Zeitschrift frühe Kindheit – Archiv

Seelische Gesundheit in der frühen Kindheit:
Klinische Befunde und präventive Strategien.

Vortrag im Rahmen der Tagung „Chancen der frühen Kindheit“ zum 20jährigen Bestehen der Deutschen Liga für das Kind,am 7.11.1997 in Berlin

Priv. Doz. Dr. Mechthild Papoušek

Leiterin der Forschungs- und Beratungsstelle Frühentwicklung und Kommunikation, Institut für Soziale Pädiatrie und Jugendmedizin, Universität München
Vorsitzende der Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit e.V. (GAIMH)

An einem Tag des Rückblicks auf 20 Jahre Liga mit ihrem intensiven, oft leidenschaftlichen Einsatz gegen frühkindliche Deprivation und für die Förderung tragfähiger Beziehungen in der frühen Kindheit sind die Erfolge unverkennbar: die Chancen für ein Aufwachsen in seelischer Gesundheit haben sich in vielen Bereichen verbessert. Schwangerschaftsberatung, Rooming-in, Erziehungsurlaub, Vermeidung früher Trennung durch Mutter-Kind-Stationen, frühe Unterstützung durch Stillberaterinnen und Nachsorgehebammen, Mütter- und Familienzentren, Krabbelgruppen, alternative Kindergärten, Tagesmütter und manche Verbesserungen der Krippensituation sind heute zumindest in den Städten selbstverständlich geworden. Parallel dazu haben sich auch die materiellen Voraussetzungen für den Großteil der Familien entscheidend verbessert. Noch nie in der Menschheitsgeschichte ist so viel über frühkindliche Entwicklung und ihre Förderung nachgedacht, geforscht und publiziert worden und noch nie waren junge Eltern so „belesen“ wie heute.

All dies dürfte ein Grund sein, sich an einem Tag der Besinnung und Standortbestimmung zufrieden zurückzulehnen. Oder doch nicht? Das Thema der Tagung, „Chancen der frühen Kindheit“ — „für alle“ möchte ich hinzufügen — stellt die Liga ebenso wie alle Berufsgruppen, die mit Säuglingen und Kleinkindern und ihren Familien zu tun haben, vor neue Aufgaben und Herausforderungen. Der vorliegende Beitrag lenkt die Aufmerksamkeit zum einen auf verbreitete innerfamiliäre Gefährdungen der frühen Kindheit in der heutigen Zeit und zum anderen auf unterschiedliche Formen von innerfamiliärer Deprivation, Überforderung und Mißhandlungsrisiken, wie sie in der klinischen Arbeit mit Säuglingen und Kleinkindern aus lange vernachlässigten „Randgruppen“ der Gesellschaft in wachsender Zahl zutagetreten. Das Bewußtmachen und Wahrnehmen dieser Probleme ist allerdings nur ein erster Schritt auf einem schwierigen Weg, der zum Ziel hat, die Chancen und Möglichkeiten einer gezielten Prävention und Behandlung möglichst vielen der heute gefährdeten Familien zugänglich zu machen.

Verbreitete Gefährdungen der frühen Kindheit

Mit dem wachsenden Wohlstand für einen Großteil der Bevölkerung haben sich in besorgniserregender Weise neue Gefährdungen der frühen Kindheit verbreitet. So hat sich die frühe Kindheit dem Sog der allgemeinen Kommerzialisierung nicht entziehen können, die längst bereits das früheste Säuglingsalter und die vorgeburtliche Zeit vereinnahmt hat. Der Markt für die Kleinsten boomt, Verlage und Firmen überbieten sich im Angebot von Eltern-Magazinen und Ratgebern, Lernspielzeugen, Kuschel-Hits und Mozart auf Baby-CDs im Spieluhrensound, kognitiven Trainingsprogrammen, Babyschwimmen und Laufschulen. Auch das Geschäft mit pränatalen Sprachkursen, Haptonomie-Seminaren, Fremdsprachenbeschallung in utero, Baby-Universitäten mit ausgefeilten Säuglings-Curricula und Frühfördervideotheken findet in Deutschland einen wachsenden Markt.

Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß das Geschäft im Namen der Kleinsten nicht nur zum Wohle junger Familien floriert, sondern im Gegenteil von verbreiteten Ängsten und Unsicherheiten in der jungen Eltern-Generation profitiert. Auf breiter Front – im mainstream – leiden junge Eltern heute unter erheblicher Verunsicherung. Sie haben die Unbefangenheit in Bezug auf ihre intuitiven elterlichen Kompetenzen, auf die seelische Gesundheit ihres Babys und das Wachsen ihrer wechselseitigen Beziehung verloren. Überzeugt davon, alles Glück und Leid ihres Kindes werde schicksalhaft durch ihr eigenes Verhalten determiniert, sind viele junge Eltern pausenlos bis zur Selbstaufgabe im Einsatz, um das Baby zufriedenzustellen und nur ja nicht zur frustrieren. Mit übertriebener Fürsorglichkeit geraten sie rasch an den Rand ihrer Kräfte und erschöpfen ihre Ressourcen. Speziell die Mütter neigen dazu, sich selbst unter einen unrealistischen Erwartungsdruck und Erfolgszwang zu setzen, eine perfekte Mutter zu sein. In ihrem überhöhten Selbstanspruch sind sie jedoch ebenso verletzlich wie anfällig für Leistungs- und Erfolgsdruck von außen und für jede neue Modeströmung. Mit dem Überangebot an Möglichkeiten und Chancen sind die Ängste der jungen Eltern-Generation gewachsen, Ängste, etwas falsch zu machen, etwas zu versäumen, das Baby für den Rest des Lebens zu traumatisieren, als Mutter/Vater zu versagen oder gar Schuld zu sein am Schreien des Babys, an der Gedeihstörung, an der Neurodermitis, an der Hyperaktivität.

