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Unser ca. wöchentlich erscheinender Newsletter enthält Nachrichten rund um die Themen Kind, Familie, Gesellschaft und Politik.

Newsletter Nr. 10/2020 vom 29. Juni 2020

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  1. Kindergarten plus Sonderaktion für Kitas und Familien wird verlängert
  2. Jahrestagung der Liga: Wenn Eltern psychisch krank sind: was brauchen die Kinder?
  3. Reform des Vormundschafts- und Betreuungsrechts: BMJV legt Gesetzentwurf vor
  4. Rassismus für Kinder erklärt: Ein Ratgeber der SOS-Kinderdörfer weltweit
  5. Digitale-Familienleistungen-Gesetz im Kabinett beschlossen
  6. Verband alleinerziehender Mütter und Väter: Kinderbonus statt Elternbonus!
  7. Zukunftsforum Familie: Regelsätze endlich existenzsichernd ausgestalten
  8. Mehr Sicherheit bei der parenteralen Ernährung von Kindern
  9. UNICEF: Unterstützung für Kinder gerade in Krisenzeiten unverzichtbar
  10. „UN-Liste der Schande“ zu Kindern in bewaffneten Konflikten ist eine Schande

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1. Kindergarten plus Sonderaktion für Kitas und Familien wird verlängert

Raus aus dem Lockdown und über Not- und Teilbetreuung nun, unter Vorbehalt, wieder hinein in einen „neu-normalen“ Kitaalltag. Die COVID-19-bedingten Veränderungen im Rahmen der Kita-Betreuung machen Kindern, Eltern und Fachkräften weiterhin zu schaffen. Wo bleiben bei den zu berücksichtigenden Vorsichtsmaßnahmen Spontanität, Freude und die Möglichkeit, seinen Gefühlen genügend Raum zu geben? Kindergarten plus, das Praxisprogramm der Deutschen Liga für das Kind, fördert erfolgreich seit 2005 sozial-emotionale Kompetenzen von Kindern in Kindertageseinrichtungen. Das Programm hilft dabei, mit Gefühlen gut umzugehen, sich selbst und andere wahrzunehmen und gemeinsam konstruktive Lösungen zu finden. Seit April dieses Jahres stehen ausgewählte Kindergarten plus-Materialien Kitas und Eltern kostengünstig zur Verfügung. Dazu gehören: das Spiel- und Gesprächsanregungs-Set (mit Türhänger, Legekarten, Stimmungsbarometer und Gefühls-Rahmen), das Kniebuch „Tula und Tim im Land der Gefühle“ sowie ein extra zusammengestelltes Eltern-Set. Alle Materialien regen dazu an, gemeinsam Spaß zu haben, die Welt der Gefühle zu entdecken, miteinander zu spielen und ins Gespräch zu kommen. Die Deutsche Liga für das Kind reagiert mit dieser Aktion auf zuvor in einer internen Umfrage erhobene Bedarfe von Kitas und Familien. Aufgrund der großen Nachfrage wird diese Aktion nun verlängert.

Bestellungen unter http://kindergartenplus.de/shop-seminare/

Quelle: Meldung der Deutschen Liga für das Kind vom 24. Juni 2020

 

2. Jahrestagung der Liga: Wenn Eltern psychisch krank sind: was brauchen die Kinder?

Unter dem Titel „Wenn Eltern psychisch krank sind: was brauchen die Kinder? Herausforderungen für die Hilfesysteme“ findet am 23./24.10.2020 im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg die diesjährige öffentliche Jahrestagung der Deutschen Liga für das Kind statt. Die Schirmherrschaft hat Daniela Ludwig übernommen, Drogenbeauftragte der Bundesregierung.

Kinder psychisch- und suchterkrankter Eltern sind in mehrfacher Hinsicht belastet. Sie bekommen nicht die nötige Aufmerksamkeit und Unterstützung und müssen häufig Versorgungsaufgaben im Alltag übernehmen, die nicht kindgerecht sind. Bei manchen kommen akute Gefährdungen hinzu. Das Risiko, dass diese Kinder später selbst eine seelische Erkrankung entwickeln, ist hoch.

Was bedeutet das für die Kinder? Welche Hilfen sind nötig und wie können diese sichergestellt werden? Wie gelingt es den beteiligten Berufsgruppen, im besten Interesse des Kindes zu kooperieren? Auf welche Weise können die Schnittstellen zwischen den Hilfesystemen verbessert werden? Wo sind gesetzliche Änderungen notwendig und was kann die Politik tun?

Auf der Tagung wird erörtert, auf welche Weise das Wohl von Kindern psychisch- und suchterkrankter Eltern bestmöglich gesichert werden kann, wie die Hilfesysteme organisiert sein sollten und welche rechtlichen und politischen Handlungsbedarfe bestehen. Die interdisziplinäre Tagung richtet sich an alle mit Kindern und Familien tätigen Fachkräfte, an Verantwortliche in Politik und Verwaltung sowie an Studierende, Auszubildende und alle am Thema Interessierte.

