer Neugier ihre Umwelt erkunden. Wir sprechen sogar vom „Forschergeist in Windeln“. Aber was ist dran an dieser neuen Sicht auf das Baby? Handelt es sich vielleicht nur um eine verzerrte Wahrnehmung? Wer auf diese Fragen Antworten sucht, muss sich mit der neuesten Säuglingsforschung auseinandersetzen. Was genau wir über die Entwicklung der Wahrnehmung und des Denkens im vorsprachlichen Alter wissen und wie auf diesem Gebiet Erkenntnisse gewonnen werden, ist Thema des vorliegenden Beitrags. An ausgewählten Beispielen gibt er kleine Einblicke in die Faszination aktueller Forschung zu frühkindlichen Geistesaktivitäten.

Sinne gebrauchen
Neben dem Tastsinn, den Föten bereits ab dem dritten Schwangerschaftsmonat entwickelt haben, spielt auch das Hören eine wichtige Rolle bei der frühen Erkundung der Umwelt. Die Innen- und Außenohren wachsen im Mutterleib bis zum fünften Monat heran. Natürlich erfolgt die Schallübertragung im Fruchtwasser anders als an der Luft, aber sie funktioniert schon lange vor der Geburt. Das Trommelfell wird in Schwingung versetzt und diese Schwingung überträgt sich anschließend auf das Innenohr. Obwohl im Bauch einer Schwangeren durch das Rauschen des Blutes, die Aktivität von Verdauungsdrüsen und Därmen permanent ein lauter Geräuschpegel herrscht, hört der Fötus auch andere Reize. Spricht die Mutter, so schwingen ihre Knochen mit und diese Schwingungen verursachen eine Bewegung des Fruchtwassers. Sprechen andere Personen oder gibt es Geräusche in der Umwelt, dann bringen Schallwellen die Bauchdecke der Mutter zum Vibrieren und diese Vibrationen gehen auf das Fruchtwasser über. Wie gut der Fötus hört und was er sich von dem Gehörten merken kann, lässt sich durch Studien an Früh- und Neugeborenen beantworten. Da sie noch nicht in der Lage sind, über ihre Erfahrungen zu berichten, mussten Säuglingsforscher andere Methoden entwickeln, um etwas über die frühe Wahrnehmungsfähigkeit der Kinder herauszufinden. Dabei nutzen sie das natürliche Nuckel-Verhalten von Babys im Rahmen eines so genannten Präferenzparadigmas.

Konkret gibt man Neugeborenen einen Spezialschnuller, der registrieren kann, wie häufig ein Kind pro Minute saugt. Sobald diese Basisrate festgestellt ist, beginnt der eigentliche Versuch: Dem Baby wird ein Kopfhörer aufgesetzt, über den unterschiedliche Dinge eingespielt werden können – je nachdem, ob das Kind schneller oder langsamer am Spezialschnuller saugt als es der Basisrate entspricht. Schon die ganz Kleinen lernen sehr schnell, ihr Saugverhalten so anzupassen, dass sie über den Kopfhörer etwas Bestimmtes hören. Unter Verwendung dieser Technik hat man spannende Dinge festgestellt: So etwa, dass Neugeborene die Mutterstimme gegenüber anderen Stimmen bevorzugen und auch lieber ihre Muttersprache hören als eine andere Sprache. Solche Präferenzen müssen sie während der Schwangerschaft gelernt haben. Aber das ist noch nicht alles! In einem Versuch bat man Schwangere, während der letzten sechs Wochen vor Ende der Schwangerschaft einmal pro Tag eine ganz bestimmte Geschichte laut vorzulesen. Nach der Geburt konnte das Kind im Schnullerversuch entscheiden, ob es lieber diese Geschichte oder eine andere Geschichte hören wollte. Und die Neugeborenen der Versuchsgruppe bevorzugten eindeutig die vertraute Geschichte – selbst wenn beide Geschichten von einer fremden Person vorgetragen wurden. Diese erstaunliche Leistung beweist wesentlich mehr, als dass Föten bereits recht gut hören. Sie zeigt auch, wie differenziert ihre akustische Wahrnehmung bereits in der vorgeburtlichen Phase funktioniert und wie differenziert sich die Kleinen merken, was sie hören. Natürlich haben sie noch kein Verständnis für die Bedeutung der Worte, aber sie erkennen komplexe Lautmuster wieder.