Bemerkenswert ist bei zahlreichen jungen Müttern das Nebeneinander von Gefühlen der Unterforderung — bezogen auf das vorausgegangene Berufsleben mit seinen Herausforderungen, Erfolgserlebnissen und Möglichkeiten der Selbstbestätigung — und Gefühlen von Überforderung, Streß und Genervtsein; das Nebeneinander von Gefühlen des Unausgefülltseins und einem Berg unerledigter Aufgaben. Irgendwie scheint die moderne, durch Unruhe, Hektik, Freizeitstreß und Informationsflut geprägte Lebensweise der Erwachsenen sich nicht mit dem ganz anderen Zeitmaß und Rhythmus des Ungeborenen und des Säuglings im vorsprachlichen Alter zu vertragen. Der Übergang zur Elternschaft bietet jungen Menschen – bedingt durch die Bedürfnisse des Babys – eine unverhoffte Chance, wieder mehr Zeit und Raum zu haben zu Besinnung, Gespräch und Kommunikation, zu Muße, Entspannung, Spiel und Gelassenheit. Aber gerade dadurch scheinen sich manche junge Eltern überfordert zu fühlen.

Den Ursachen dieser Entwicklungen auf den Grund zu gehen und Wege einer wirksamen Vorbeugung — z.B. durch rechtzeitige Vorbereitung auf die Elternschaft — zu schaffen, ist sicher eine der wichtigen Aufgaben, die sich der Liga heute stellen, der Liga und all denen, die sich ihren Zielen verpflichtet fühlen. Hier scheinen einige der verbreiteten frühen Gefährdungen der seelischen Gesundheit und der Eltern-Kind-Beziehungen zu wurzeln. Nur wenn Eltern bereit und in der Lage sind, sich auf die einzigartigen Chancen der frühen Kindheit einzulassen, können sich ihre intuitiven elterlichen Früherziehungskompetenzen im Zwiegespräch mit ihrem Baby entfalten, können sich auch die elterlichen Bedürfnisse nach Nähe, Geborgenheit und Kommunikation erfüllen.

Frühe Kindheit in Familien im Schatten der Gesellschaft

Auf ganz andere Weise beunruhigend ist die Zunahme von gefährdeten Säuglingen und Kleinkindern und ihren Familien, die noch immer durch die Maschen des gesundheitspolitischen und sozialen Netzes fallen. Trotz jahrelanger intensiver Bemühungen, die Chancen positiver früher Kindheitserfahrungen zu verbessern, sind wir auch in Deutschland Zeuge davon, wie sich die Schere zwischen Chancen und Risiken der frühen Kindheit scheinbar unaufhaltsam öffnet. In einer Zeit wachsender Einsparungen im sozialen Bereich müssen wir in verstärktem Maße die Aufmerksamkeit auf die Risikogruppen lenken, bei denen die Chancen, in seelischer Gesundheit und tragfähigen innerfamiliären Beziehungen aufzuwachsen, fehlen oder extrem gefährdet sind. Aus klinischer Sicht sind dies vor allem drei Gruppen: Säuglinge und Kleinkinder in Armut, Säuglinge und Kleinkinder von psychisch hochbelasteten, beziehungsunfähigen und psychiatrisch kranken Eltern, und Säuglinge und Kleinkinder mit einem „schwierigen Temperament“, chronischer Unruhe und frühen Vorboten des späteren „kleinen Tyrannen“.

Angaben zur Prävalenz
Eine erschreckend hohe Zahl von Kindern wächst heute unter Bedingungen von Armut, Sozialhilfeabhängigkeit und mehrfacher Unterversorgung in den Bereichen Einkommen, Arbeit, Wohnraum und Bildung auf (von Hofacker 1997; von Hofacker et al., Stellungnahme der GAIMH (s.u.) zu „Chancen und Notwendigkeit früher Prävention“). In den Ballungszentren mancher Großstädte gehört bereits jedes vierte bis fünfte Kind unter sieben Jahren zu den Sozialhilfeempfängern, jedes dritte Kind unter 18 Jahren. Vom Risiko der Verarmung bzw. Sozialhilfeabhängigkeit sind vor allem Familien mit mehr als zwei Kindern und die wachsende Zahl der Alleinerziehenden betroffen. Dabei ist es überaus schwierig, in der BRD an verläßliche aktuelle Zahlen heranzukommen.