Referentinnen und Referenten der Tagung: Prof’in Dr. Silke Wiegand-Grefe, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychotherapie und -psychosomatik am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und MSH Medical School Hamburg (Hilfen für Kinder psychisch- und suchterkrankter Eltern); Prof’in Dr. Sabine Wagenblass, Fakultät für Gesellschaftswissenschaften der Hochschule Bremen (Kinder psychisch erkrankter Eltern. Herausforderungen für die Kinder- und Jugendhilfe); Dr. med. Areej Zindler, Leiterin der Flüchtlingsambulanz im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Psychisch erkrankte Eltern in geflüchteten Familien. Welche Hilfen brauchen die Kinder?); Dr. phil. Anna-Lena Zietlow, Akademische Mitarbeiterin am Institut für Medizinische Psychologie an der Universität Heidelberg (Die Bedeutung postpartaler Depression und Angststörungen für die Mutter-Kind-Interaktion und die kindliche Entwicklung); Dr. Heinz Kindler, Leiter der Fachgruppe „Familienhilfe und Kinderschutz“ des Deutschen Jugendinstituts in München (Kinder psychisch- und suchterkrankter Eltern. Die Zusammenarbeit der Berufsgruppen und Systeme).

Online-Anmeldung unter: http://fruehe-kindheit-online.de/?cat=c13_Jahrestagung-2020-Jahrestagung-2020.html. Falls die Tagung aufgrund von Einschränkungen durch die Corona-Pandemie nicht in Hamburg stattfinden kann, wird sie auf ein Online-Format umgestellt.

Informationen und Programm: Deutsche Liga für das Kind, Charlottenstr. 65, 10117 Berlin

Tel.: 030-28 59 99 70, E-Mail: post@liga-kind.de, www.liga-kind.de

Quelle: Meldung der Deutschen Liga für das Kind vom 20.6.2020

 

3. Reform des Vormundschafts- und Betreuungsrechts: BMJV legt Gesetzentwurf vor

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat heute seinen Entwurf für ein Gesetz zur Reform des Vormundschafts- und Betreuungsrechts veröffentlicht. Die Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Christine Lambrecht, erklärt: „Wir wollen die Stellung der Kinder verbessern und ihr Recht auf Pflege und Erziehung ins Zentrum des Vormundschaftsrechtes stellen. Auch die Rechte der Pflegeeltern, bei denen die Mündel aufwachsen, sollen gestärkt werden. Im Betreuungsrecht wollen wir mehr Selbstbestimmung und eine hohe Qualität der rechtlichen Betreuung für die betreuten Menschen gewährleisten. Das Betreuungsrecht wird daher entsprechend den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention verstärkt am Selbstbestimmungsrecht der Betreuten ausgerichtet. Darüber hinaus wird ein zeitlich begrenztes Notvertretungsrecht für Ehegatten in Angelegenheiten der Gesundheitssorge eingeführt.“

Mit dem im Koalitionsvertrag verabredeten Reformvorhaben soll das aus dem Jahre 1896 stammende Vormundschaftsrecht an die heutigen Bedürfnisse angepasst werden. Die Reformvorschläge sind in fachspezifischen Arbeitsgruppen intensiv vorbereitet worden. Das vom BMJV vorgelegte Gesetzespaket sieht einschließlich aller Folgeanpassungen eine Änderung von 46 Gesetzen vor.

Das Gesetzespaket umfasst u. a. folgende Vorschläge:

