Zeitschrift frühe Kindheit – Archiv

Beschluß der Gesundheitsministerkonferenz am 20. und 21. November 1997 zur Verbesserung der kindgerechten Krankenhausversorgung

Ein erheblicher Anteil der in Krankenhäusern aufgenommenen Kinder und Jugendlichen wird nicht in pädiatrischen Abteilungen, sondern insbesondere in organzentrierten Fachabteilungen zusammen mit erwachsenen Patientinnen und Patienten behandelt. Nach Auffassung der GMK sollte auf die besonderen Bedürfnisse der Kinder bei der Krankenhausbehandlung weitestgehend Rücksicht genommen werden und zugleich die – durch den prognostizierten Geburtenrückgang verstärkt gefährdete – bedarfsgerechte pädiatrische Versorgung sichergestellt bleiben. Der GMK ist bewußt, daß der Elternwille den Ort der Behandlung maßgeblich bestimmt. In Kenntnis dieser Tatsache gibt sie folgende Empfehlungen, um eine kindgerechte Krankenhausversorgung zu gewährleisten:

  1. Krankenhausbehandlungsbedürftige Kinder und Jugendliche sollen vorrangig in pädiatrischen Fachabteilungen behandelt werden, auch wenn der Behandlungsanlaß zur Aufnahme in einer anderen Abteilung geführt hat.Dies gilt auch für die prä- und postoperative Versorgung. Die ärztliche interdisziplinäre Zusammenarbeit wird organisatorisch von den Krankenhausträgern gewährleistet.
  2. Die Länder geben daher die Behandlung von Kindern und Jugendlichen in pädiatrischen Fachabteilungen im Rahmen der Krankenhausplanung Vorrang. Dabei werden sie auch prüfen, ob als neues Strukturelement der pädiatrischen Versorgung für bestimmte Behandlungsanlässe pädiatrische Betten in teilstationäre Plätze umgewandelt werden können.
  3. Krankenhäuser, in denen Kinder behandelt werden, haben die Mitaufnahme einer Bezugsperson des Kindes zu ermöglichen, wenn dies nach ärztlicher Beurteilung medizinisch notwendig ist.
  4. Kinder, die nicht in pädiatrischen Krankenhausabteilungen behandelt werden, sollen vorrangig von Kinderkrankenschwestern betreut und nicht in einem Raum mit Erwachsenen untergebracht werden. Der Krankenhausträger hat sicherzustellen, daß insbesondere für Notfälle jederzeit ein Kinderarzt konsiliarisch zur Verfügung steht.
  5. Die Krankenhausträger sollen die schulische Betreuung von Kindern, die über längere Zeit im Krankenhaus behandelt werden, unterstützen.