Dies ist noch schwieriger in Bezug auf psychisch belastete und psychiatrisch kranke Eltern. In Deutschland lassen sich nur grobe Schätzwerte ermitteln. Danach werden jedes Jahr allein von Müttern und Vätern mit manisch-depressiven und schizophrenen Erkrankungen etwa 17000 Kinder geboren. Andere die Beziehung gefährdende psychische Störungen der Eltern wie Wochenbettsdepression, neurotische Beziehungsstörungen und die sog. frühen Störungen der Persönlichkeitsentwicklung sind erheblich häufiger. Unter klinisch relevanten Depressionen im Wochenbett leiden – oft unterkannt – in europäischen Nachbarländern und Nordamerika zwischen 8 und 15% aller Mütter (Murray & Cooper 1997). Eine umfangreiche prospektive Studie aller in einem Jahr in Kopenhagen geborenen Säuglinge (n=700) hat gezeigt, daß 2% aller Neugeborenen eine psychiatrisch behandlungsbedürftige Mutter hatten, 4% der Säuglinge unter einem Jahr erlebten Vernachlässigung und/oder Mißhandlung in ihren Familien, 3% hatten drogen- oder alkoholabhängige Eltern, und bei weiteren 16% war die seelische Frühentwicklung durch psychosoziale Faktoren belastet (Lier et al. 1995). Damit wurde jeder vierte organisch gesunde Säugling in Bezug auf seine seelische Gesundheit als erheblich gefährdet eingestuft. In der BRD jedoch gibt es — anders als in USA, Canada und einigen unserer europäischen Nachbarländer — von vereinzelten Programmen abgesehen für keine dieser Gruppen ausreichende, wissenschaftlich fundierte, niederschwellig-präventive oder therapeutische Angebote.

Immerhin konnte die Beratungssituation in den letzten Jahren für „die kleinen Tyrannen“ verbessert werden, ohne daß der immense und offensichtlich wachsende Bedarf durch die vorhandenen Angebote auch nur annähernd gedeckt werden könnte (Papoušek et al. 1994). Die frühen Warnzeichen wie unstillbares Schreien in den ersten Lebensmonaten, die sog. Drei-Monats-Koliken, chronische Unruhe, Schlaf-, Fütter- und Gedeihstörungen belasten die frühen Eltern-Kind-Beziehungen bei 15 bis 29% aller gesunden Säuglinge (St. James-Roberts & Halil, 1991).

Aus 30 Jahren intensiver interdisziplinärer Frühentwicklungsforschung wissen wir im Grunde theoretisch mehr als genug, um Risiken und Gefährdungen gerade im vorsprachlichen Alter einzuschätzen und ihnen wirksam vorzubeugen. Alle wichtigen Entwicklungstheorien sind sich darin einig, daß die frühe Kindheit im Kontext der vorsprachlichen Beziehungserfahrungen eine kritische Bedeutung für die Entwicklung von seelischer Gesundheit, Bindungs- und Beziehungsfähigkeit hat. Eine wachsende Zahl von prospektiven Längsschnittstudien bestätigt die älteren retrospektiven Annahmen, daß die ersten Vorboten von späteren Verhaltensstörungen und psychischen Erkrankungen des Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalters überzufällig häufig im Säuglingsalter zu finden sind, und daß Säuglinge mit frühen Verhaltensauffälligkeiten und Interaktionsstörungen mit erhöhter Wahrscheinlichkeit später psychiatrisch relevante Störungen aufweisen (z.B. Laucht, et al., 1996; von Hofacker et al. 1997).

Zahlreiche Untersuchungen belegen die langfristigen psychischen Auswirkungen von Armut (Huston et al. 1994; Patterson et al. 1992), psychischer Erkrankung eines Elternteils (Murray & Cooper 1997; Zahn-Waxler et al. (1984) und/oder frühen Störungen der Verhaltensregulation des Säuglings (von Hofacker et al. 1996). Wir wissen heute auch bereits über einige der Mechanismen der schicksalhaften Transmission von Bindungsstörungen (Steele & Steele 1995), Mißhandlung- und Vernachlässigung (Frodi 1985), seelischer Erkrankung (Radke-Yarrow et al. 1992) oder Dissozialität (Fonagy 1996) von einer Generation zur nächsten Generation.

Trotzdem hat es im deutschsprachigen Raum Jahrzehnte gedauert, ehe man auch nur damit begonnen hat, frühen Störungen der Eltern-Kind-Beziehungen und der seelischen Gesundheit zum Zeitpunkt ihrer Entstehung – in statu nascendi – auf die Spur zu kommen, diese Prozesse gezielt zu erforschen und wirksame Methoden der Prävention und Behandlung zu entwickeln. Und so fehlt es heute noch auf breiter Front an Finanzierungsgrundlagen und Programmen in der Forschung ebenso wie in der klinischen Versorgung, um ein bedarfsdeckendes Netz zur Früherkennung, zur Prävention auf allen Ebenen der primären, sekundären und tertiären Vorbeugung und zur Therapie von Störungen im vorsprachlichen Alter aufzubauen.