  • Das Vormundschafts- und das Betreuungsrecht werden insgesamt neu strukturiert. Die Vorschriften des geltenden Vormundschaftsrechts zur Vermögenssorge, zu Fürsorge und Aufsicht des Gerichts sowie zum Aufwendungsersatz und zur Vergütung werden ins Betreuungsrecht eingeordnet und, soweit erforderlich, an das Betreuungsrecht angepasst.
  • Im Vormundschaftsrecht soll der Mündel mit seinen Rechten als Subjekt im Zentrum stehen und die Personensorge gestärkt werden.
  • Die Rechte der Pflegeeltern, bei denen die Mündel aufwachsen, sollen gestärkt werden.
  • Die verschiedenen Vormundschaftstypen werden zu einem Gesamtsystem zusammengefügt, in dem die beruflichen Vormünder einschließlich des Jugendamts als Amtsvormund gleichrangig sind, nur ehrenamtliche Vormünder sind vorrangig zu bestellen.
  • Im Betreuungsrecht sind die Änderungen zentral darauf ausgerichtet, die Selbstbestimmung und die Autonomie unterstützungsbedürftiger Menschen im Vorfeld und innerhalb einer rechtlichen Betreuung im Sinne von Artikel 12 UN-Behindertenrechtskonvention zu stärken.
  • Es wird klarer geregelt, dass die rechtliche Betreuung in erster Linie eine Unterstützung des Betreuten bei der Besorgung seiner Angelegenheiten durch eigenes selbstbestimmtes Handeln gewährleistet und der Betreuer das Mittel der Stellvertretung nur einsetzen darf, soweit es erforderlich ist.
  • Der Vorrang der Wünsche des Betreuten wird als zentraler Maßstab des Betreuungsrechts normiert, der gleichermaßen für das Betreuerhandeln, die Eignung des Betreuers und die Wahrnehmung der gerichtlichen Aufsicht gilt.
  • Die betroffene Person soll zudem in sämtlichen Stadien des Betreuungsverfahrens besser informiert und stärker eingebunden werden, insbesondere in die gerichtliche Entscheidung über das Ob und das Wie der Betreuerbestellung, in die Auswahl des konkreten Betreuers, aber auch in dessen Kontrolle durch das Betreuungsgericht.
  • Zur Verbesserung des Informations- und Kenntnisniveaus bei ehrenamtlichen Betreuern wird die Möglichkeit einer engen Anbindung an einen anerkannten Betreuungsverein im Wege einer Vereinbarung über eine Begleitung und Unterstützung neu eingeführt.
  • Zur Sicherstellung einer einheitlichen Qualität der beruflichen Betreuung soll ein formales Registrierungsverfahren mit persönlichen und fachlichen Mindesteignungsvoraussetzungen für berufliche Betreuer eingeführt werden.
  • Der Entwurf sieht verschiedene Maßnahmen zur effektiveren Umsetzung des Erforderlichkeitsgrundsatzes im Vorfeld der Betreuung, insbesondere an der Schnittstelle zum Sozialrecht, vor.
  • Die Verwaltung des Vermögens durch Betreuer und Vormünder soll modernisiert werden und künftig grundsätzlich bargeldlos erfolgen.
  • Schließlich sollen sich Ehegatten in Angelegenheiten der Gesundheitssorge kraft Gesetzes für die Dauer von drei Monaten gegenseitig vertreten können, wenn ein Ehegatte aufgrund von Bewusstlosigkeit oder einer Krankheit seine Angelegenheiten der Gesundheitssorge vorübergehend rechtlich nicht besorgen kann.

Der Referentenentwurf wurde heute zur Stellungnahme an Länder und Verbände verschickt. Den Entwurf können Sie hier abrufen.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz vom 23. Juni 2020

 

4. Rassismus für Kinder erklärt: Ein Ratgeber der SOS-Kinderdörfer weltweit

Am 25. Mai 2020 kam George Floyd, ein Schwarzer Mann, in den USA durch rassistische Gewalt ums Leben – ein Verbrechen, das uns alle angeht. Auch in Deutschland gehen die Menschen seither auf die Straße, um gegen Rassismus zu protestieren. Das zeigt: Auch hierzulande gibt es dringenden Handlungsbedarf. „Wir müssen schon mit unseren Kindern über Rassismus sprechen!“, sagt Boris Breyer, stellvertretender Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit. Nur ist das gar nicht so einfach: „Kinder wollen verstehen – aber sie geben sich nicht mit jeder Antwort zufrieden.“ Deshalb hat die Hilfsorganisation die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengefasst und gibt Tipps, was Eltern tun können, um mit ihren Kindern kompetent über Rassismus zu sprechen.

Was ist Rassismus? Eine kindgerechte Erklärung könnte so aussehen: „Rassismus bedeutet, dass ich jemanden ablehne, gemein und unfreundlich bin, nur, weil er anders aussieht oder aus einer anderen Kultur kommt. Es spielt dabei keine Rolle, was er tut oder sagt. Ich interessiere mich nicht für seine Meinung oder seine Hobbys, es ist mir auch egal, ob er nett ist oder Humor hat. All das zählt nicht.“

Wie äußert sich Rassismus in unserem Alltag? Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, was in unserem Alltag rassistisch ist: Wenn jemand ausgeschlossen wird, weil er anders aussieht. Wenn niemand neben dem dunkelhäutigen Schüler sitzen möchte. Oder wenn einem Menschen anderer Herkunft dazu gratuliert wird, dass er gut Deutsch spricht. Vielleicht ist er ja hier aufgewachsen?

Wer Kindern Rassismus erklären will, muss sich auch selbst hinterfragen: Ein Gespräch mit den Kindern ist immer auch eine Chance, sich selbst auf die Schliche zu kommen und eigene Vorurteile zu entdecken: Bin ich wirklich so offen? Oder gibt es Situationen, in denen ich Andere aufgrund ihrer Kultur oder Hautfarbe beurteile? Die Möglichkeit, dies zu verändern, besteht immer.