Andere Sinne, wie etwa das Sehen, sind vorgeburtlich noch kaum ausgeprägt. Im Innern des Körpers der Mutter ist es schließlich dunkel, und mit offenen Augen im Fruchtwasser zu schwimmen, ist auch nicht eben gut für die Augen. Deshalb bleiben sie die meiste Zeit während der Schwangerschaft geschlossen, und aufgrund des fehlenden Inputs können die Rezeptoren und neuronalen Bahnen erst nach der Geburt richtig reifen. Sehen will also erst gelernt sein. Und dafür benötigt das Kind etwa ein halbes Jahr, nachdem es zum ersten Mal das Licht der Welt erblickt hat. Dennoch nimmt es schon früher vieles wahr – nur nicht scharf. Wie im nachfolgenden Abschnitt deutlich gemacht wird, lernen wir viel über die Welt, indem wir sie uns anschauen. Und das Blickverhalten des Babys ist für Säuglingsforscher eines der am häufigsten verwendeten Maße zur Messung kognitiver Leistungen.

Ordnung in die eigenen Erfahrungen bringen und sich etwas merken
Einen komplexen Reiz wiederzuerkennen, ob akustisch wie im Fall einer Geschichte oder visuell, wenn man einen Gegenstand sieht, ist eine beeindruckende Leistung. Allerdings gehört zu einem voll entwickelten Verstand weit mehr als das. Wenn wir irgendwann in der Lage sein wollen, das, was wir erlebt haben, für das Lösen von Problemen zu nutzen, dann müssen wir mit den Erfahrungen aktiv etwas tun – sie ordnen und strukturieren. Diesen Vorgang nennt man Kategorienbildung. Er ist ausführlich in Bezug auf die visuelle Gedächtnisbildung von Objekten untersucht worden. Babys werden geboren in eine Welt voller Gegenstände. Um Wissen, das über einen Gegenstand erworben wurde, auf einen anderen übertragen zu können, muss das Kind lernen zu erkennen, was sich ähnlich ist und was nicht. Aber wie macht es das? Schafft es zunächst relativ breite Kategorien, die es später weiter aufteilt oder beginnt es mit eher engen Kategorien, die später zu immer abstrakteren Einheiten zusammengefügt werden? Diese Frage untersuchen Säuglingsforscher mit dem Habituations-Dishabituationsparadigma.

Will man zum Beispiel herausfinden, ob Babys eines bestimmten Alters zwischen Tieren und Fahrzeugen unterscheiden können, dann zeigt man ihnen zunächst lauter unterschiedliche Exemplare der gleichen Kategorie nacheinander: z. B. lauter Tiere. Falls sie bereits über eine entsprechende Kategorie verfügen, dann werden sie sich bald langweilen. Denn obwohl jedes Objekt anders aussieht, stellt es doch immer wieder nur ein Tier dar. Nach mehreren Durchgängen (acht bis zehn) zeigt man ihnen dann ein Objekt der kontrastierenden Kategorie – z.B. ein Fahrzeug. Falls sie den Unterschied zu den vorherigen Objekten bemerken, werden sie diesem Exemplar wieder mehr Aufmerksamkeit schenken. Und diese Aufmerksamkeit kann man messen. Entweder man verwendet dafür die Blickzeit (wenn man Bilder präsentiert), oder man verwendet ein Maß, das sich Examinationsdauer nennt (wenn man 3 D-Spielzeugmodelle präsentiert). Die Examinationsdauer beschreibt die Zeit, während der das Kind ein Objekt intensiv und konzentriert untersucht.

In Aufgaben der geschilderten Art konnte man zeigen, dass Babys zunächst zwischen globalen Kategorien differenzieren, die sich alle auf die Unterscheidung zwischen Lebewesen (Tieren, Menschen) auf der einen Seite und unbelebten Gegenständen (Fahrzeuge, Möbel etc.) auf der anderen Seite beziehen. Erst später, typischerweise gegen Ende des ersten Lebensjahres, lernen sie, innerhalb dieser breiten Objektklassen feinere Unterschiede zu machen. So differenzieren sie zwischen Autos und Lastern, Hunden und Katzen oder Tischen und Stühlen.

Über Ursache und Effekt nachdenken
Warum können Babys abstrakte Unterscheidungen machen, wie die zwischen Tieren und Möbeln? Dieses Rätsel zu lösen, war eine kniffelige Aufgabe, aber heute wissen wir, dass sich hieran ihre Fähigkeit zum Kausaldenken zeigt. Schon im zarten Alter von sieben Monaten (oder vielleicht sogar noch früher) lernen Babys, über Ursache und Wirkung nachzudenken. Dabei interessieren sie sich ganz besonders für die Ursache der Bewegung von Dingen in ihrer Umgebung. Dieses Interesse motiviert sie dazu, zwischen Dingen zu unterscheiden, die sich von alleine – also ohne fremde Hilfe – bewegen können (wie Menschen und Tiere) und solchen Dingen, die nur durch eine fremde Kraft in Bewegung versetzt werden (wie z. B. Möbel). Zeigt man ihnen etwa ein kleines Fantasietier, das mit einem Ball zusammen über eine Bühne rollt, so schreiben sie die Ursache der Bewegung dem Tier zu und nicht dem Ball. Das merkt man daran, dass sie viel länger auf das Tier schauen, wenn sie im Anschluss an die Bewegungsszene beide Objekte reglos in getrennten Ecken der Bühne liegen sehen. Es ist so als würden sie darauf warten, dass das Tier wieder loslegt. Schon unter einem Jahr machen Kinder sich ihre eigenen Gedanken, wenn sie Vorgänge in der Umwelt beobachten. Sie bilden Erwartungen aus und reagieren mit Überraschung, wenn ihre Erwartungen enttäuscht werden.