Auswirkungen von Armut als einer multiplen Risikobelastung

Die Auswirkungen von Armutsbedingungen sind in der Regel vielfältig und komplex, da Armut meist in Wechselwirkung mit anderen psychosozialen Risikokonstellationen auftritt. Während Armut, wenn überhaupt, in Statistiken gewöhnlich an den Einkommensverhältnissen gemessen wird, wird es der Situation der Betroffenen besser gerecht, wenn Armut als mehrfache Unterversorgungslage definiert wird, die mangelndes Einkommen, Arbeitslosigkeit, beengten Wohnraum (oft in psychosozial gefährdender Nachbarschaft) und fehlende Berufsausbildung einschließt und einen Mangel an Perspektiven. Zusätzlich ist die Konstellation gehäuft mit Drogen- und Alkoholproblemen assoziiert, mit Partnerschaftsproblemen, psychiatrischer Erkrankung eines oder beider Elternteile, mit der Notwendigkeit des Alleinerziehens, Minderjährigkeit der Mutter, sozialer Isolation u.a.. Die elterlichen Risikobelastungen gefährden, speziell in ihrer Kumulation und wechselseitigen Potenzierung, die Entwicklung von tragfähigen Eltern-Kind-Beziehungen als Voraussetzung einer gesunden emotionalen, sozialen, kognitiven und sprachlichen Entwicklung (v. Hofacker, 1997).

Der Beginn liegt oft in der Vorgeschichte der Eltern, die durch eine hochbelastete Kindheit mit Fehlen einer emotional verfügbaren, verläßlichen Bezugsperson, Aggression und Gewalt in der Familie, häufigem Wechsel von Bezugspersonen und in der weiteren Entwicklung durch Schwierigkeiten, tragfähige Beziehungen einzugehen, geprägt war.

Säuglinge und Kleinkinder bekommen die Auswirkungen von Armut überwiegend indirekt durch Beeinträchtigung der Eltern-Kind-Beziehungen zu spüren. Die Präokkupation der Eltern mit den konkreten Alltagsproblemen läßt wenig Raum für altersangemessene Anregungen des Kindes und Spiel. Der Alltag in den Familien ist durch häufigen Wechsel der Bezugspersonen gekennzeichnet, durch häufige Abwesenheit des Vaters, chaotische Zeitstruktur der täglichen Routinen und durch ein Nebeneinander von Nachlässigkeit, Gewährenlassen und unzureichender Beaufsichtigung auf der einen und unvermittelt strengen, oft körperlichen Disziplinierungsmaßnahmen auf der anderen Seite. Amerikanischen Untersuchungen nach führt diese Konstellation zu dysfunktionalen Interaktionsmustern, die die Entwicklung von impulsivem und provokativem Verhalten begünstigt (Fonagy 1996; Patterson et al. 1992). Klinisch können unter solchen Bedingungen innerfamiliärer Deprivation ausgeprägte behandlungsbedürftige Bindungsstörungen entstehen (Zeanah et al. 1993).

Auswirkungen von seelischer Erkrankung eines oder beider Elternteile

Zahlreiche Interaktionsbeobachtungen und prospektive Längsschnittstudien belegen, daß Kinder psychisch kranker Eltern ein hohes Risiko tragen, selbst im Laufe ihres Lebens psychisch krank zu werden. Dabei wirken mehrere Mechanismen der transgenerationalen Transmission zusammen, (1) genetische Faktoren, (2) eine z.B. bei Säuglingen depressiver Mütter erhöhte konstitutionelle Vulnerabilität und Irritierbarkeit (Murray & Cooper 1997), (3) mit der psychischen Erkrankung assoziierte psychosoziale Risikofaktoren (Radke-Yarrow et al. 1992; O’Hara, in Murray & Cooper 1997) und (4) eine Beeinträchtigung der vorsprachlichen Kommunikation in den alltäglichen Interaktionen (Cohn et al. 1986; Murray 1992). Bei ausgeprägten Depressionen im Wochenbett oder rezidivierenden phasischen Depressionen kommt es zu unterschiedlichen Störungsmustern der frühen Kommunikation. Bei gehemmter Depression sind die Eltern meist auch in ihren intuitiven Kompetenzen blockiert, sie verstummen, sind unfähig zu spielen, vermeiden entspannte Zwiegespräche, geben wenig Anregung und finden keinen emotionalen Kontakt zu ihrem Kind (Papoušek & von Hofacker 1995), in dem Maße, wie sie unter dem für die Erkrankung charakteristischen „Gefühl, nicht traurig sein zu können“ (Schulte 1961) leiden. Der Säugling reagiert darauf mit Zurückgezogenheit, Überwiegen von negativen Affekten, Dysphorie und Nachlassen eigener Intitiativen (Field et al. 1986), was die Sprachlosigkeit und Antriebshemmung des kranken Elternteils in einem Teufelskreis negativer Gegenseitigkeit verstärkt (Papoušek 1997). Bei agitierter Depression neigen die Eltern dazu, von innerer Unruhe getrieben ihr intuitives Verhaltensrepertoire auf zudringlich-überfordernde Weise einzusetzen (Cohn et al. 1986), ohne sich von den Signalen der Aufnahmebereitschaft, Reaktivität oder Belastetheit des Kindes leiten zu lassen. Gegenüber der Überstimulation reagiert der Säugling mit Blickabwendung, Vermeidung oder aggressiven Formen der Abwehr, was auf seiten der Eltern ein oft verzweifelt zudringliches Bemühen um Zuwendung des Kindes auslöst und damit ebenfalls in einen dysfunktionalen Teufelskreis negativer Gegenseitigkeit hineinführt (Papoušek 1995; 1997).