Kindern spielerisch begreifbar machen, wie die Welt aussieht: In vielen Kinderbüchern sind alle Jungen und Mädchen hellhäutig und unter den Buntstiften gilt ein blasses Rosa als Hautfarbe. Bringen Sie die Welt ins Kinderzimmer: Hautfarbe kann alles Mögliche sein, rosa, gelbbraun, dunkelbraun. Und jede Kultur hat wunderbare Geschichten zu bieten.

Welche Worte sollten Eltern ihren Kindern erklären? Begriffliche Unterscheidungen wie „People of Color“, „Schwarze Person“ oder „farbig“ sind für Kinder nicht leicht zu verstehen. Deshalb: Erklären Sie Ihrem Kind, dass es nicht relevant ist, ob ein Mensch „schwarz“ oder „weiß“ ist. Warum sollte man einen Schwarzen Freund als Schwarzen Freund bezeichnen? Er kann einfach Theo sein, der zum Beispiel super Fußball spielt.

Realistisch sein und nicht aufgeben: Es ist traurig, aber man muss auch realistisch sein: Ihr Kind wird regelmäßig mit Rassismus konfrontiert sein – wenn auch vielleicht nicht am eigenen Leib. Denn Rassismus existiert und wird nicht von heute auf morgen verschwinden. Er hat eine lange Geschichte und ist tief im System verankert. Alle müssen mitmachen, sonst wird sich langfristig nichts ändern. Nehmen Sie das als Ansporn, um mit Menschen im Umfeld zu reden und sie zu mobilisieren. Die Zauberformel lautet: Rassismus permanent sichtbar machen, aufzeigen und darüber sprechen. Aufstehen, laut sein – Missstände und Diskriminierung zum Thema machen. Machen Sie Ihrem Kind klar, dass es um Verantwortung und Respekt füreinander geht.

Was kann mein Kind gegen Rassismus tun? Suchen Sie gemeinsam mit ihrem Kind nach Möglichkeiten zu handeln. Sich gegen Rassismus einzusetzen kann bedeuten, dass ich Stellung beziehe, wenn ein Mitschüler anderer Herkunft ausgegrenzt wird. Oder dass ich selbst mehr auf meine Sprache achte. All die kleinen Dinge machen einen Unterschied.

Die SOS-Kinderdörfer sind vielerorts ein lebendiges Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung: Es gehört zu ihren Grundsätzen, Kinder in Not zu unterstützen, unabhängig von ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Im SOS-Kinderdorf Ksarnaba im Libanon wachsen Sunniten, Schiiten und Christen zusammen auf, in den SOS-Kinderdörfern in Ecuador finden sowohl Nachkommen der Ureinwohner als auch der europäischen Einwanderer ein Zuhause und in Indien freuen sich christliche Kinder, die Feste ihrer Hindu-Freunde mit zu feiern – und umgekehrt.

Quelle: Pressemitteilung der SOS-Kinderdörfer weltweit vom 23. Juni 2020

 

5. Digitale-Familienleistungen-Gesetz im Kabinett beschlossen

Die Bundesregierung arbeitet an einer zügigen Digitalisierung der Verwaltung. Heute hat das Bundeskabinett nun ein Gesetz auf den Weg gebracht, das es ermöglicht, fünf wichtige Familienleistungen in einem digitalen Kombiantrag zusammenzufassen. In einem Zuge können Eltern künftig die Geburtsurkunde – mit förmlicher Namensfestlegung und Geburtsanzeige – sowie Eltern- und Kindergeld beantragen. In der nächsten Stufe soll auch der Kinderzuschlag dazukommen.

Entscheidendes Element des Gesetzes ist die Regelung des elektronischen Datenaustausches. An vielen Stellen können Behörden notwendige Daten untereinander abrufen. Bürgerinnen und Bürger müssen künftig keine Nachweise mehr selbst einreichen. Die zuständigen Standesämter, Krankenkassen, Elterngeldstellen und die Deutsche Rentenversicherung werden zum elektronischen Datenaustausch auf Wunsch der Eltern ermächtigt. Damit entfallen mehrere Papiernachweispflichten für die Eltern. Doppeleingaben in verschiedenen Anträgen werden durch den digitalen Kombiantrag vermieden.

Bundesinnenminister Horst Seehofer: „Mit dem Digitale-Familienleistungen-Gesetz wollen wir den Alltag von jungen Familien erleichtern. Gerade nach der Geburt gibt es wichtigeres, als sich mit Behördengängen und Formularen zu beschäftigen. Das Gesetz bildet daher einen weiteren Meilenstein auf dem Weg der Digitalisierung unserer bürgernahen Verwaltung.“

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey: „Mit dem Digitale Familienleistungen-Gesetz wird heute ein Flaggschiff der Verwaltungsdigitalisierung ermöglicht. Es ist das erste seiner Art zur Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes und daher Wegbereiter für andere noch zu digitalisierende Verwaltungsleistungen. Eltern sollen mehr Zeit für ihre Kinder haben und von Bürokratie entlastet werden. Deshalb bündeln wir die wichtigsten Leistungen bei der Geburt eines Kindes. Eltern müssen künftig weniger Papiernachweise beilegen und alle notwendigen Angaben auch nur noch einmal in einen digitalen Kombiantrag eingeben. Statt Formulare und Unterlagen an verschiedene Stellen bringen zu müssen, können Eltern zustimmen, dass die Behörden viele der notwendigen Daten und Informationen künftig untereinander elektronisch austauschen dürfen. So gewinnen Eltern, aber auch Verwaltung und Wirtschaft mehr Zeit.“

Spätestens 2022 sollen die Vorteile bundesweit allen Eltern zur Verfügung stehen. Ein erster Prototyp des Kombiantrags mit elektronischem Datenaustausch, die Anwendung ELFE (Einfach Leistungen für Eltern) soll noch in diesem Jahr in Bremen getestet werden.

Das Gesetz, das mehrere Verwaltungsebenen bei Bund und Ländern berührt, ist arbeitsteilig vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend entwickelt worden.

Mit dem geplanten Datenaustausch zwischen Behörden geht die Bundesregierung über die Anforderungen des Onlinezugangsgesetzes hinaus. Der Gesetzentwurf enthält zudem Rechtsgrundlagen für ein Nutzerkonto auf ELSTER-Basis.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums vom 24. Juni 2020

 

6. Verband alleinerziehender Mütter und Väter: Kinderbonus statt Elternbonus!

Der Finanzausschuss berät heute steuerliche Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Coronakrise. Auch der Kinderbonus in Höhe von 300 Euro ist Teil des Gesetzespaktes. Hierzu erklärt Miriam Hoheisel, Geschäftsführerin des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV), die als Sachverständige den VAMV bei der Anhörung vertritt:

„Wir begrüßen grundsätzlich, dass Familien durch den Kinderbonus bei der Bewältigung der Krise unterstützt werden, denn Familien tragen schwer an der Krise. Allerdings sind 300 Euro nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Sehr kritisch sehen wir, dass der Kinderbonus hälftig mit dem Kindesunterhalt verrechnet werden soll: Unterm Strich kommen nur 150 Euro in der Haushaltskasse von Alleinerziehenden an. Was beim Kindergeld seine Berechtigung hat, ist beim Kinderbonus nicht angemessen! Alleinerziehende haben typischerweise Mehrausgaben wegen der Krise, etwa weil das Mittagessen in Schule und Kita weggefallen ist und günstige Lebensmittel gleichzeitig zur Mangelware wurden. Der Kinderbonus wird dort gebraucht, wo das Kind seinen Lebensmittelpunkt hat, da hier die Kosten für das Kind entstehen. Wir wollen einen Kinderbonus und keinen Elternbonus – deshalb fordern wir den vollen Kinderbonus für Alleinerziehende! Fürs Wechselmodell schlagen wir eine hälftige Verteilung des Kinderbonus in den paritätisch betreuenden Haushalten vor.

Den steuerlichen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zu verdoppeln, begrüßen wir als VAMV! Die Krise hat Allerziehende besonders hart getroffen und ihre Mehrbelastung weiter potenziert. Wir haben es allerdings mit einer dauerhaften Mehrbelastung von Alleinziehen-den zu tun – deshalb sollte auch der Entlastungsbetrag dauerhaft erhöht werden und nicht nur für zwei Jahre! Trotz Verdoppelung ist der Entlastungsbetrag weiter zu niedrig, um Alleinerziehende in vergleichbarer Weise wie Ehepaare zu entlasten. Insgesamt brauchen wir bei der Familienbesteuerung den Mut für grundlegende Reformen, um für Steuergerechtigkeit für Alleinziehende zu sorgen und um der Vielfalt von Familienformen gerecht zu werden. Als VAMV plädieren wir für einen Systemwechsel hin zu einer Kindergrundsicherung in Kombination mit einer Individualbesteuerung, statt der bestehenden Besteuerung nach Familienform.“

Der VAMV hat einen Formulierungsvorschlag für das geplante Gesetz vorgelegt, mit dem sichergestellt werden kann, dass der Kinderbonus voll bei den Alleinerziehenden ankommt.

Quelle: Pressemitteilung des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter vom 22. Juni 2020

 

7. Zukunftsforum Familie: Regelsätze endlich existenzsichernd ausgestalten

Anlässlich der heutigen Veröffentlichung des Positionspapiers der Grünen-Bundestagsfraktion „Grüne Garantiesicherung statt Hartz IV“ begrüßt das Zukunftsforum Familie e.V. den Vorstoß und fordert eine schnelle Umsetzung.