Wissenssysteme aufbauen
Es ist eine erstaunliche Entdeckung der letzten Jahre, dass Neugeborene nicht als unbeschriebene Blätter zur Welt kommen, die wie kleine Lernmaschinen alle Arten von neuen Reizen auf die gleiche Weise „verdauen“, sondern dass sich Wissen von Beginn an bereichsspezifisch entwickelt. Konkret bedeutet das, dass Kinder nach jeweils eigenen Prinzipien etwas über Sprache, Physik, Mathematik oder Psychologie lernen und dabei von so genanntem Kernwissen ausgehen. Kernwissen ist vielleicht angeboren. In jedem Fall dient es als Anker für den Erwerb von neuem Wissen. Auf diese Idee ist man gekommen als man festgestellt hat, dass nur wenige Wochen oder Monate alte Säuglinge mit Überraschung reagieren, wenn bestimmte Gesetzmäßigkeiten aus verschiedenen Wissensbereichen verletzt werden. Wenn noch gar kein Wissen über eine bestimmte Domäne vorhanden wäre, wäre das gar nicht möglich. Einige Beispiele sollen nun zeigen, wie solche Versuche aussahen:

(1) Physik: Im Bereich der Physik hat man sich gefragt, wie früh Babys etwas über räumliche Relationen wissen. Dazu hat man Kinder an eine Szene gewöhnt, in der abwechselnd ein kleiner und ein großer Hase von einem Bühnenrand her zur Mitte der Bühne rutschten, hinter einem Wandschirm verschwanden, ihre Bewegung aber fortsetzen und nach kurzer Zeit auf der anderen Seite des Wandschirms wieder auftauchten, um weiter zum anderen Bühnenrand zu gleiten. Der Wandschirm war dabei genau so hoch, dass er den großen Hasen vollständig verdeckte. Der kleine Hase war dagegen nur halb so hoch. Sobald die Kinder durch Desinteresse und Wegschauen zeigten, dass diese Ereignisse für sie nicht mehr interessant waren, wurde aus der oberen Mitte des Wandschirms ein Rechteck entfernt. Anschließend wurden zwei Testszenen gezeigt, in denen die Hasen das gleiche taten wie während der Gewöhnungsphase. Der kleine Hase wurde noch immer vollständig vom Wandschirm verdeckt. Das galt jedoch nicht für den großen Hasen. Bei ihm mussten eigentlich die Ohren im Ausschnitt des Wandschirms sichtbar sein, wenn er daran vorbei glitt. Das traf aber nicht zu. Schon Kinder unter einem halben Jahr fanden das merkwürdig und betrachteten die entsprechende Testszene viel länger als die Testszene mit dem kleinen Hasen. Aus diesem und anderen Versuchen, die ebenfalls auf dem Erwartungsverletzungsparadigma basierten, konnte wiederholt gezeigt werden, dass Babys offensichtlich sehr früh fähig sind, räumliche Relationen zu repräsentieren und sich zu wundern, wenn das, was sie sehen, nicht zu ihrem Kernwissen über räumliche Relationen passt.