Auch nach Abklingen einer zeitlich befristeten Wochenbettsdepression bleiben die Kinder bis ins zweite Lebensjahr hinein gefährdet (Murray & Cooper 1997) und langfristig besteht ein um ein Vielfaches erhöhtes Risiko, an einer affektiven Störung, an expansiven Verhaltensstörungen, schizoaffketiven Psychose oder Sucht zu erkranken (Radke-Yarrow 1992; Seifer & Dickstein 1993; Zahn-Waxler et al. 1984).

Frühe Störungen der Verhaltensregulation: Öffnung der Münchner Sprechstunde für Schreibabys

Regulationsstörungen der frühen Kindheit (exzessives Schreien, Schlaf- und Fütterstörungen) finden sich in allen Gesellschaftsschichten und häufig auch im Kontext psychischer Erkrankungen der Eltern. Um Entstehungsbedingungen, Erscheinungsformen und Auswirkungen früher Regulationsstörungen zu untersuchen und den betroffenen Familien spezifische Diagnostik, Beratung und Behandlung anzubieten, wurde vor 6 Jahren im Sozialpädiatrischen Zentrum München eine seinerzeit noch einzigartige interdisziplinäre „Sprechstunde für Schreibabys“ eingerichtet (Papoušek et al. 1994). Nach anfänglicher Anlaufzeit hat sich die Inanspruchnahme von Jahr zu Jahr bis zum Erreichen der Kapazitätsgrenzen verdoppelt, sodaß inzwischen unzumutbare Wartezeiten entstanden sind. Bis heute wurden und werden über tausend Familien mit 0- bis 2jährigen Säuglingen und Kleinkindern in der Münchner Sprechstunde betreut. Unterstützt durch rege Forschungstätigkeit, gezielte Fort- und Weiterbildungsangebote und Öffentlichkeitsarbeit in den Medien ist inzwischen in vielen Berufsgruppen, die mit Säuglingen zu tun haben, die Aufmerksamkeit für frühe Probleme der Verhaltensregulation und der Eltern-Kind-Beziehungen gewachsen. Die Eltern selbst scheinen eher zu wagen, ihre Bedürfnisse zu artikulieren und aktiv Hilfe für den Umgang mit ihrem schwierigen Baby zu suchen. Eine ganze Reihe ähnlicher Sprechstunden hat bereits die Arbeit aufgenommen oder ist im Entstehen begriffen. Das ist eine erfreuliche Entwicklung , wenn auch der Bedarf bei weitem die personellen und räumlichen Kapazitäten der Anlaufstellen übersteigt (Barth 1995; im Druck) und die Finanzierung in den meisten Arbeitsbereichen noch nicht gesichert ist.

In Bezug auf den Bedarf an qualifizierter Aus- und Weiterbildung und an spezifischer Beratung scheint sich eine Lawine gelöst zu haben, die eine kaum noch zu kontrollierende Eigendynamik gewonnen hat. Dazu hat nicht zuletzt auch die Gründung der Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit e.V. (GAIMH), der länderübergreifenden deutschsprachigen Tochtergesellschaft der World Association for Infant Mental Health (WAIMH), beigetragen, mit ihren speziellen Arbeitskreisen zu den Themen „Hochrisikofamilien“, „Psychisch kranke Eltern“ und „Schreien-, Schlaf- und Fütterstörungen“.

Entstehungsbedingungen früher Störungen der seelischen Gesundheit des Kleinkindes und der Eltern-Kind-Beziehungen

In dem interdisziplinären Mitarbeiterteam der Sprechstunde gelang es, genauer zu analysieren, unter welchen Bedingungen Störungen der kindlichen Verhaltensregulation, der intuitiven elterlichen Kompetenzen und der frühen Beziehungen entstehen. Unstillbares, scheinbar grundloses Schreien in den ersten Lebensmonaten ist in der Regel auf eine anfängliche Unreife der kindlichen Schlaf-Wach-Regulation und anderer selbstregulatorischer Fähigkeiten zurückzuführen (Papoušek & Papoušek 1996). Nur aufgrund des weiteren Verlaufs läßt sich beim individuellen Kind beurteilen, in welchem Maße konstitutionelle oder durch Risikobelastung erworbene Probleme des Säuglings in Bezug auf sensorische Erregbarkeit, Tröstbarkeit, Voraussagbarkeit, Aktivitätsniveau und andere Merkmale eines schwierigen Temperamentes ursächlich oder verstärkend eine Rolle spielen (Papoušek & von Hofacker 1995).

Auswirkungen exzessiven Schreiens

Unstillbares Schreien stellt immer eine ernstzunehmende Belastungsprobe für die Eltern dar, die die psychische Befindlichkeit, die intuitiven Verhaltensbereitschaften und die Partnerschaft der Eltern erheblich in Mitleidenschaft ziehen kann. Unter günstigen Bedingungen sind die elterlichen Ressourcen – in der eigenen Persönlichkeit, Partnerschaft oder Herkunftsfamilie – ausreichend, um die kindlichen Regulationsprobleme durch die intuitiven elterlichen Kompetenzen aufzufangen und mit Hilfe einer fein abgestimmten regulatorischen Unterstützung gelassen und geduldig zu beheben (Papoušek & Papoušek 1990). Zu Beeinträchtigungen kommt es umso eher, je mehr die elterlichen Ressourcen bereits primär durch organische und/oder psychosoziale Belastungsfaktoren, speziell durch Armut und/oder psychische Erkrankungen eines Elternteils dezimiert sind. Hochgradige Erschöpfung, Verunsicherung und verletztes Selbstwertgefühl, Hilflosigkeit und Depressivität, ohnmächtige Wut, aggressive oder fugitive Phantasien und Schuldgefühle und Störungen der genuinen elterlichen Kompetenzen gehören zu den regelmäßigen Folgen des unstillbaren Schreiens, die ihrerseits ein Entgleisen der frühen Kommunikation in einen dysfunktionalen Teufelskreis auslösen und aufrechterhalten können. Je mehr Alltagskontexte betroffen sind, je weniger in anderen Kontexten ein kompensatorischer Ausgleich durch Erfahrungen positiver Gegenseitigkeit möglich ist, umso stärker belastet und umso gefährdeter sind die in Entwicklung befindlichen Eltern-Kind-Beziehungen (Papoušek 1995; 1997; von Hofacker et al. 1996).

Die normale ebenso wie die abweichende Entwicklung der Eltern-Kind-Beziehungen und der seelischen Gesundheit des Kindes läßt sich im Einklang mit den neueren Entwicklungsmodellen der Frühentwicklungsforschung am besten im Kontext eines komplexen dynamischen Systems verstehen, in dem man vergeblich nach simplifizierenden einseitigen Ursache-Wirkungs-Beziehungen sucht (Papoušek & von Hofacker 1995). Von Anfang an beeinflussen sich die Eltern und das Neugeborene gegenseitig, von Anfang an hat das Baby Anteil am Gelingen oder Mißlingen der frühen Beziehungen, von Anfang an kann es, oft durch einen geringfügigen Anlaß, zu dramatischen Entgleisungen kommen, die aber in der Regel ebenso rasch und durch einen manchmal geringfügigen Eingriff wieder behoben werden.

Langfristige Risiken und entsprechende Indikationen zu früher präventiver Intervention ergeben sich den eigenen Untersuchungen nach aus dem Zusammenwirken von ungünstigen kindlichen und elterlichen Prädispositionen, von Beeinträchtigungen der selbstregulatorischen Fähigkeiten des Säuglings und der intuitiven regulatorischen Unterstützung der Eltern. Dazu kommt eine Kumulation von organischen und vor allem psychosozialen Risikobelastungen, unter denen vor allem Streß und Ängste in der Schwangerschaft, Partnerschaftskonflikte, belastete Kindheit, unbewältigte Konflikte mit den eigenen Eltern und psychische Erkrankung der Mutter im Vordergrund stehen (Papoušek 1997; Papoušek & von Hofacker 1995). Im freien Spiel der Kräfte wirken sich diese Faktoren einmal mehr auf kindlicher, ein anderes Mal mehr auf elterlicher Seite, in jedem Fall aber in der Alltagsarena der Eltern-Kind-Interaktionen aus, wo dysfunktionale Kommunikationsmuster entstehen können, die bei langem Bestehen und besonders schwierigen Konstellationen über lange Zeit aufrechterhalten und zunehmend rigider werden (Papoušek 1996).

Chancen früher Prävention und Behandlung

In den vorigen Abschnitten ging es zunächst darum, die Aufmerksamkeit auf besondere Belastungen und Gefährdungen des Säuglings- und Kleinkindalters zu lenken, die lange vernachlässigt wurden. Das Hauptanliegen des Beitrags liegt jedoch darin, die heute verfügbaren Möglichkeiten früher Prävention und Behandlung auch für diese Risikogruppen aufzuzeigen und den enormen Bedarf an qualifizierten Präventions- und Behandlungsangeboten herauszustellen. In einer Zeit schrumpfender Ressourcen gilt es, alle vorhandenen Kräfte zu bündeln und einzusetzen, um bereits erarbeitete Präventions- und Behandlungskonzepte wissenschaftlich zu überprüfen, weiter zu entwickeln und die finanziellen und personellen Voraussetzungen für eine bedarfsgerechte frühe Prävention zu schaffen. Wir wissen bereits viel, was Säuglinge für eine gesunde seelische Entwicklung brauchen, wir haben viel gelernt, was Eltern brauchen, um sich auf ihre genuinen Früherziehungskompetenzen einlassen und verlassen zu können, und wir haben mit Hilfe videogestützter Verhaltensbeobachtung und Intervention gelernt, wie sich dysfunktionale Muster negativer Gegenseitigkeit in beidseits belohnende, funktionale Interaktionsmuster verwandeln lassen (Papoušek 1996).

Früherkennung, Prävention und Behandlung haben in den letzten Jahren entscheidende Impulse aus der interdisziplinären Frühentwicklungsforschung gewonnen (Papoušek 1998). (1) Die besonderen Möglichkeiten und Chancen früher Prävention beruhen zum einen auf dem basalen Wissen um die intuitiven elterlichen Kompetenzen der Mutter, um die universellen, biologisch verankerten intuitiven Verhaltensbereitschaften und Motivationen, die auf die entwicklungphasenspezifischen Bedürfnisse und heranreifenden Fähigkeiten des Säuglings optimal abgestimmt sind und dem Säugling zur Entfaltung seiner regulatorischen, integrativen und sozial-emotionalen Fähigkeiten eine komplementär ausgewogene kompensatorische Unterstützung anbieten (Papoušek & Papoušek 1987). Dies Wissen schließt ein, daß Väter, Geschwister und andere Bezugpersonen in gleicher Weise ausgestattet sind und daher bei Bedarf als Ersatzbezugspersonen Entlastung schaffen können.

(2) Die wachsenden Kenntnisse über die selbstregulatorischen Kompetenzen des Säuglings erlauben, im Kontext von Prävention und Behandlung auf seine Mitgestaltungskraft beim Aufbau der frühen Beziehungen und seiner eigenen seelischen Entwicklung zu bauen, auf seine innere Motivation zur Selbstwirksamkeit, seine Anpassungs- und Problemlösefähigkeiten, auf bestimmte Temperamentsmerkmale wie soziale Offenheit und positive Gestimmtheit und auf die Entwicklungsdynamik der genuinen kindlichen Reifungs- und Lernprozesse (Papoušek, 1998).

(3) Die neuen Kenntnisse über das fein abgestimmte vorsprachliche Zusammenspiel von kindlichen Fähigkeiten und Bedürfnissen auf der einen und intuitiver elterlicher Früherziehung auf der anderen Seite hat wesentlich dazu beigetragen, die vielfältigen Funktionen der frühen Eltern-Kind-Beziehungen besser zu verstehen. Die Erfahrung positiver Gegenseitigkeit in der frühen Kommunikation stellt eine einzigartige Ressource und Grundlage für die seelische Gesundheit und für die Entwicklung tragfähiger Eltern-Kind-Beziehungen dar. Die besonderen Chancen früher Prävention, Beratung und Behandlung liegen darin, diese Ressource mit ihren intrinsischen Selbstheilungskräften zu nutzen und gefährdeten Eltern-Kind-Paaren zugänglich zu machen. Dies gilt ebenso für die große Gruppe verunsicherter oder allzu verkopfter und gestreßter Eltern, die sich nicht auf ihre intuitiven Kompetenzen einzulassen und zu verlassen wagen, wie für die hochbelasteten Risikogruppen. Es lohnt sich, dafür alle verfügbaren präventiven und therapeutischen Mittel einzusetzen, und dies so früh und so behutsam wie möglich, um den kostbaren Schatz der intuitiv abgestimmten vorsprachlichen Kommunikation nicht zu stören oder bei Bedarf unbeschadet aus rationaler Blockierung, depressiver Hemmung oder Abspaltung zu befreien. Denn „……allem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben…..“ (aus H. Hesse „Stufen“).

Literatur:
Barth, R. (1995). Schreibabys. Bericht der Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Abteilung Gesundheitsförderung, Hamburg.

Barth, R. (1998). Psychotherapie und Beratung im Säuglings- und Kleinkindalter. In K. von Klitzing (Hrsg.), Psychotherapie und Beratung in der frühen Kindheit. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen.

Campbell, S. B., Cohn, J. F. & Meyers, T. (1995) Depression in first time mothers: Mother-infant interaction and depression chronicity. Developmental Psychology, 31, 349-357.

Cohn, J. F., Matias, R. Tronick, E. Z., Connell, D., & Lyons-Ruth, K. (1986). Face-to-face interactions of depressed mothers and their infants. In E. Z. Tronick & T. Field (eds.), New directions for child development: No. 34. Maternal depression and infant disturbance (pp. 31-47). Jossey-Bass: San Francisco.

Field,T., Sandberg, D., Garcia, R., Vega-Lahr, N., Goldstein, S. & Guy, L. (1985) Pregnancy problems, postpartum depression, and early mother-infant interactions. Developmental Psychology, 21, 1152-1156.

Fonagy, P. (1996, Juli). Prevention, the appropriate target of infant psychotherapy. Vortrag 6. Weltkongreß der World Association for Infant Mental Health (WAIMH), Tampere, Finnland.

Frodi, A. (1985) Variations in parental and nonparental response to early infant communication. In: The Psychobiology of Attachment and Separation (pp. 351-367), (ed. M. Reite & T. M. Field), ). Academic Press, Orlando.

Hofacker, N. von, Jacubeit, T., Malinowski, M., & Papoušek, M. (1996). Diagnostik von Beeinträchtigungen der Mutter-Kind-Beziehung bei frühkindlichen Störungen der Verhaltensregulation. Kindheit und Entwicklung, 5, 160-167.

Hofacker, N. von, Santavicca, G., Schieche, M., & Papousek, M. (July, 1997) 2 1/2-year follow-up of infants with persistent crying. Presentation at the 5th International Workshop of Infant Cry Research, Windermere, UK.

Hofacker, N. von (1997, September). Armut und psychosoziale Risikobedingungen in Familien mit kleinen Kindern in Deutschland. Vortrag 49. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin, Wien.

Hofacker, N. von, Deneke, C., Jacubeit, T., & Ziegenhain, U. (1997). Chancen und Notwendigkeit früher Prävention. Zur kritischen Lebenssituation von Säuglingen und Kleinkindern in psychosozial belasteten Familien. Stellungsnahme der Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit e.V. (GAIMH), der deutschsprachigen Tochtergesellschaft der World Association for Infant Mental Health (WAIMH). Erhältlich bei der Geschäftsstelle c/o Dr. M. Papousek, Heiglhofstr. 63, 81377 München).

Huston, A. C., McLoyd, V. C., & Garcia-Coll, S. (eds.) (1994). Children and poverty: Issues in contemporary research. Child Development, 65, 275-715. Special Issue on Children and poverty.

Laucht, M., Esser, G., Schmidt, M. H., Ihle, W., Marcus, A., Stöhr, R. M., & Weindrich, D. (1996). Viereinhalb Jahre danach: Mannheimer Risikokinder im Vorschulalter. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie, 24, 67-81.

Lier, l., Gammeltoft, M., & Knudson, I. J. (1995). Early mother-child relationship: The Copenhagen model of early preventive intervention towards mother-infant relationship disturbances. Arctic Medical Research, 54, 15-23.

Murray, L. (1992) The impact of postnatal depression on infant development. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 33, 543-561.

Murray, L., & Cooper, P. J. (eds.) (1997). Postpartum depression and child development. The Guilford Press, New York.

Papoušek, H. & Papoušek, M. (1987) Intuitive parenting: A dialectic counterpart to the infant’s integrative competence. In: Handbook of Infant Development, 2nd ed., (pp. 669-720) (ed. J. D. Osofsky), Wiley, New York.

Papoušek, M. (1995). Frühe Störungen der Eltern-Kind-Beziehungen im Säuglingsalter: Ein präventiver Ansatz zur Früherkennung und Behandlung. In H. Schneider (Hrsg.), Die frühe Kindheit (S. 1-21). Mattes Verlag, Heidelberg.

Papoušek, M. (1996) Die intuitive elterliche Kompetenz in der vorsprachlichen Kommunikation als Ansatz zur Diagnostik von präverbalen Kommunikations- und Beziehungsstörungen. Kindheit und Entwicklung, 5, 140-146.

Papoušek, M. (1997). Entwicklungsdynamik und Prävention früher Störungen der Eltern-Kind-Beziehungen. Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie, 28, Heft 93, 5-30.

Papoušek, M. (1998) Das Münchner Modell einer interaktionszentrierten Säuglings-Eltern-Beratung und –Psychotherapie. In K. von Klitzing (ed.), Psychotherapie und Beratung in der frühen Kindheit. Vandenhoeck & Rupprecht, Göttingen.

Papoušek, M. & von Hofacker, N. (1995) Persistent crying and parenting: Search for a butterfly in a dynamic system. Early Development and Parenting, 4, 209-224.

Papoušek, M. & Papoušek, H. (1990) Excessive infant crying and intuitive parental care: Buffering support and its failures in parent-infant interaction. Early Child Development and Care, 65, 117-126.

Papoušek, M. & Papoušek, H. (1996) Infant colic, state regulation, and interaction with parents: A systems approach. In: Child development and behavioral pediatrics: Toward understanding children and health (pp. 11-33) (eds. M. H. Bornstein & J. L. Genevro), Erlbaum, Hillsdale, NJ.

Patterson, G. R., Reid, J. B., & Dishion, T. J. (1992). Antisocial boys. Castalia, Eugene, OR.

Radke-Yarrow, M., Nottelmann, E., Martinez, P., Fox, M. B., & Blemont, B. (1992). Young children of affectively ill parents: A longitudinal study of psychosocial development. Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry, 31, 68-77.

Rautava, P., Lehtonen, L., Helenius, H. & Sillanpää, M. (1995) Infantile colic: Child and family three years later. Pediatrics, 96, 43-47.

Schulte, W. (1961). Nichttraurigseinkönnen im Kern melancholischen Erlebens. Nervenarzt, 7, 314-320.

Seifer, R., & Dickstein, S. (1993). Parental mental illness and infant development. In C. H. Zeanah (ed.), Handbook of infant mental health (120-142). Guilford Press, New York.

Steele, M., & Steele, H. (1995). Intergenerationale Tradierung von Bindung, mütterliche Responsivität und Fremdbetreuung: Eine ideographische Illustration (S. 161-177). In G. Spangler & P. Zimmermann (Hrsg.), Die Bindungstheorie: Grundlagen, Forschung und Anwendung. Klett-Cotta, Stuttgart.

St. James-Roberts, I. & Halil, T, (1991) Infant crying patterns in the first year: normative and clinical findings. Journal of Child Psychology and Psychiatry, 32, 951-968.

Zahn-Waxler, C., McKnew, D. H., Cummings, E. M., Davenport, Y. B., & Radke-Yarrow, M. (1984). Problem behaviors and peer interactions of young children with a manic-depressive parent. American Journal of Psychiatry, 141, 236-240.

Zeanah, C., Mammen, O. K., & Lieberman, A. F. (1993). Disorders of attachment (pp. 332-249). In C. H. Zeanah (ed.), Handbook of infant mental health. Guilford Press, New York.