Schon lange bemängelt das ZFF die Methode zur Berechnung der Hartz IV Regelsätze, da u. a. einzelne Ausgabenpositionen willkürlich herausgestrichen und verdeckt arme Haushalte in die Berechnungen einbezogen werden. Die Bundestagsfraktion der Grünen hat diese Kritik nun aufgegriffen und ein methodisch konsistentes Modell vorgelegt, auf dessen Basis Regelsätze besser und nachvollziehbarer als bisher berechnet werden. Damit wird auch die Höhe der Grünen-Kindergrundsicherung festgelegt.

Christiane Reckmann, Vorsitzende des ZFF, erklärt: „Drei Millionen Kinder und ihre Familien erleben täglich was es heißt, arm zu sein: Geringere Bildungschancen, weniger soziale Teilhabe, schlechtere materielle Grundversorgung und beengte Wohnverhältnisse. Viele Kinder wachsen heute zudem in Haushalten auf, bei denen die Eltern trotz Erwerbsarbeit auf aufstockende Leistungen angewiesen sind. Die Corona-Pandemie hat diese Schieflage verstärkt. Erwachsene und Kinder, die SGB-II Leistungen erhalten, dürfen nicht weiter an den Rand gedrängt werden! Sie brauchen mehr als ein Minimum, das heißt existenzsichernde Leistungen, die Teilhabe sicherstellen. Sie brauchen aber auch existenzsichernde Löhne, die sie unabhängig von staatlichen Leistungen machen. Die Grünen greifen dieses in ihrem Konzept auf, das unterstützen wir!“

Reckmann ergänzt: „Wir begrüßen, dass mit dem Vorschlag zur Berechnung der Regelsätze zum ersten Mal eine echte Grundlage für die Höhe der Grünen-Kindergrundsicherung geschaffen wurde. Damit wird unsere langjährige Forderung nach einer Neuberechnung des Existenzminimums endlich aufgriffen. Um die Familienförderung langfristig vom Kopf auf die Füße zu stellen und armutssicher auszugestalten, fordern wir seit 2009 gemeinsam mit einem breiten Bündnis eine einkommensabhängige Kindergrundsicherung in Höhe von derzeit 628 Euro. So sieht soziale Gerechtigkeit aus!“

Zum Bündnis KINDEGRUNDSICHERUNG finden Sie hier weitere Informationen.

Quelle: Pressemitteilung des Zukunftsforums Familie vom 23. Juni 2020

 

8. Mehr Sicherheit bei der parenteralen Ernährung von Kindern

Manche schweren Krankheiten führen dazu, dass ein Kind die Nahrung nicht oder nicht in ausreichender Menge über den Magen-Darm-Trakt aufnehmen kann. Dann müssen die notwendigen Nährstoffe mit einer Infusionslösung über eine Vene zugeführt werden, wobei viele Details sehr sorgfältig zu beachten sind.

Jetzt hat die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) gemeinsam mit ihren österreichischen und schweizerischen Schwestergesellschaften sowie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) eine Empfehlung für Fachkreise vorgelegt, die insbesondere auf die praktische Anwendung der künstlichen Ernährung eingeht.

„Mit dem Konsenspapier wollen wir Fachkräften in der Pädiatrie Orientierung und Übersicht in diesem komplexen Spezialgebiet vermitteln“, so Prof. Dr. Berthold Koletzko, Vorsitzender der DGKJ-Ernährungskommission. Basis der Empfehlung ist eine 2018 vorgelegte internationale Leitlinie, die auf die spezifischen Aspekte der parenteralen Ernährung eingeht.

Darin wird in 14 Kapiteln sehr detailliert u.a. auf die Besonderheiten des Flüssigkeitsmanagements, der Mikro- und Makronährstoffzufuhr oder auch des Zugangs eingegangen. Das Konsenspapier geht auf die Neuerungen und Hauptaussagen der Guideline ein und stellt sie unter dem Ziel der praxisbezogenen Arbeitshilfe im pädiatrischen Alltag komprimiert zusammen.

Prof. Koletzko greift beispielhaft einen Aspekt des Konsenspapiers auf: „Neu ist, dass wir nun die Verwendung von Standardlösungen für sehr viele kindliche Patienten empfehlen können. Wo vorher je nach den individuellen Bedürfnissen eines Kindes eine eigene Lösung zubereitet wurde, kann man nun auf die Modifikation einer gebrauchsfertigen Zubereitung setzen. Dies erhöht die Patientensicherheit und erleichtert die Anwendung.“

Kinder mit einem besonderen Nährstoffbedarf oder der Notwendigkeit einer langzeitigen intravenösen Ernährung bedürfen aber individuell zusammengestellter Nährstofflösungen.

Das Konsenspapier der Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ), der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), der Ernährungskommission der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie (SGP) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) ist abrufbar unter diesem Link auf die DGKJ-Homepage.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin vom 24. Juni 2020

 

9. UNICEF: Unterstützung für Kinder gerade in Krisenzeiten unverzichtbar

Das Deutsche Komitee für UNICEF hat im Jahr 2019 Einnahmen in Höhe von 126,21 Millionen Euro aus Spenden und dem Verkauf der beliebten UNICEF-Karte erzielt. Die Einnahmen in 2019 liegen damit deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres (111,56 Millionen Euro). Die Bundesbürger sowie Partner wie Unternehmen und Stiftungen gehörten so auch im vergangenen Jahr zu den wichtigsten Unterstützern des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen.

Zu dem erfreulichen Gesamtergebnis und einem der international höchsten Beiträge aus privaten Spenden zur UNICEF-Programmarbeit für Kinder haben rund 493.000 aktive Spenderinnen und Spender in Deutschland beigetragen. Besonders wertvoll ist die kontinuierliche Hilfe aus inzwischen nahezu 291.000 UNICEF-Patenschaften. Die regelmäßigen Beiträge der UNICEF-Patinnen und -Paten ermöglichen es UNICEF, in Notsituationen weltweit schnell und flexibel zu reagieren und Kindern wirksam zu helfen.

„Die weltweite Coronakrise zeigt: Die Bedürfnisse von Kindern und jungen Menschen spielen noch immer viel zu oft eine nachgeordnete Rolle, auch bei uns in Deutschland. Dabei haben wir die Verantwortung dafür, dass jedes Kind sein Potenzial entfalten kann, ganz gleich, wo und in welchen Verhältnissen es aufwächst. Die große Unterstützung der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ermöglicht es UNICEF gerade in schwierigen Zeiten, an der Seite der Kinder zu stehen“, erklärte der Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Georg Graf Waldersee anlässlich der Mitgliederversammlung des Deutschen Komitees für UNICEF. „Allen Spenderinnen und Spendern gilt unser tiefster Dank.“

Covid-19-Pandemie: Kinder schützen: Angesichts der durch die Covid-19-Pandemie hervorgerufenen globalen Krise ruft UNICEF dazu auf, Kinder nicht allein zu lassen und den Einsatz für die am stärksten benachteiligten und ärmsten Kinder und Familien fortzusetzen und auszuweiten. Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft müssen ihren Einsatz für Kinder verstärken, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und die weitreichenden wirtschaftlichen und sozialen Folgen für Kinder zu verringern.

„Die gegenwärtige Pandemie ist mehr als eine Gesundheitskrise. Ihre sozialen und wirtschaftlichen Folgen bringen die ärmsten und schwächsten Kinder weltweit in existenzielle Gefahr. Um diese Gefahr zu überwinden, müssen wir alle zusammenstehen“, sagte Graf Waldersee „Die beispiellose Situation erfordert beispiellose globale Solidarität. Nur so können wir verhindern, dass aus der Krise eine andauernde, weltweite Katastrophe für Kinder wird.“

Insgesamt konnte das Deutsche Komitee für UNICEF in 2019 die weltweite UNICEF-Hilfe für Kinder mit 94,22 Millionen Euro unterstützen. 2,81 Millionen Euro kamen der satzungsgemäßen Programm- und Kinderrechtsarbeit in Deutschland zugute. Die Kosten für Verwaltung sowie Öffentlichkeitsarbeit und Werbung in Deutschland betrugen – gemäß den Kriterien des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) – 19,04 Prozent.

Der ehrenamtliche Vorstand von UNICEF Deutschland: In der heutigen Mitgliederversammlung von UNICEF Deutschland wählte das ehrenamtlich arbeitende Gremium zwei neue Mitglieder in den Vorstand: die Beiratsvorsitzende der Würth-Gruppe, Bettina Würth, und die Bundestagsabgeordnete Britta Haßelmann. Georg Graf Waldersee wurde in der darauffolgenden Vorstandssitzung in seinem Amt als ehrenamtlicher Vorsitzender des Deutschen Komitees für UNICEF bestätigt. Dagmar Wöhrl, Parlamentarische Staatssekretärin a.D., wurde als Nachfolgerin für die turnusgemäß aus dem Vorstand ausgeschiedene Claudia Graus zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Weitere Mitglieder des UNICEF-Vorstands sind derzeit: der Journalist und ehemalige Chefredakteur des Magazins GEO, Peter-Matthias Gaede (stellv. Vorsitzender), die Staatsministerin a.D. und Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, die Journalistin und ehemalige UNICEF-Schirmherrin Daniela Schadt, der Unternehmer Dr. Jochen Gutbrod, der Manager und Gründer Dr. Johannes Meier, Christine Langen, Sprecherin des Beirats der UNICEF-Arbeitsgruppen, sowie ihr Stellvertreter Rainer Köhler.

Dank der Spenden aus Deutschland konnte UNICEF im vergangenen Jahr unter anderem lebensrettende Hilfe in Kriegs- und humanitären Krisengebieten wie zum Beispiel in Syrien, Jemen und dem Südsudan auf den Weg bringen. In Mosambik konnte UNICEF nach den schweren Wirbelstürmen schnelle Nothilfe leisten und die Weichen für den Wiederaufbau von Wasserversorgung und Schulen stellen. Ein weiterer Schwerpunkt waren Bildungsprogramme für besonders benachteiligte Kinder, zum Beispiel in Afghanistan, in der Elfenbeinküste, Nepal, Liberia und Malawi.

Der Geschäftsbericht 2019 und den ausführlichen Finanzbericht stehen zur Einsicht und zum Download bereit.

Quelle: Pressemitteilung der UNICEF Deutschland vom 18. Juni 2020

 

10. „UN-Liste der Schande“ zu Kindern in bewaffneten Konflikten ist eine Schande

Einen Tag vor der öffentlichen UN-Sicherheitsratssitzung zu Kindern in bewaffneten Konflikten zeigt sich die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision empört über den neuesten Bericht. „Dieser Report ist eine Schande! Wir fordern den Sicherheitsrat dringend auf, die vorzeitige Streichung einiger Staaten von der Liste zu verurteilen und ermutigen den UN-Generalsekretär, die bestehenden Streichungskriterien konsequent anzuwenden“, so Ekkehard Forberg, Themenmanager Friedensförderung und Anwaltschaftsarbeit.

Unter anderem wurde die von Saudi-Arabien geführte Koalition aus dem Bericht entfernt, obwohl sie im letzten Jahr im Jemen-Krieg für die Tötung und Verstümmelung von 222 Kindern verantwortlich war. Sogar am selben Tag, an dem der Generalsekretär die Liste veröffentlichte und die Streichung ankündigte, starben bei Luftangriffen im Jemen vier weitere Kinder auf grausame Weise.

World Vision ist zutiefst besorgt über die uneinheitliche Auflistung und Streichung verschiedener Parteien, die für überprüfte und nachgewiesene schwere Verletzungen der Kinderrechte in Konflikten verantwortlich sind. Gemäß den vom Generalsekretär in seinem Bericht 2010 festgelegten Kriterien für die Streichung von Parteien von der Liste, sollte diese erst dann erfolgen, wenn ein UN-Aktionsplan unterzeichnet und erfolgreich umgesetzt wurde. Zudem muss nachgewiesen werden, dass die Kinderrechtsverletzungen für mindestens einen Berichtszyklus eingestellt wurden. Forberg betont: „Die Streichung einer Partei, die weiterhin z.B. an der Tötung und Verstümmelung von Kindern oder Angriffen auf Schulen und Krankenhäusern beteiligt ist, vermittelt die Botschaft, dass Streitkräfte oder Rebellen- und andere Gruppen keine Strafen zu befürchten haben müssen und einfach weiter machen können wie bisher.“ Eine glaubwürdige und verlässliche Liste ist ein wesentliches Mittel der Rechenschaftspflicht und ein wirkungsvolles Instrument zur Verhinderung schwerer Verletzungen der Rechte von Kindern in Kriegsgebieten.

„Es ist wichtig, dass die von der UNO geschaffenen Mechanismen zum Schutz der Kinder bestehen bleiben und rigoros eingehalten werden.“ Die Kriterien sind unerlässlich, um Verletzungen der Kinderrechte dokumentieren und Staaten und Parteien zur Rechenschaft ziehen zu können, um schwere Kinderrechtsverletzungen gegen Mädchen und Jungen zu verhindern. „Wir fordern den UN-Generalsekretär auf, die festgelegten Kriterien für die Aufnahme sowie die Löschung in der Liste konsequent, objektiv und transparent anzuwenden“, so Forberg. „Politische Erwägungen und externe Parteien dürfen die Entscheidungsfindung nicht beeinflussen.“

Im vergangenen Jahr wurden fast 25.000 schwere Verstöße gegen Kinderrechte in Konfliktgebieten festgestellt. Auch bei der Verweigerung zum Zugang zu humanitärer Hilfe verzeichnet der UN-Bericht einen dramatischen Anstieg.

Im Rahmen ihrer Kampagne „Gewalt gegen Kinder beenden“ ist World Vision in vielen Krisen und Kriegssituationen mit humanitärer Hilfe und besonderen Schutzmaßnahmen für Kinder aktiv.

Quelle: Pressemitteilung der World Vision Deutschland vom 22. Juni 2020

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