Zeitschrift frühe Kindheit – Archiv

Mobil mit Tragetuch

Der Körperbau eines Babys unterscheidet sich in Vielem von dem eines Erwachsenen: Der große Kopf, der runde Rücken, die nach vorn gekippte Hüfte, die leicht abgespreizten und angewinkelten Beinchen – ist dieser Körperbau nur eine Folge der vorherigen Enge oder steckt ein tieferer Sinn dahinter?

Der Körperbau des Babys ist nicht unausgereift, sondern die optimale Anpassung an seine altersspezifischen Verhaltensweisen. Diese anatomische Besonderheit führt dazu, dass entspannte Säuglinge eine Haltung einnehmen, die fast so aussieht, als wollten sie mit ihren Beinchen etwas umfassen. Das muss einen Grund haben: Als das Rad noch nicht erfunden war, waren unsere Ahnen in Sachen Nahrungsbeschaffung ständig auf den Beinen. Wer nicht laufen konnte, wurde eben getragen. Die Säuglinge klammerten sich an ihre Mütter. Das Zurückbleiben hätte den sicheren Tod bedeutet. Der Reflex, sich festzuklammern, existiert bei Neugeborenen heute noch. Doch auch ein paar Kilo Erdenbürger können auf die Dauer ganz schön an den Armen ziehen. Eine Tragehilfe ist also bestimmt eine gute Idee.

Was ist eine gute Tragehilfe?
Eine gute Tragehilfe umschließt gleichmäßig die Körper des Babys und des Erwachsenen. Beide sind so eng verbunden, dass das Baby beim Gehen und selbst beim Laufen nicht „herumbaumelt“. Sie muss stufenlos und individuell anpassbar sein und darf weder drücken noch scheuern. Sie sollte verschiedene Tragepositionen ermöglichen (vorne, seitlich, hinten), und das alles muss mit drei Kilo Neugeborenem so gut klappen wie mit 18 Kilo „müdem Wanderer“. Diese Vielseitigkeit bietet nur das Tragetuch.

Wie es zu der Firma DIDYMOS kam
Als Erika Hoffmann 1970 zum dritten Mal mit Zwillingen schwanger war, wusste sie, dass sie auch ihre Zwillinge so viel tragen wollte wie nur möglich. Um den Kleinen zu ihrem Recht zu verhelfen, besann sie sich auf die alte Technik des Tragens in einem Tragetuch. Ihr erstes Tuch brachte ein Freund aus Südamerika mit. Nach zahlreichen Versuchen mit unterschiedlichen Bindeweisen erwies es sich als brauchbar, wenn auch nicht ideal. Sein täglicher Einsatz mit den Zwillingen wäre auch Privatsache geblieben, wenn nicht verschiedene Zeitschriften diese damals noch exotische Art des Babytransportes ins Licht der Öffentlichkeit gerückt hätten. Die Folge war eine Vielzahl von Anfragen von Eltern aus ganz Deutschland.

Um die Materialschwächen ihres eigenen Tuches wissend, entwickelte Erika Hoffmann zusammen mit einer Weberei das ideale Tragetuch. Allein Mundpropaganda sorgte dafür, dass die Nachfrage auch in der Folgezeit nicht nachließ und so wurde die Firma DIDYMOS (griechisch: Zwilling) gegründet.

In intensivem Erfahrungsaustausch mit Eltern, Hebammen und Ärzten werden die Tragetücher und Bindeanleitungen bis heute ständig weiter optimiert. Nach nunmehr drei Jahrzehnten geht der Familienbetrieb an die Generation der einst ersten „Tragetuchkinder“ Deutschlands über.

DIDYMOS® GmbH
Alleenstr. 8, 71638 Ludwigsburg
Tel.: 07141-92 10 24, Fax: 07141-92 10 26