(2) Mathematik: Auch im Bereich der Mathematik hat man mit dem Erwartungsverletzungsparadigma gearbeitet. Ein berühmter Versuch, mit dem man zeigen wollte, dass Babys bereits eins und eins zusammen zählen können, sah dabei wie folgt aus: Die Kinder saßen wieder vor einer kleinen Bühne, in deren Mitte sich ein Wandschirm befand, den man nach unten wegklappen konnte. Hinter dem Wandschirm stand eine Mickeymaus. Den Säuglingen wurde zunächst gezeigt, dass der Wandschirm vor der Mickeymaus auf- und abklappte, bis sie sich an diesen Anblick gewöhnt hatten und ihn langweilig fanden. War dieser Zustand erreicht, blieb der Wandschirm in nach oben geklappter Position stehen. Von der Seite wurde eine Hand sichtbar, die eine zusätzliche Mickeymaus vor sich her schob, bis diese hinter dem Wandschirm verschwunden war. Anschließend klappte man den Wandschirm in der Testphase wieder nach unten und präsentierte eine von zwei Testszenen: In Szene 1 sahen die Kinder nur eine Maus (unerwartetes Ereignis). In Szene 2 sahen sie zwei Mäuse (erwartetes Ereignis). Schon mit rund einem halben Jahr wunderten sich die Kinder, wenn ihnen nur eine Maus präsentiert wurde und schauten länger auf die entsprechende Testszene. Drehte man den Versuch aber um und gewöhnte die Kinder zunächst an zwei Mäuse, die auf der Bühne standen, bevor eine leere Hand hinter den Wandschirm griff, um eine Maus zu entfernen, dann wunderten sie sich, wenn hinter dem aufgeklappten Wandschirm immer noch zwei Mäuse standen. Ganz offensichtlich hatten sie eine klare Erwartung, wie viele Mäuse unter welchen Umständen hinter dem Wandschirm stehen sollten. Ähnliche Ergebnisse erhält man, wenn man ihre Unterscheidung zwischen zwei und drei Mäusen oder sogar zwischen drei und vier Mäusen untersucht. Bei größeren Anzahlen wird es dagegen schwierig. Deshalb vermuten Forscher heute, dass es für Mengen unter fünf eine besondere Art der Verarbeitung gibt, die ohne Zählen auskommt. Wir sehen praktisch auf einen Blick, wie viele Objekte vorhanden sind, während wir bei größeren Mengen die einzelnen Elemente wirklich zählen müssen.

(3) Psychologie: Kernwissen scheint es sogar im Bereich der Psychologie zu geben. Zu diesem Kernwissen gehört mit großer Wahrscheinlichkeit die Einsicht, dass Menschen und Tiere absichtsvoll handeln. Man kann viel über ihre Absichten lernen, wenn man das Blickverhalten analysiert. Das tun schon wenige Monate alte Kinder. Zeigt man ihnen beispielsweise Filmszenen, auf denen zu sehen ist, dass eine Person sich stets einem von zwei unterschiedlichen Gegenständen mit Interesse zuwendet – mal nach rechts und mal nach links schaut –, wobei die Gegenstände, die vor ihr stehen, von Szene zu Szene variieren und nur die Kategorie, die beachtet wird, immer gleich bleibt (z. B. wenn stets ein Tier und ein Fahrzeug in Kombination dargeboten werden und die Person immer auf das Tier schaut), dann gewöhnen sich die Kinder über zehn Durchgänge hinweg an diesen Anblick. Wechselt die Person im Testdurchgang ihre Blickpräferenz und schaut dieses Mal das Objekt der kontrastierenden Kategorie an, dann sind die Babys überrascht und betrachten diese Szene viel länger als alle vorherigen. Diese Veränderung im Interesse der Kinder findet man nicht, wenn anstelle einer Person eine Schreibtischlampe zu sehen ist, die sich in Richtung zu den betreffenden Gegenständen dreht und sie dann hell erleuchtet. Nur wenn eine Absicht dahinter steht, die das Kind aus dem Verhalten der Person erschließt, lässt sich ein Kategorisierungseffekt nachweisen.

Die hier geschilderten Leistungen sind zweifellos beeindruckend und dokumentieren, dass sich schon Babys im vorsprachlichen Alter wesentlich mehr Gedanken über das machen, was um sie herum passiert, als man bislang dachte. Das bedeutet aber noch nicht, dass sie kleine Einsteins oder Alles-Könner sind. Damit sie Probleme lösen können oder sprechen lernen, ist noch weit mehr erforderlich. Es reicht dafür nicht aus, differenziert wahrnehmen zu können, Ordnung in die Wahrnehmungserfahrungen zu bringen, über Ursache und Wirkung nachzudenken und Wissen über verschiedene Gegenstandsbereiche aufzubauen. Problemlösen erfordert, dass gespeichertes Wissen kreativ neu kombiniert ist und für die Planung einer Handlung genutzt werden kann. Gerade dieses vorausschauende Denken fällt den Kleinen aber noch sehr schwer und es dauert noch mehrere Monate, bis sie tatsächlich in der Lage sind, ihr neues und vielseitiges Wissen so zu strukturieren und zu kombinieren, dass sie Hindernisse überwinden können. Sollte uns das enttäuschen? Keinesfalls! Was hätten wir denn noch zu tun, wenn alle wichtigen geistigen Fähigkeiten uns schon in die Wiege gelegt wären?

Prof. Dr. Sabina Pauen ist Inhaberin des Lehrstuhls für Entwicklungspsychologie und Biologische Psychologie an der Universität Heidelberg.

Birgit Träuble ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg.